Alina in ihrem Element. Foto: Mirko Seifert
Alina in ihrem Element. Foto: Mirko Seifert

Alina im Interview: Das Wasser ist ihr Element

Behandle andere so, wie du gerne behandelt werden möchtest! Das Lebensmotto von Alina Jungklaus spiegelt ihre fröhliche und herzliche Art wieder. Die 20-jährige Psychologie Studentin ist direkt nach ihrem Abitur aus ihrer geliebten Heimat Würzburg in die Vereinigten Staaten gezogen um ihrer Leidenschaft nachzugehen.

Der Weg zur gefragten Schwimmerin

Würzburg erleben (WE): Du bist mit deiner Schwimmkarriere ziemlich durchgestartet. Wie kamst du zum Schwimmen?

Alina: „Als Kind war ich schon immer gerne im Wasser, aber war nie Mitglied in einem Verein. Ich habe geturnt, Garde getanzt und Klavier gespielt. Im Schulschwimmen in der dritten Klasse hatten wir einmal Besuch von einer Trainerin vom SV Würzburg 05, die einzelne Kinder raussuchte und zum Probetraining eingeladen hat. Dort bin ich dann hingegangen und hab das ausprobiert. Nach ein paar Jahren wurde das Schwimmtraining mehr und ich musste mich entscheiden, welches Hobby ich wählen möchte. Mit 12 Jahren habe ich dann alles andere komplett aufgehört und mich nur auf das Schwimmen konzentriert. Im selben Jahr bin ich dann in die erste Mannschaft des SVW05, die von Cheftrainer Stefan Lurz trainiert wird, gekommen. Dort habe ich dann neben Weltmeister Thomas Lurz und vielen anderen Olympia Teilnehmern trainiert.“

WE: Wie man auch auf deinem Instagram-Profil sieht bist du schon gut herumgekommen. Wo durftest du schon überall dein Können unter Beweis stellen?

Alina: „Unsere Trainingslager waren immer in etwas sonnigeren Ländern, wie Teneriffa, Fuerteventura, Zypern oder Türkei. Internationale Wettkämpfe haben für mich mit 13 angefangen. Ich hatte kleinere Wettkämpfe in Österreich, Luxemburg und in der Schweiz. Später habe ich mich dann für Jugend-Europameisterschaften in Polen und Niederlande und Jugendweltmeisterschaften in Singapur qualifiziert. Einige Wettkämpfe mit der Nationalmannschaft waren in den USA und Italien. Die Europameisterschaften waren in Israel.“

 

Sekundengenaue Organisation ist gefragt

WE: Wie hast du es geschafft den Schulalltag und das Schwimmen unter einen Hut zu bekommen?

Alina: „Planen war für mich das A und O. Es gab Tage, an denen ich jede Minute im Voraus planen musste, um alles erledigen zu können. Ich wusste ganz genau, wie viel Zeit ich mit bestimmten Dingen hatte. Hielt ich mich nicht an den Plan, so kam es auch mal vor, dass ich dann bis nachts um eins am Schreibtisch sitzen musste. Besonders stressig wurde das dann während ich meinen Führerschein und mein Abitur gemacht habe.“

WE: Wie häufig und lange trainierst Du für gewöhnlich?

Alina: „Vor der Uni spring ich meistens um 6 Uhr ins Wasser und schwimme ca. 1,5 Stunden. Nachmittags haben wir dann 2 bis 2,5 Stunden Training und dreimal die Woche Krafttraining. Insgesamt haben wir zehnmal Training die Woche.“

10-mal Training in der Woche, nur so wir Alina besser und besser! Foto:

zehnmal Training in der Woche, nur so wird Alina besser und besser! Foto: Alina Jungklaus

WE: Nach deinem Abitur letzten Juli bist du direkt auf die Universität Louisville, wolltest du dort schon immer hin?

Alina: „Seitdem ich 11 bin wollte ich in die USA um dort zu studieren und zu schwimmen. Ein Jahr vor meinem Abitur kontaktierten mich einige Universitäten in Amerika und fragten mich, ob ich Interesse hätte für sie zu schwimmen. Louisville war für mich damals die beste Wahl. Sie hatten das beste Schwimmprogramm und einen der schönsten Campusse.“

Von Würzburg in die USA

WE: Wie ist es für dich in einem anderen Land zu studieren?

Alina: „Es ist natürlich eine riesen Umstellung. Das System ist so anders als in Deutschland, deshalb hat es schon einige Wochen gedauert, bis ich mich ausgekannt und daran gewöhnt habe. Die Menschen hier sind sehr offen und hilfsbereit, was für mich vor allem am Anfang eine große Erleichterung war. In einer anderen Sprache zu studieren, die nicht die Muttersprache ist, ist ab und an mal ein Hindernis, besonders in Examen. Aber auch da haben die Professoren stets Rücksicht genommen. Das Campusleben ist wie man es in Filmen kennt und genauso wie ich mir es vorgestellt habe.“

WE: Was kannst du deinen Followern raten, die auch eine große Leidenschaft pflegen und am Handern sind, sie voll und ganz auszuschöpfen?

Alina: „Harte Arbeit, Geduld, Selbstvertrauen und Routine ist das Wichtigste, um das Beste aus sich herauszuholen. Natürlich wird es Höhen und Tiefen geben und nicht immer auf Anhieb funktionieren, aber man darf nicht aufgeben. Selbstdisziplin ist das A und O. Wenn man was gefunden hat, das einen wirklich glücklich macht, dann sollte man alles dafür tun, um dies beizubehalten. Es gibt immer einen Weg.“

WE: Deine berühmten letzten Worte?

Alina: „Egal wie oft man hinfällt, man muss einfach immer wieder aufstehen. Klappt etwas nicht wie geplant, nicht die Geduld verlieren, sondern einen anderen Weg finden.“

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