Tanzdemo der Initiative für ein Soziokulturelles Zentrum. Foto: Saraina Weigand
Tanzdemo der Initiative für ein Soziokulturelles Zentrum. Foto: Saraina Weigand

Gastbeitrag: Ein Soziokulturelles Zentrum für Würzburg

Gastbeitrag von Saraina Weigand.

Ein Soziokulturelles Zentrum für Würzburg – das wünschen sich Saraina und ihre Mitstreiter.

Das ist der Traum: Ein offener, hierarchiefreier Raum, der allen Menschen, von jung bis alt, unabhängig von diskriminierenden Faktoren wie Geschlecht, sexueller Orientierung, Herkunft, sozialem Milieu, Hautfarbe, musikalischer Vorliebe, Lieblingsfußballmannschaft, Farbe der Bettwäsche oder was auch immer zur Verfügung steht. Es soll ein Raum für kulturelle Begegnung, politische Bildung, kreative Betätigung, Feste und Erholung, soziales Engagement, Skill-Sharing und Vielem mehr sein.

Vernetzung von Individuen und Initiativen

Ein Raum, welcher genau das widerspiegelt, was die Menschen tun, die ihn nutzen. Eine Werkbank, die von verschiedensten Initiativen und Individuen genutzt werden kann, die über Ressourcen und Arbeitsmaterialien verfügt, die Vernetzung zwischen Würzburger Initiativen fördert und die diese schlichtweg besser arbeitsfähig macht. Eine Werkbank, die durch das Schaffen jener, die sie nutzen, Begeisterung und Motivation hervorruft. Die Andere animiert, sich zu beteiligen, sich zu engagieren, etwas zu erschaffen. Eine Werkbank, die jeden einlädt, mitzumachen, die als Multiplikator für soziale und gemeinnützige Initiativen in und um Würzburg dienen kann. Diese Werkbank, das ist das Soziokulturelle Zentrum, das ist ein offener Raum.

Bezahlbare Räumlichkeiten fehlen

Es gibt in Würzburg viele Initiativen, die bereits wertvolle Arbeit in der Stadt leisten – vom Umsonstladen über medizinische Hilfe für Menschen ohne Krankenversicherung, Engagement für Menschen, die von Abschiebungen bedroht sind, bis zu freien Räumen wie dem Freiraum. Diese Initiativen sind oft mit einem ähnlichen Problem konfrontiert – es fehlen bezahlbare Räumlichkeiten. All die Menschen in den Initiativen arbeiten unentgeltlich und wollen mit ihrer Energie Ideen umsetzen und die Welt schöner machen – müssen jedoch oft viel Zeit in die Akquirierung von Spenden stecken, um die Miete bezahlen zu können.

Initiative fordert Haus

Daher fordert die Initiative für ein Soziokulturelles Zentrum, dass die Stadt eine Infrastruktur in Form eines Hauses bereitstellt, in dem ohne finanziellen Druck gewirkt werden kann. Dieses Haus wäre nicht nur ein Zentrum für die Unterstützer-Initiativen, sondern könnte von jedem Menschen genutzt werden, der Ideen umsetzen möchte oder sich einfach nur interessante Begegnungen beim Kaffeetrinken wünscht.

Stadt lehnt Standort inneres Torwachthaus ab

Ein erstes Treffen am 22.2.18 mit Oberbürgermeister Schuchardt, Sozialreferentin Düber, Umweltreferenten Kleiner und Kämmerer Scheller der Stadt Würzburg zeigte, dass die Stadt durchaus die Legitimität unserer Forderungen sieht. Leider wird das von uns vorgeschlagene innere Torwachthaus (alte Umweltstation) als unmöglich argumentiert, da das Nautiland dringend sieben Parkplätze mehr benötigt (darum soll das alte Haus abgerissen werden). Die Argumentationsstrategie der Stadt lässt den Eindruck entstehen, dass das Gebäude einfach nicht gewünscht ist, egal wie nichtig die Gründe für den Abriss scheinen. Bis die Stadt eine vertretbare Alternative vorschlägt, wird sich die Initiative für ein Soziokulturelles Zentrum weiterhin für das Innere Torwachthaus einsetzen und sichtbar auf der Straße bleiben.

„Soziokultur“ auf der Straße

Nach einer Tanzdemo am 17.2.2018 findet am 17.3. erneut Soziokultur auf der Straße statt. Am „Marktgeschehen“ werden Menschen am Vierröhrenbrunnen zusammenkommen, gemeinsam Picknicken, Musik genießen und zeigen: Wir brauchen Platz!
Fühlt euch alle eingeladen dabei zu sein und euch gemeinsam mit uns für einen besonderen Ort in Würzburg einzusetzen.

Anmerkung der Redaktion

Gastbeiträge geben nicht automatisch die Meinung der Redaktion wieder. Sie sollen zur Debatte anregen  – so wie auch jeder gute Kommentar auf Facebook. Wir geben deshalb allen unseren Lesern die Chance, ihre Meinung bei uns zu veröffentlichen und diese diskutieren zu lassen. Wir freuen uns über Gastbeiträge zu allen Themen an: redaktion@wuerzburgerleben.de.

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