Landesgartenschau Stadtgärtner
Fabian und Molly auf der Landesgartenschau - Foto: Silvia Appel

Die Stadtgärtner zwischen Salbei und Salat

Urban Gardening oder gärtnern in der Stadt – eine coole Sache, die auch in Würzburg betrieben wird. Jetzt haben sich die Stadtgärtner Würzburg mit den Campusgärtnern der Universität Würzburg zusammengetan. Insgesamt 30 Menschen kümmern sich aktuell ehrenamtlich um eine 1.800 Quadratmeter große Fläche auf der Landesgartenschau, die StadtGartenSchau. Wir haben Silvia Appel, Gründungsmitglied und Bloggerin auf www.garten-fraeulein.de zu dem Projekt befragt.

Würzburg erleben (WE): Wie ist es zu dieser Idee gekommen?

Silvia: Bereits vor rund zwei Jahren sind die Veranstalter der Landesgartenschau auf uns zugekommen. Nach mehreren Treffen war klar, dass wir uns nicht nur als Ideengeber einbringen, sondern tatsächlich eine eigene Gartenfläche gestalten dürfen.

WE: Wer kann alles mitmachen?

Silvia: Grundsätzlich jeder, allerdings war es unser Hauptjob, die Fläche zu gestalten, bevor die Landesgartenschau angefangen hat. Um jetzt auf das Gelände zu kommen, braucht man eine Dauerkarte oder muss Eintritt bezahlen, aber bei Interesse einfach melden, wir finden dann eine Lösung.

WE: Wie kann man mitmachen?

Silvia: Am besten kontaktierst du uns über unsere Facebook-Seite Stadtgartenschau! Um mitzumachen muss man kein Mitglied in unserem Verein werden. Bei uns geht es eher darum aktiv mitzugestalten.

WE: Wie viel Zeit nimmt das Gärtnern in Anspruch?

Silvia: Das bleibt jedem selbst überlassen, aber bei diesem großen Projekt ist gerade jeden Tag jemand vor Ort um zu gießen, zu ernten und zu pflegen. Wie viel Zeit er reinsteckt kann aber jeder selber entscheiden, wir regeln das sehr demokratisch über WhatsApp.

Teil des Gartenprojekts der Stadtgärtner. Foto: Silvia Appel

Teil des Gartenprojekts der Stadtgärtner. Foto: Silvia Appel

WE: Dürft ihr das Gelände auf der Landesgartenschau auch danach nutzen?

Silvia: Bisher leider nicht, das wussten wir von Anfang an. Wir haben aber einen tollen Garten aufgebaut und sind deshalb dabei, Gespräche zu führen. Für das Gelände gibt es ja Bebauungspläne und dort, wo unser Garten liegt, sollen Studentenwohnheime gebaut werden. Wir würden den Garten aber auch verkleinern, dann könnte zum Beispiel ein kleiner Garten zwischen den beiden Studentenwohnheimen entstehen. Uns ist es wichtig einen Ort wie diesen zu erhalten, denn es geht darum einen Treffpunkt und Gemeinschaft zu schaffen.

WE: Was für zukünftige Projekte sind geplant?

Silvia: Erstmal nichts, unsere Pläne hängen von diesem großen Projekt ab. Wir beraten aber nebenbei immer Privatleute, Vereine, oder Kindergärten.

WE: Was pflanzt ihr am meisten an? Blumen, Obst, Gemüse?

Silvia: Unser Steckenpferd sind Nutzpflanzen, also beispielsweise Pflanzen mit denen man früher Stoffe gefärbt hat, Bienenpflanzen oder Kräuter. Auch gerne alte Sorten und Raritäten. Wir pflanzen auch Blumen an, meistens dann welche, die man essen kann.

WE: Habt ihr Tipps für Menschen ohne grünen Daumen?

Silvia: Bevor man loslegt, etwas einarbeiten. Pflanzen sind Lebewesen und wenn man sich beispielsweise ein Tier zulegt, informiert man sich auch davor wie man es halten muss. Bei einer Pflanze sollte man sich informieren welchen Standort und welche Nährstoffe sie braucht und wie viel sie gegossen werden muss.

WE: Was kann ich als Einsteiger am besten auf meinem Balkon anpflanzen?

Silvia: Zuerst muss man schauen, wie der Balkon ausgerichtet ist. Wenn viel Sonne da ist, würde ich zu mediterranen Kräutern wie Rosmarin raten. Im Schatten wächst Pflücksalat, Schnittlauch oder Petersilie gut.

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