Patrick verpackt in seinen Bildern auch immer eine gewisse Message. Foto: Dominik Hikel
Patrick verpackt in seinen Bildern auch immer eine gewisse Message. Foto: Dominik Hikel

Interview: Querdenker Patrick über den Weg zum Glück

Querdenker, Fotograf, Model und Inspiration für seine Follower: Der 21-jährige Patrick Seidel begeistert jeden Tag aufs neue seine zwanzigtausend Follower auf Instagram mit seiner ehrlichen und positiven Art. Er lebt nicht nur gemäß seinem Motto: „Happiness is a direction, not a place“, sondern gibt seinen Fans auch immer wieder hilfreiche Tipps mit auf den Weg um das Leben lebenswert zu gestalten. Auch in unserem Interview hält Patrick ein paar Tipps bereit!

Würzburg erleben (WE): Wie schaffst du es, deinem Motto immer so treu zu folgen und tatsächlich glücklich zu sein?

Patrick: „Glück ist für mich eine Richtung, in die ich mich entwickle, das heißt um glücklich zu sein, muss ich stetig wachsen. Stillstand bedeutet für mich zu ersticken, meine Zeit zu verschwenden. Ich strebe immer nach Wachstum, sowohl persönlich, als auch körperlich, als auch sozial und finanziell. Ich glaube nicht, dass ich jemals an den Punkt komme, an dem ich sage: „Jetzt hab ich alles erreicht und bin für den Rest meines Lebens glücklich.“ Ich glaube der ständige Fortschritt, die Erfolgserlebnisse beim Überschreiten der eigenen Limits, sind es, die mich erfüllen und befriedigen.“

WE: Ist dein gutes Zeitmanagement mit ein Grund dafür, glücklich zu sein?

Patrick: „Auf jeden Fall! Ich denke, wir alle kennen das erdrückende Gefühl am Ende des Urlaubs, wenn man 4 Wochen lang nur auf der faulen Haut gelegen war. Erholung ist wichtig und verdient seinen Platz im Alltag, jedoch gibt es nichts schöneres als nach einem beschäftigten Tag voller Herausforderungen, zufrieden schlafen zu gehen und zu wissen, dass man das Beste aus seiner Zeit gemacht hat.“

WE: Wie schaffst du es, immer so gut zu planen? Hast du Tipps für unsere Fans?

Patrick: „Ja! Ich schreibe mir ALLES auf. Erstens trage ich mir alle Termine in meinen Handy-Kalender ein, so behalte ich immer den Überblick und kann meine Tage sinnvoll nutzen. Außerdem bin ich ein großer Fan von To-Do Listen. Ich notiere mir täglich in meiner Erinnerungen-App jegliche To-Dos für den nächsten Tag, die nächsten Wochen bzw. die nächsten Monate.

Diese Angewohnheit hat meiner Erfahrung nach zwei entscheidende Vorteile: Erstens kann ich nichts vergessen und sorge dafür, dass ich auch wirklich umsetze, was ich mir vornehme. Zweitens muss ich mir keine lästigen To-Dos merken und hab den Kopf frei für wichtigere Überlegungen. Noch ein kleiner Tipp: Gedanken verschwinden oft genauso schnell wie sie auftauchen. Wenn ich einen wichtigen Einfall habe, schreibe ich ihn mir SOFORT auf (wahrscheinlich weil ich schon zu oft bereut habe, es nicht getan zu haben).“

Nachdenklich und selten die Auffassung der breiten Masse - Patrick Seidel. Foto: Dominik Hikel

Nachdenklich und selten der Auffassung der breiten Masse – Patrick Seidel. Foto: Dominik Hikel

WE: Hat dir dein Hochschul-Studium dabei geholfen, so organisiert zu werden?

Patrick: „Ich denke für viele Menschen, die konkrete Zukunftspläne haben, ist ein Hochschul-Studium in genau diesem Bereich, der richtige Weg, um an den täglichen Herausforderungen des Studiums zu wachsen und sich für den gewünschten Beruf zu qualifizieren. Ich habe nach dem zweiten Semester meines Wirtschaftswissenschaft Studiums jedoch gespürt, dass ich mein Potential besser ausschöpfen kann, wenn ich mich auf einen anderen Weg begebe. Ich habe die Uni verlassen und es mir zur Aufgabe gemacht, meine Weiterbildung selbst in die Hand zu nehmen.

Ich wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht, wohin mich dieser Weg führen wird, jedoch war es für mich rückblickend definitiv eine der wichtigsten Entscheidungen. Denn so war ich gezwungen, für mich selbst herauszufinden, was meine persönlichen Stärken und Schwächen sind und wie ich sie nutzen kann, um mir in Zukunft eine Existenz aufzubauen. Abgesehen davon hatte ich so auch erst die Zeit, um mich mit diesen Prozessen zu beschäftigen.“

WE: Jetzt arbeitest du als Barkeeper und Barista, wie kam es dazu?

Patrick: „Als ich mich entschlossen hatte, mein Studium nicht weiter zu verfolgen, wusste ich noch nicht, wohin mich mein weiterer Weg führen wird. Um mir während meiner Selbstfindung ein wenig Taschengeld dazuzuverdienen, habe ich mir einen Nebenjob gesucht. Wichtig war mir dabei, dass ich mich nicht direkt vom Geld dazu verleiten lasse, Vollzeit zu arbeiten. Denn dann hätte ich unter Umständen wenig Zeit und Energie übrig gehabt und das eigentliche Ziel aus den Augen verloren: Meine Persönlichkeitsentwicklung und Selbstfindung. Deswegen ist für mich der Nebenjob im Café eine super Sache, um mir etwas dazuzuverdienen, bis ich von meinem Instagram-Business und meiner Tätigkeit als Model und Fotograf komplett leben kann. Abgesehen davon hab ich wirklich super Kollegen und die Arbeit macht in der Regel großen Spaß.“

WE: Auch Sport kommt in deinem Leben nicht zu kurz. Du hast schon einige Sportarten ausprobiert, was steht noch auf deiner To-Do Liste?

Patrick: „Ich hab mich als Kind mit vier Jahren zum ersten mal in eine KungFu Schule verlaufen und habe dann praktisch mein Leben lang immer Kampfsport gemacht, später an der Uni auch Kickboxen bzw. MMA. Das Kämpfen wurde dann als ich 20 war vom HipHop tanzen abgelöst. Seitdem bin ich auch sehr regelmäßig auf jeglichen Tanzflächen im Würzburger Nachtleben unterwegs. Auch das Fitness Training hat schon mit 14 Jahren den Weg in mein Herz gefunden. Generell bin ich offen dafür, alles auszuprobieren, was sich ergibt, wie vor drei Wochen, als ich im Rahmen der Promotion für’s Würzburger WakeEnd zum ersten mal auf einem Wakeboard stand.“

 

WE: Musikalisch bist du auch noch veranlagt, gibt es Instrumente, die du unbedingt noch erlernen willst?

Patrick: „Ich habe als Kind lange Schlagzeug gespielt und hatte auch ein paar Jahre Klavierunterricht. Als ich dann mit 18 ausgezogen bin, habe ich mein Schlagzeug aus Platzgründen verkauft und mein E-Piano mit in meine WG genommen. Seitdem lerne ich ab und an neue Stücke von Youtube, weil es mir viel leichter fällt, etwas nachzuspielen, da ich nie besonders gut im Noten lesen war. Wer meine Instagram Stories schaut, kann mich immer wieder mal am Klavier sehen. Was mich für die Zukunft noch reizt, ist das Instrument „Hang“. Zum ersten Mal gesehen hab ich es in einem Youtube Video. Es sieht aus wie eine etwas plattgedrückte große Blechkugel, die man sich in den Schoß legt. Auf der Oberseite befinden sich dann Klangfelder, auf welchen man mit den Fingern spielt. Das Hang fasziniert mich deswegen, weil es das Rhythmische vom Schlagzeug mit dem Melodischen vom Klavier verbindet.“

WE:  Doch jetzt zurück zu deinem Instagramprofil: Hast du gedacht, dass du einmal so viele Follower haben wirst als du mit Instagram begonnen hast?

Patrick: „Als ich angefangen habe, Fotos hochzuladen, hätte ich nie gedacht, dass meine Seite einmal so viel Aufmerksamkeit erregen wird. Im Grunde habe ich mit Instagram begonnen, weil ich Spaß daran habe, zu fotografieren und auch selbst vor der Kamera zu stehen. Alles andere ergab sich dann mit der Zeit. Ich habe mich irgendwann dazu entschlossen, ambitioniert an die Sache heranzugehen und mir erst einmal hochwertiges Foto-Equipment zuzulegen.

Das war im Grunde die Voraussetzung für qualitative Fotos und der bewusste Beginn meiner Instagram-Laufbahn. Entscheidend war auch, dass ich Dominik (@domi.hikel) kennengelernt habe. Wir machen seit einem dreiviertel Jahr praktisch jedes Shooting zusammen und entwickeln auch gemeinsam Strategien für das Wachstum unserer Seiten. Wir sind mittlerweile sehr gute Freunde und haben auch jenseits des Foto-Sets viele gemeinsame Interessen und Ziele. Danke Dominik.“

WE: Du postest zahlreiche Modelfotos, willst du damit mal groß raus kommen?

Patrick: „Klar, ich bin dankbar für jeden Model-Job, den ich von interessierten Firmen bekomme. Die Herausforderung, Fotos für eine bestimmte Firma nach deren Vorstellungen zu erschaffen und dabei dem eigenen Stil treu zu bleiben, macht mir riesigen Spaß. Natürlich möchte ich mir in der Model-Branche einen Namen machen, um die Chance auf immer interessantere Kollaborationen zu haben, allerdings will ich langfristig auch selbst Mode, Schmuck und Accessoires designen, um mich kreativ noch besser ausdrücken zu können und selbstständig zu sein.“

Auch mit dem Modeln versucht Patrick seine Lebenseinstellung immer wieder zum Ausdruck zu bringen. Foto: Dominik Hikel

Auch beim Modeln lässt Patrick immer wieder seine eigene Note und Persönlichkeit mit einfließen. Foto: Dominik Hikel

WE: Wie ist so das Feedback deiner Follower? Du teilst ja doch viele private Dinge auf deinem Profil.

Patrick: „Ich denke, das Konzept Social Media ist in unserer Gesellschaft mittlerweile gut etabliert und die Menschen sind es gewohnt, dass sie jederzeit und überall Einblicke in das Privatleben anderer Nutzer bekommen können. Ich habe auf Instagram schon unglaublich viel wertvolle Inspiration von tollen Menschen bekommen können und habe das Ziel, andere mit meiner persönlichen Note ebenfalls zu inspirieren. Mir ist es besonders wichtig, authentisch zu sein und nicht nur die Glanzmomente meines Lebens zu teilen. Denn wie jeder Mensch habe ich Stärken und Schwächen und damit sich meine Follower mit meiner Geschichte identifizieren können, ist es wichtig auch beides zu zeigen.

In der Regel sind die Kommentare und Nachrichten, die ich bekomme, sehr positiv und ich bin wirklich gerührt, wenn ich erfahre, dass meine Gedanken und Texte jemandem helfen konnten, persönliche Hindernisse zu überwinden. Natürlich bekomme ich auch Kritik und bin immer offen dafür, Neues zu lernen. Im Großen und Ganzen bin ich unglaublich dankbar für die Gelegenheit, durch meine Instagram Seite meine Bilder und meine Geschichte mit so vielen tollen Menschen teilen zu können.“

WE: Was wünscht du dir für deine eigene Zukunft, sei es nun beruflich oder privat?

Patrick: „Wo ich in zehn Jahren beruflich konkret stehen werde, kann ich jetzt noch nicht beantworten. Doch ich werde weiterhin jeden Tag daran arbeiten, mein Potential voll auszuschöpfen, inspirierende Bilder zu erschaffen, mich persönlich weiterzuentwickeln, ständig neue faszinierende Menschen kennenzulernen, meine Vision zu festigen und glücklich zu sein. Ich habe vollstes Vertrauen, dass ich meinen Weg finde, egal wie er aussieht und das Leben dabei genieße. Ich habe Großes vor und blicke der Zukunft mit einem breiten Grinsen im Gesicht entgegen.“

WE: Möchtest du unseren Fans sonst noch etwas mit auf den Weg geben?

Patrick: „Falls Du, lieber Leser, Dich in diesen Zeilen wiedererkannt hast, will ich dich ermutigen auf deine innere Stimme zu hören. Wie Steve Jobs schon gesagt hat: „Wir können das Leben nur rückwärts verstehen, müssen es aber vorwärts leben.“ Deine innere Stimme, Deine Intuition ist Dein Kompass, sie sagt Dir genau, was Du zu tun hast. Auch wenn Du sie jetzt noch nicht verstehst, rückblickend wird alles Sinn ergeben. Wenn Du Dich traust, ihr zu folgen, findest Du Deinen Weg. Und das ist wie ich finde, gleichzeitig die größte Herausforderung und Belohnung im Leben.“

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