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Die multikulti Cricket-Mannschaft des TSV Lengfeld. Foto: Wolfgang Merz
Die multikulti Cricket-Mannschaft des TSV Lengfeld. Foto: Wolfgang Merz

Erfolgreiche multikulti Cricket-Mannschaft aus Lengfeld

Viele Nationen und Kulturen und doch eine gemeinsame Leidenschaft – das Cricket spielen. Die Cricket Mannschaft des TSV Lengfeld 1876 e.V. ist in der vergangenen Saison in die Bundesliga Süd/Ost aufgestiegen. Oberbürgermeister Christian Schuchardt ehrte diese Leistung und lud das Team sogar in das Rathaus ein.Wolfgang Merz, Abteilungs- und Übungsleiter des Vereins, hat uns ein paar Hintergrundinfos über die erfolgreiche Cricket Mannschaft verraten.

Würzburg erleben (WE): Seit wann gibt es die Cricket Mannschaft des TSV Lengfeld e.V.?

Wolfgang Merz: Im Jahr 2015 kamen afghanische Flüchtlinge nach Lengfeld in die Kürnachtalhalle, so kam es zu ersten Kontakten und auch zur Bitte, Cricket spielen zu können. Bereits im Frühjahr 2016 erhielt ich die Zusage vom TSV Lengfeld 1876 e.V. und wir gründeten die Cricketabteilung „Würzburg Cricket“. Der TSV ist bereits 140 Jahre alt und eine junge, ca. 40 Mann starke Truppe, als Neuzugang, das war eine Sensation!

WE: Wer hatte die Idee, eine Cricket Mannschaft zu gründen?          

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Wolfgang Merz: Mehran Shah und ich fuhren nach Heidelberg um die stärksten Deutschen Cricket Mannschaften in einem Turnier zu sehen und zu erleben. Dabei lernten wir auch gleich den Präsidenten Herrn Fell und Geschäftsführer Herrn Mantle vom Deutschen Cricket Bund kennen, die uns auch später unterstützten. Gleichzeitig haben Qassem M. Zazai und Imran Mohammadi, beides Flüchtlinge aus Afghanistan, sich stark gemacht und letztendlich wurde eine Mannschaft gegründet.

WE: Wer sind die Spieler der Mannschaft?

Wolfgang Merz: Das Team setzt sich aus Flüchtlingen aus verschiedenen Ländern wie Afghanistan, Pakistan, Indien zusammen. Aber auch Deutsche gehören zum Team. Die Männer sind zwischen 17 und 32 Jahre alt. Manche Spieler gehen noch zur Schule, befinden sich in der Ausbildung, arbeiten als Hilfskräfte. Sogar Ärzte sind Teil des Teams. Momentan wird Cricket als Sportart aber noch recht spärlich angenommen, da Cricket vielen Menschen noch fremd ist.

WE: Wie funktioniert durch das multikulti Team dann die Verständigung im Team?

Wolfgang Merz: Natürlich kommt es manchmal durch die verschiedenen Nationen zu Verständigungsproblemen. Dann wird meistens auf Paschtu (Anm.d.Red.: Eine in Afghanistan und Pakistan gesprochene Sprache) übersetzt. Außerdem dürfen nur 11 Spieler auf das Feld, da treten, wie bei vielen anderen Mannschaften auch, Spannungen auf.

WE: Wie sieht das Training aus ?

Wolfgang Merz: Es wird einmal wöchentlich trainiert, im Winter in der Halle und im Sommer auf dem Kunstrasen. Der Spielertrainer Zadran kommt aus Kleinheubach und hat langjährige Erfahrung als Spieler.

WE: Wie sieht die Saison nach dem Aufstieg in die Süd/Ost Bundesliga aus?

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Wolfgang Merz: Bei den Entfernungen hat sich nicht viel verändert, nur bei der Spieldauer. Hat man in der Regionalliga T20 und T40 gespielt, sind es nun T50. Das bedeutet 50 Bälle x 6 = 300 Bälle. Dies heißt, dass schon mal 5-6 Stunden Spieldauer anfallen können. Hinzu kommt dann noch die  An-und Rückfahrt. Ist das Spiel in München-Burghausen können es schon mal 14 Stunden sein, dann ist eine Übernachtung dort sinnvoll, wodurch aber auch wieder Mehrkosten entstehen.

WE: Wie finanziert sich die Cricket Mannschaft?

Wolfgang Merz: Offizielle Sponsoren haben wir leider nicht, ab und zu bekommen wir mal eine Spende. Der TSV Lengfeld 1876 e.V. ermöglicht uns aber glücklicherweise einiges. Unsere Spiele können ohne Eintritt besucht werden, dabei sind wir bemüht, den Gästen das Spiel zu erklären und näher zu bringen. Und noch ein Unterschied zu anderen Sportarten: Es gibt kein Foulspiel, nur der Ball kann hart sein!

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