Das 5. Mainfränkischen Gesundheitssymposiums. Hauptthema: Telemedizin. Foto: Region Mainfranken
Das 5. Mainfränkischen Gesundheitssymposiums. Hauptthema: Telemedizin. Foto: Region Mainfranken

Region Mainfranken: Telemedizin als Chance

Digitalisierung und Telemedizin bergen große Möglichkeiten für mehr Lebensqualität und eine gute Gesundheitsversorgung, vor allem im ländlichen Raum. In Mainfranken gehört die Gesundheitswirtschaft zu den wichtigsten regionalen Beschäftigungs- und Wachstumstreibern. Gerade im Bereich der Telemedizin hat sich der Standort Mainfranken in den letzten Jahren besonders dynamisch entwickelt. In zahlreichen Matching-Veranstaltungen bringt die Region Mainfranken GmbH regelmäßig die regionalen Schlüsselakteure zusammen, um die Innovationskraft in diesem Kompetenzfeld zu stärken. So auch beim 5. Mainfränkischen Gesundheitssymposium am 19.01.18 bei der ERT GmbH in Estenfeld.

Regionale Vernetzung

In seiner Begrüßung betonte Landrat Eberhard Nuß, stellvertretender Vorsitzender der Region Mainfranken GmbH, die enorme Bedeutung der regionalen Vernetzung: „Vorhandenes Know-how kommunizieren und regionale Kooperationen fördern, das sind entscheidende Faktoren für die Gestaltung eines zukunftsfähigen Innovations- und Gesundheitsstandorts.“ Die vertrauensvolle Zusammenarbeit unter dem Dach der Region Mainfranken GmbH bereite dabei den Boden für gemeinsame Vorhaben und erhöhe die Erfolgschancen für aktuelle mainfränkische Förderanträge.

Telemedizin statt Beamen!

Mit Blick auf die Sicherstellung einer hochwertigen medizinischen Versorgung im ländlichen Raum hob Ministerialdirigent Peter Steiert und stellvertretender Amtschef im Bayerischen Gesundheits- und Pflegeministerium (StMGP) hervor: „Solange Beamen nicht möglich ist, hilft Telemedizin!“ Steiert stellte die aktuellen und zukünftigen Konzepte des StMGP in diesem Bereich vor, so auch das Projekt für eine bayerische elektronische Gesundheitsakte (Bay-eGA). Die Einführung einer einrichtungsübergreifenden und versicherungsunabhängigen elektronischen Gesundheitsakte mit allen individuellen Gesundheitsdaten solle ab diesem Jahr modellhaft erprobt werden. Sie soll u.a. eine bessere Vernetzung aller an einer Behandlung beteiligten Fachärzte ermöglichen und damit die Behandlung der Patienten verbessern.

Digitale Krankenversorgung

Dass aktuell ein großer Bedarf besteht, Innovationen der Digitalisierung im Gesundheitswesen systematisch zu erproben und zu evaluieren bestätigte Prof. Dr. Christoph Reiners, Wissenschaftlicher Sprecher am Zentrum für Digitalisierung Bayern, Themenplattform Digitale Medizin/Gesundheit. Das geplante „Digitalisierungszentrums Präzisions- und Telemedizin (DZ.PTM)“ mit Standorten am Universitätsklinikum Würzburg, an der Universität Würzburg und am Zentrum für Telemedizin Bad Kissingen soll regionsübergreifende Digitalisierungsprojekte zur Unterstützung der innovativen Krankenversorgung und der Forschung entwickeln, erproben und umsetzen.

Sorgen um Datenschutz

Die Sorgen der Bürger hinsichtlich des Datenschutzes müsse man ernst nehmen. Die Validierung der Angebote und die Einschränkung des aktuellen Wildwuchses habe dabei für ihn hohe Priorität. Der Innovationsstandort Deutschland hinke im internationalen Vergleich hinterher und in der Entwicklung dürfe man sich nicht von der German Angst blockieren lassen.

Einen Praxisbericht zur Datensicherheit in der telemedizinischen Vernetzung gab anschließend Dr. Asarnusch Rashid, Geschäftsführer des Zentrums für Telemedizin Bad Kissingen e.V. (ZTM). Anhand aktueller Forschungsansätze und Erfolgsprojekte am ZTM stellte er die Bedeutung von Standards der Datensicherheit unter den Aspekten Kosten und Nutzen, Benutzerfreundlichkeit und Regulierung sowie Überforderung und Transparenz heraus.

Angeregte Podiumsdiskussion

Die abschließende Podiumsdiskussion beleuchtete die regionalen Zukunftschancen und Potenziale der Digitalisierung und Telemedizin aus strukturpolitischer, wissenschaftlicher, anwendungsbezogener und aus Patientensicht. Peter Steiert (StMGP), Oliver Jörg (Mitglied des Bayerischen Landtags), Prof. Dr. Norbert Roewer (stv. Ärztlicher Direktor, Universitätsklinikum Würzburg), Dr. Christian Pfeiffer (Regionaler Vorstandsbeauftragter, KVB Unterfranken), Dr. Tobias Müller (Leiter Stabsstelle Digitale Transformation, Rhön-Klinikum AG), Achim Schülke (Geschäftsführer, ERT GmbH), Patientenvertreter Gerald Brandt (Vorsitzender, Hypophosphatasie Deutschland e.V.) lieferten sich einen spannenden Meinungsaustausch.

Förderung regionalerModellprojekte

In einem waren sich alle einig: Besonders wichtig ist die Förderung regionaler Modellprojekte, die mit Machbarkeitsnachweisen die gesellschaftlich akzeptierte Weiterentwicklung telemedizinischer Anwendungen ermöglichen.
„In unserer Funktion als Standortagentur unterstützen wir strategische Leitprojekte mit gesamtregionaler Bedeutung und überregionaler Strahlkraft“, betont Åsa Petersson, Geschäftsführerin der Region Mainfranken GmbH. „Die kontinuierliche Begleitung der regionalen Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft ist für uns eine Kernaufgabe – nur so können wir die Innovationskraft und Lebensqualität in Mainfranken nachhaltig sichern.

Die Region Mainfranken GmbH – Hintergründe

Als Standortagentur der sieben mainfränkischen Landkreise, der beiden kreisfreien Städte Würzburg und Schweinfurt sowie der Wirtschaftskammern bündelt die Region Mainfranken GmbH die regionalen Kräfte in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zur Positionierung Mainfrankens im nationalen und internationalen Standortwettbewerb. Durch zielorientiertes Standortmarketing wird Mainfranken für potenzielle Fachkräfte, Investoren und Interessenten sichtbar. Gesellschafter der Region Mainfranken GmbH sind neben den beiden kreisfreien Städten Würzburg und Schweinfurt die Landkreise Bad Kissingen, Haßberge, Kitzingen, Main‐Spessart, Rhön‐Grabfeld, Schweinfurt und Würzburg sowie die IHK Würzburg‐Schweinfurt und die Handwerkskammer für Unterfranken.

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