Amor mal drei, wenn da mal nicht die große Liebe garantiert ist? Foto: Herzenssache
Amor mal drei, wenn da mal nicht die große Liebe garantiert ist? Foto: Herzenssache

Interview: Was steckt hinter dem Projekt Herzenssache?

Das schönste im Leben: Lieben und geliebt werden! Jeder von uns kennt ihn, den ewigen Kampf der Gefühle, dabei will doch jeder einzelne einfach nur seinen passenden Deckel finden. Als würde das Liebesleben nicht so schon genügend Hindernisse für uns bereithalten, so erschweren weiter Handycaps das Dating für so manch einen ungemein. Zwar kennt heut zu Tage jeder Tinder, Lovoo und Co, doch wo können menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung ungeniert ihr Liebesglück testen? Hier in Würzburg gibt es bereits seit 2012 das Projekt Herzenssache, dass es sich zum Ziel gemacht hat Menschen mit Behinderung zu ihrem Liebesglück zu verhelfen. Lena Weinberger hat selbst schon des Öfteren Armor gespielt und erzählt uns von ihren Erfahrungen.

Wie bist du auf das Projekt gestoßen und was hat dich daran gereizt?

„Da ich einmal wöchentlich in einer Behinderten Werkstatt tätig bin, habe ich schon häufiger miterlebt, dass es Menschen mit Behinderung schwer fällt neue Kontakte zu knüpfen. Meist liegt dies an der Tatsache, dass sie sehr selten aus Ihren Einrichtungen verlassen um überhaupt Neues kennen zu lernen geschweige denn die Möglichkeit dazu haben Neues zu erleben. Als ich dort eines Tages einen Aushang zu einer Stellenanzeige beim Projekt Herzenssache gesehen habe, habe ich mich direkt dort gemeldet.  Denn ich arbeite nicht nur gerne mit Menschen zusammen, sondern ich finde es auch sehr schön beim Aufbau eines sozialen Umfelds behilflich zu sein.“

Wie geht ihr bei der Partnervermittlung vor?

„Zuerst vereinbaren wir telefonisch einen Termin. Darauf folgen einzelne Aufnahmegespräche in denen wir die Daten steckbriefmäßig aufnehmen und anschließend mit einem Bild ergänzen und in den Computer übertragen. Außerdem fügen wir noch die Wünsche der einzelnen Personen hinzu. “

Wie lange dauert es in der Regel, bis es wirklich zu einem Treffen kommt?

„Das kann man nicht pauschalisieren und es hängt immer von den vorhandenen Anfragen und Personen ab. Bevor es zu einem Treffen kommt, machen wir einen Partnervorschlag und fragen an ob wir den Kontakt herstellen sollen. Wenn Interesse besteht geben wir die Telefonnummern weiter. Ob wir bei dem ersten Telefonat oder Treffen dabei sind, liegt ganz in der Hand der betroffenen Personen. Wenn also der Wunsch besteht, begleiten wir gerne das erste Date.“

Wie war für dich dein erstes Mal als du zwei Liebe suchende Menschen zusammen geführt hast? War es erfolgreich?

“ Es war sehr schön ein Teil einer neuen Liebesgeschichte zu sein. Ich war sehr stolz die Beiden richtig eingeschätzt zu haben und die Anfänge ihrer Beziehung mit zu erleben.“

Wie viele glückliche Paare haben sich schon dank eurer Hilfe gefunden?

„Momentan haben wir unter unseren Mitgliedern fünf Paare. Eines davon hat im August geheiratet. Allerdings haben sich im Laufe des Bestehens der Herzenssache schon deutlich mehr Paare gefunden.“

Wie viele Anfragen bekommt ihr? Gibt es hier noch viele einsame Herzen?

„Ganz verschieden, teilweise pro Woche ein bis zwei. Es gibt genug einsame Herzen in und um Würzburg aber auch in Schweinfurt, Kitzingen, Karlstadt, Gemünden, Leinach, etc.“

Welchen Rat hast du für Menschen mit Behinderung die auf Partnersuche sind? 

„Man sollte sich nicht von der Behinderung beeinflussen lassen und über den Tellerrand hinaus schauen.“

 

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