Fußweg zwischen Randersackerer und Friedrich-Spee-Straße in der Sanderau wird mit einer Betonplatte im Untergrund abgestützt. Foto: Claudia Lother
Fußweg zwischen Randersackerer und Friedrich-Spee-Straße in der Sanderau wird mit einer Betonplatte im Untergrund abgestützt. Foto: Claudia Lother

Risse und Löcher: Sensoren schützen vor gefährlichem Erdfall

Was viele Würzburger Bürger vielleicht nicht wissen aber die unsichtbare Lebensversicherung der Randersackerer Straße liegt tatsächlich in ihrem Untergrund: Ein unterirdisches Messsystem mit nicht ganz 200 Sensoren, das im Jahr 2011 mit Stahlbetonplatten unter dem Asphalt verbaut wurde. Die Sensoren messen seither die Veränderungen in der Tiefe des Bodens und lokalisieren Erdeinbrüche, damit schnell reagiert werden kann.

Gefährdung von Fußgängern minimieren

1,5 Millionen Euro hat es vor sieben Jahren gekostet, die Straße zu stabilisieren und das Spähsystem einzubringen. Dass der Kundschafter des Untergrundes seinen Dienst zuverlässig erledigt, hat er bereits bewiesen: „Ein Messpunkt im erdfallgefährdeten Bereich an der Jet-Tankstelle hat sich um 47 mm gesenkt und sackt ständig nach“, berichtet der Leitende Baudirektor der Stadt Würzburg, Jörg Roth. Verfüllungen mit Kies reichen nicht mehr aus und die Empfehlung des geotechnischen Beraters ist eindeutig: Der Gehweg muss durch eine Betonplatte gesichert werden, um die Gefährdung für die Fußgänger zu minimieren.

Kosten von 65.000 Euro

Für die Bemessung der Betonplatte und um den Umfang des Schadens festzustellen, mussten zunächst Baugrunduntersuchungen und Sondierungen wie auch statische Berechnungen durchgeführt werden. Derzeit werden in dem Gehweg, der an der Tankstelle hinunter zur Friedrich-Spee-Straße führt, 50 Zentimeter Boden abgetragen, wo in der Folge die Betonplatte Halt geben soll. Die Erdfallsicherung kostet 65.000 Euro.

Wie entstehen Erdfälle?

Der Würzburger Stadtteil Sanderau ist nicht auf Sand, sondern auf Gips gebaut. In Tiefen bis zu 40 Metern werden die Gipsschichten vom Grundwasser ausgespült. Die Auswaschungen werden zunächst von höher liegenden Schichten aufgefangen, bis diese zu groß werden. Im Jahr 2002 brach zum ersten Mal ohne Vorwarnung ein Loch von über sieben Metern Tiefe in einem Sanderauer Garten auf, ein Jahr später eines im Gehweg in der Randersackerer Straße, 2006 klaffte ein Loch in Nähe der Jet-Tankstelle, 2014 entstanden neben einem Erdloch auf privatem Gelände Risse im Boden.

Nicht vorhersehbar

Würzburg ist nicht allein mit dem Phänomen der plötzlichen Erdeinbrüche. Überall auf der Welt entstehen Erdfälle und Bodensenkungen aufgrund der Ausschwemmung löslicher Gesteine im Untergrund wie Kalk, Gips oder Salz oder sie sind die Folge eines Nachstürzens künstlich geschaffener, unterirdischer Hohlräume. Tückisch ist, dass sie sporadisch und häufig nicht vorhersehbar auftreten. Lediglich die Sensoren im Untergrund geben Hinweise auf Risse und Erdfälle.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Stadt Würzburg.

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