Landesgartenschaugelände am Hubland. Foto: Pascal Höfig
Landesgartenschaugelände am Hubland. Foto: Pascal Höfig

Droht Millionenverlust für die Landesgartenschau?

Knapp einen Monat vor Ende der Landesgartenschau 2018 auf dem neu gestalteten Areal am Würzburger Hubland, steht fest, dass wohl weniger Besucher als ursprünglich geplant, die Garten- und Blumenschau besuchen werden. Zum Start wurde mit circa 950.000 Besuchern gerechnet. Laut Claudia Knoll, von der Bayerischen Landesgartenschaugesellschaft in München entsandte Geschäftsführerin, relativiert die Zahl nun auf etwa 700.000, bisher haben circa 550.000 Leute die LGS besucht. Laut Berichten des BR drohe deshalb ein Millionenverlust.

Hitze als schwerwiegender Grund

Als einen schwerwiegenden Grund für den Besucherrückgang nannte Claudia Knoll die große Hitze der letzten Wochen: „Auch wenn der Betrieb aufrechterhalten wurde – lediglich zwei Gastronomiestandorte mussten zwischenzeitlich geschlossen werden, da es für das Personal, vor allem auch in der Küche, zu heiß geworden ist – gab es durch die extreme Hitze erhebliche Einbußen bei den Besucherzahlen zu verzeichnen.“ Das Gartenschaugelände hätten die Gärtner laut Claudia Knoll aber dennoch perfekt im Griff, es stehe alles in voller Blüte. „Wir haben richtig und frühzeitig auf die Trockenperiode reagiert und rechtzeitig mit dem zusätzlichen Bewässern von Blumen, Bäumen, Rasen- und Wiesenflächen begonnen.“

Kritikpunkt: Nicht ausreichend Schattenplätze

Weitere Serviceangebote während der extremen Hitzeperiode seien beispielsweise das Wasserbecken mit den Paddelbooten und die Spritzblumen gewesen, auch die beiden Gartenschaubähnchen werden gut angenommen, heißt es seitens der Geschäftsführung. Auf die Frage hin, warum nicht konkret nachgerüstet wurde in Sachen Schattenplätzen – das war beispielsweise ein Kritikpunkt, der öfter von Besuchern auf Bewertungsportalen genannt wurde – hat sich die LGS-Geschäftsführung nicht geäußert aber Tipps gegeben, wo man den Sonnenstrahlen auf dem Gelände ein wenig entkommen kann.

Landesgartenschaugelände am Hubland. Foto: Pascal Höfig

Landesgartenschaugelände am Hubland. Foto: Pascal Höfig

Laut Claudia Knoll empfiehlt sich eine Auszeit unter dem alten Baumbestand entlang des Aktivbands Eschenallee und im Alten Park oder ein Besuch der Ausstellungen in den verschiedenen Gebäuden auf der Landesgartenschau – so zum Beispiel die Geschichtsausstellung in der Alten Tankstelle, die Blumenschau in der ehemaligen Sporthalle oder die Gemeinschaftsausstellung der universitären Bereiche der Stadt Würzburg, das LAB13.

Muss Stadt Millionen zahlen?

Auch über den eventuell möglichen Millionenverlust, wenn die kalkulierte Besucheranzahl nicht erreicht wird, gibt die LGS-Geschäftsführung aktuell keine Auskunft. „Die finanzielle Situation hängt von mehreren Faktoren und nicht alleine von den Besucherzahlen ab“, so Claudia Knoll. Als Mitveranstalter müsste sich die Stadt Würzburg an einem finanziellen Verlust an den Kosten beteiligen – laut BR könnten das möglicherweise zwei Millionen Euro sein, die LGS-Geschäftsführung hat sich gegenüber unserer Redaktion nicht zu konkreten Beträgen geäußert.

2,5 Millionen Besucher 1990

Im Vergleich: Bei der ersten Landesgartenschau 1990 in Würzburg kamen auf das Areal unterhalb der Festung im Stadtteil Zellerau 2,5 Millionen Besucher und somit so viele wie bei keiner bayerischen Gartenschau davor und danach. Deshalb wurde eine Bewerbung für eine zweite Gartenschau in Würzburg nie in Frage gestellt.

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