Auf der fahrt durch das Monument Valley. Quelle: Hupp Photography
Auf der fahrt durch das Monument Valley. Quelle: Hupp Photography

Mit dem Fahrrad durch die Staaten

Eine Reise quer durch die Vereinigten Staaten von Amerika – und das in maximal neun Tagen. Ein sportlicher Plan. Vor allem wenn man die 4800km lange Strecke auf dem Fahrrad zurücklegt! Genau das ist jedoch das Ziel des „Race Across America“, dem sich acht Fahrer des Aktiv-Team Hubert Schwarz gestellt haben. Maxi Hupp aus Höchberg hat sie dabei mit der Kamera begleitet und ihre Tour von der Westküste zur Ostküste in beeindruckenden Bildern festgehalten. Wir haben ihn zu diesem Abenteuer befragt.

Würzburg erleben (WE): Du bist in diesem Jahr ja schon zum zweiten Mal beim RaceAcrossAmerica mit dabei. Wie kam es ursprünglich dazu, dass du das Aktiv-Team Hubert Schwarz begleitet hast?
Maxi: 2015 habe ich gemeinsam mit der Reise- und Eventagentur „Hubert Schwarz Zentrum“ aus Nürnberg den Kilimandjaro in Afrika bestiegen. Die Leitung hat damals Chef und Extremsportler Hubert Schwarz selbst übernommen. Da ich auf dieser Reise viele Fotos geschossen habe, die die Reiseagentur für spätere Werbezwecke genutzt hat, bin ich mit ihm in Kontakt geblieben und so wurde ich dann 2017 das erste mal für das Race Across America (RAAM) gebucht .

(WE): Welche Art von Menschen ist da unterwegs? Alterstechnisch aber auch mit verschiedenen beruflichen Hintergründen?
Maxi: Das ist ganz verschieden. Von Jung bis Alt – vom Profil bis zum Amateuer, ist hier Alles unterwegs. Letztes Jahr habe ich z.B. ein 8ter Team aus überwiegend 50-Jährigen begleitet, dieses Jahr ein 4er-Ü70 Team.

Das RaceAcrossAmerica Team 2017. Quelle: Hupp Photography

Das RaceAcrossAmerica Team 2017. Quelle: Hupp Photography

WE: Was bewegt dich dazu, die Menschen, die fast 5000km mit dem Rad quer durch die Vereinigten Staaten fahren, mit deiner Kamera zu begleiten?
Maxi Ich bin zum Einen selbst sehr sportbegeistert und zum Anderen macht es mir unglaublich viel Spaß besondere Momente und Emotionen einzufangen. All das bietet dieses Rennen: Die verschiedenen Landschaften, der Kampf der Radfahrer mit der Strecke und die Vielseitigkeit im Bezug auf die sich ständig ändernden Bedingungen wie Ort, Licht etc. sind sehr spannend.

WE: Wie lange war das Team ingesamt unterwegs?
Maxi: Das Zeitlimit liegt bei 9 Tagen. Gefahren wird durchgehend, da es sich um ein Non-Stop-Rennen handelt. Dieses Jahr haben wir das Ziel nach 7 Tagen und 11 Stunden erreicht.

WE: Wie sah ein typischer Arbeitstag für dich aus?
Maxi: Organisiert wird das Ganze grundsätzlich in zwei Schichten. Einer Aktiv- und Passivschicht. Das heißt von den vier Radfahrern sind 2 auf der Rennstrecke unterwegs: Einer davon auf dem Fahrrad, die anderen beiden Racer sind in den Wohnmobilen zum Schlafen. Bei jedem Fahrer sind auch zwei Betreuer dabei: Der eine fährt das Begleitfahrzeug, der andere navigiert Fahrrad- und Autofahrer durch die Strecke. Ich war neben meiner Tätigkeit als Fotograf auch als Navigator tätig. So habe ich also entweder aus dem Auto heraus fotografiert oder mich an der Straße positioniert, um den vorbei fahrenden Radfahrer zu erwischen. Wenn meine Aktiv-Schicht beendet war und ich mich zum Ruhen im Wohnmobil aufhielt, musste ich noch ein Backup meiner Fotos erstellen und teilweise erste Bilder retuschieren, um sie in einem aktuellen Blog zu veröffentlichen. Danach hatte ich dann meistens ca. 3 Stunden Schlaf bis es weiter zur nächsten Schicht ging.

Mit dem Fahrrad durch die Vereinigten Staaten beim RaceAcrossAmerica. Quelle: Hupp Photography

Mit dem Fahrrad durch die Vereinigten Staaten beim RaceAcrossAmerica. Quelle: Hupp Photography

Mit dem Fahrrad durch die Vereinigten Staaten beim RaceAcrossAmerica. Quelle: Hupp Photography

Mit dem Fahrrad durch die Vereinigten Staaten beim RaceAcrossAmerica. Quelle: Hupp Photography

Mit dem Fahrrad durch die Vereinigten Staaten beim RaceAcrossAmerica. Quelle: Hupp Photography

Mit dem Fahrrad durch die Vereinigten Staaten beim RaceAcrossAmerica. Quelle: Hupp Photography

Mit dem Fahrrad durch die Vereinigten Staaten beim RaceAcrossAmerica. Quelle: Hupp Photography

Mit dem Fahrrad durch die Vereinigten Staaten beim RaceAcrossAmerica. Quelle: Hupp Photography

WE: 4800km sind ja eine verdammt lange Strecke. Welches Erlebnis oder welche Landschaft hat dich dabei am meisten beeindruckt?
Maxi: Letztes Jahr hat mich vor Allem das Monument Valley mit seinen gewaltigen Felsformationen beeindruckt. Diesmal war die Mojave-Wüste direkt zu Beginn der Reise aus fotografischer Sicht ein absolutes Highlight. Tagsüber musste sich der Rennfahrer durch einen Sandsturm kämpfen, was wirklich spektakulär aussah und nachts durften wir einen sternenklaren Himmel erleben, bei dem man die Milchstraße mit bloßem Auge sehen konnte.

Das schönste und auch emotionalste ist aber sicherlich die Zieleinkunft. Wenn man nach der tollen aber auch anstrengenden Zeit endlich im Ziel im Hafen von Annapolis ankommt, ist das ein ganz besonderes Erlebnis für das ganze Team.

WE: Gab es auch Erlebnisse, die nicht so schön waren oder an denen du oder eines der Teammitglieder dachtet, dass man es nicht mehr schafft?
Maxi: Wir hatten diesmal gleich zwei Mal gesundheitliche Probleme. Direkt zu Beginn kämpften zwei der vier Racer mit Magen und Darm. Einen Tag später zog sich einer der Beiden auch noch eine Nasen-Nebenhöhlenentzündung zu, sodass er das Rennen abbrechen musste. Somit mussten die anderen drei Fahrer mehr leisten – obwohl sie das wirklich stark kompensiert haben, erforderte es einiges an Veränderung der Renntaktik und Organisation. Zusätzlich wurde uns eines der Rennräder gestohlen – wie wissen wir bis heute nicht… Zum Glück hatte das Team aber ein Ersatzrad dabei. Deswegen haben wir hierdurch fast keine Zeit verloren.

Mit dem Fahrrad durch die Vereinigten Staaten beim RaceAcrossAmerica. Quelle: Hupp Photography

Mit dem Fahrrad durch die Vereinigten Staaten beim RaceAcrossAmerica. Quelle: Hupp Photography

WE: Wirst du nächstes Jahr auch wieder als Begleitung dabei sein?
Maxi: Von meiner Seite aus besteht prinzipiell auf jeden Fall Interesse, aber da gibt es noch ein paar Sachen, die geklärt werden müssen. Zum Beispiel steht bis dato noch nicht fest, was für ein Team nächstes Jahr an den Start gehen wird und außerdem muss ich abwarten, was meine berufliche und private Situation bis dahin macht.

WE: Nochmal zu dir: Bist du hauptberuflicher Fotograf?
Maxi: Nein, bis jetzt betreibe ich mein Kleingewerbe ausschließlich neben meinem Studium.

WE: Auf was konzentrierst du dich fotografisch, wenn du nicht gerade beim RAAM unterwegs bist?
Maxi: Die Sportfotografie betreibe ich „Zuhause“ hauptsächlich im Handball-Bereich bei der DJK-Waldbüttelbrunn. In den Sommermonaten fotografiere ich außerdem regelmäßig Hochzeiten. Ansonsten immer wieder auch Events oder Portraitshootings.

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