Parkscheinautomat in der Tiefgarage. Symbolfoto: Pascal Höfig
Parkscheinautomat in der Tiefgarage. Symbolfoto: Pascal Höfig

Parktarife in der Innenstadt sollen steigen: Pro und Contra

Das Parken in der Würzburger Innenstadt soll teurer werden, so ein Beschlussvorschlag der Stadt Würzburg. Grund dafür sei der groß angelegte Green-City Plan. Laut Mainpost ist ein wichtiges Ziel der Preiserhöhung den hohen Parkplatzsuchverkehr in der Innenstadt zu reduzieren und damit auch den Schadstoffausstoß. Die Parkplätze sollen zukünftig in verschiedene Zonen aufgeteilt werden, je innenstadtnäher desto teurer die Tarife, so die Mainpost. Außerdem wird es so sein, dass Stellplätze an der Oberfläche im Parktarif höher liegen als Parkplätze in den Parkhäusern, heißt es bei der Mainpost.

Man wolle damit erreichen, dass mehr Leute die Tiefgaragenstellplätze und die Parkplätze außerhalb der Kernzonen nutzen. Laut Vorlage der Verwaltung wurden die Parktarife zudem seit 2002 nicht mehr erhöht, die Preise für den ÖPNV allerdings in diesem Zeitraum um 50 Prozent.

Zone 1 – 3

Der Vorschlag der Verwaltung besagt, dass in der Zone 1 oder Kernzone der Innenstadt die Tarife in den Parkhäusern von 1,50 Euro untertags auf 1,60 Euro pro Stunde steigen sollen, ab der dritten Stunde soll es dann von dem bisherigen 1 Euro auf 1,20 Euro steigen. Hier seien die Parkhäuser Parkhaus Marktgarage, Parkhaus Mitte (früher Pleichergarage) und das Parkhaus Kranengarage eingeschlossen. Ebenfalls teurer werden in der Zone 1 laut Mainpost die Parkplätze am Straßenrand an der Oberfläche. Statt wie bisher 1,50 Euro soll zukünftig die Gebühr auf 1,80 Euro ansteigen, so die Mainpost.

Auch in der Zone 2, die die Innenstadt um die Kernzone und noch innerhalb des Ringparks bezeichnet, werden die Gebühren laut Mainpost angehoben. Ebenfalls 10 Cent mehr soll die Stunde im Parkhaus hier zukünftig kosten (1,60 statt 1,50 Euro). Die dritte Stunde soll von 1 Euro auf 1,10 Euro erhöht werden. Betroffen davon seien die Parkhäuser Parkhaus Theater, Parkhaus Pleich, Parkhaus Alte Mainbrücke, Parkhaus Seinsheimgarage, der Congressparkplatz sowie der Parkplatz WVV.

Außerhalb des Ringparks soll laut Mainpost dann die Park-Zone 3 eingerichtet werden. Dort seien keine Gebührenerhöhungen vorgesehen. Betroffen davon seien der Parkplatz Röntgenring, das Parkhaus Alter Hafen und der Parkplatz Friedensbrücke. Ebenfalls das Quellenbachparkhaus am Bahnhof sei von einer Preiserhöhung nicht betroffen, so die Mainpost.

Stadtmarketing gegen Erhöhung

Das Stadtmarketing mit Geschäftsführer Wolfgang Weier und der Bezirksverband Unterfranken des Handelsverbandes Bayern mit Geschäftsführer Volker Wedde stehen dem Vorschlag der Verwaltung allerdings etwas kritisch gegenüber und möchten sich nicht mit dieser Entscheidung der Gebührenerhöhung zufrieden geben.

In einem Brief an Oberbürgermeister Christian Schuchardt erklären beide, dass sie mit der Verfolgung des Green-City Planes auf jeden Fall übereinstimmen, jedoch äußern sie auch Bedenken, dass aufgrund der Tariferhöhung die Kunden und Besucher in der Innenstadt wegfallen könnten. Vor allem in Hinblick auf den boomenden Onlinehandel wäre nach Meinung von Handelsverband und Stadtmarketing eine Preiserhöhung kontraproduktiv.

Wegfall von über 800 Stellplätzen

Auch erklären Weier und Wedde in ihrem Brief, dass die Angabe in der Beschlussvorlage, die Preise für Parkplätze seien seit 2002 nicht mehr angehoben worden, nicht korrekt sei. Vor circa vier Jahren wurden die Gebühren erhöht, heißt es in dem Schreiben. Im Vergleich zu anderen ähnlich großen Städten in Deutschland liege Würzburg damit derzeit im oberen Mittelfeld der Parkplatztarife. Außerdem seien über 800 Parkstellplätze seit dem Jahr 2001 weggefallen – ohne Ersatz, heißt es weiter.

Ja zu Tarifzonen

Für das Stadtmarketing und den Handelsverband ist der Vorschlag, verschiedene Zonen einzurichten, allerdings völlig nachvollziehbar. Hier kann man die Preise mit dem Punkt „Nähe“ durchaus rechtfertigen. Jedoch solle man nur die Tarife in der Kernzone anpassen (Zone 1), die anderen beiden Zonen sollten keiner Gebührenerhöhung unterzogen werden, so der Gegenvorschlag. Um den Verkehrsfluss während der Stoßzeiten zu entzerren und teilweise in die Abendstunden zu verlagern, ist ein verringerter Tarif von 1,00 Euro/Stunde ab 17 Uhr (bis zum Beginn des Nachttarifs um 20 Uhr) in den Parkgaragen in der Kernzone sinnvoll. Durch den „Feierabendtarif“ würde das Einkaufen in den Abendstunden attraktiviert und die für die innerstädtischen Unternehmen bisher weniger attraktiven Abendstunden belebt, heißt es weiter.

Die Einführung einer bürgerfreundlichen „Brötchentaste“, bei der das Parken für die ersten 20 Minuten kostenfrei ist, erleichtert die Erledigung kleinerer Besorgungen ohne „Knöllchen-Risiko“. Um nicht zusätzlichen Parksuchverkehr auszulösen, müsste die Brötchentaste jedoch umfassend im Innenstadtgebiet sowohl an der Oberfläche als auch in den Parkgaragen eingeführt werden, so Handelsverband und Stadtmarketing.

Einen letztendlichen Beschluss über das Thema wird der Stadtrat schließlich in seiner Sitzung am Donnerstag, 5. Juli fassen.

- ANZEIGE -

AUCH INTERESSANT