Germanenhaus. Foto: Pascal Höfig
Germanenhaus. Foto: Pascal Höfig

Mythos Germanenfete: Alles nur heiße Luft?

Gastbeitrag von Julia B.

Disco, Disco, Party, Party! Die Germanenfete steht ins Haus – im wahrsten Sinne des Wortes. Hoch über Würzburg im Germanenhaus findet in der Nacht vom 17. auf den 18. April 2018 die traditionelle Germanenfete statt. Kurzes Brainstorming dazu: Wilde Saufgelage! Abgeschleppte in allen Ecken! Bierkrüge, die vom Balkon geschmissen werden! Verzogene Adelige! Fechten statt Faustkampf! Oder? Was verbirgt sich hinter dem Mythos Germanenfete?

Schnösel & Transparente

Fragt man in Würzburg rum, heißt es: „Ja, ja… Germanenfete muss man mal machen!“ Außerdem werden gerne Anekdoten erzählt von arroganten Schnöseln, die mit Familienwappen und Abstammung prahlen. Zwischendrin erinnert man sich an Schlagzeilen und Bilder, die von Demos und Beschmierungen berichten. Ganz schön was los bei denen dort oben!

Heißes Blut & grüne Ohren

Oder? Was steckt denn nun dahinter? Der Besuch einer Germanenfete zeigt folgendes Bild: Aufgeregte Studenten, gefühlt erstes bis drittes Semester. Heißblütige junge Germanen, die stolz einen auf Gastgeber machen. Wuschige Mädels, die beim Gedanken an einen Morgen auf diesem Balkon doch auch etwas verlockt sind. Vereinzelt ältere Germanen, die „mal vorbeischauen was die Jungspunde hier veranstalten“. Je nach Musikgeschmack eher schlechte Musik, die etwas übersteuert. Ist halt kein professioneller Club.

Risikogebiet Germanenhaus?

Der Ausblick ist toll, das Germanenhaus ist schön, die Germanenfete wirkt wie die meisten anderen Partys zum Semesterstart. Ja, vereinzelt tragen Jungs Bänder, vereinzelt kommt es zu Arroganz und sicherlich auch zu One Night Stands. Bis auf den Anteil an Verbindungsoutfits eben eine ganz normale Party. Die letzten Male hatten die Leute, welche gegen Verbindungen sind, offensichtlich auch besseres zu tun als zu demonstrieren.

Von wegen Mythos!

Also? Probieren geht über Studieren! Die ach so wilde Verbindungsparty wie aus Filmen über amerikanische Collegepartys sollte man allerdings nicht erwarten – vielleicht auch besser so. Wer Bock hat, geht hin und wer nicht, hat genügend Alternativen zur Auswahl. Feiern und feiern lassen eben!

Anmerkung der Redaktion

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