Die Posthallen am Hauptbahnhof Würzburg. Foto: Pascal Höfig
Die Posthallen am Hauptbahnhof Würzburg. Foto: Pascal Höfig

Posthallen-Abriss: Das sagen die Würzburger zum Bismarckquartier

Unübersehbar wird in Würzburg an allen Enden und Ecken gebaut – ab 2020 ist auch das Bismarckquartier auf dem Gelände der jetzigen Posthalle am Bahnhof an der Reihe. Bisher beherbergt der Komplex neben einem Veranstaltungszentrum auch weitere Einrichtungen, wie Proberäume, Lasertag, Poledance und Minigolf.

Posthalle wird zum Bismarckquartier

Ende 2018 ist allerdings Schluss damit. Auf der 3,35 ha großen Fläche entsteht stattdessen das sogenannte Bismarckquartier. Mit der geplanten Fertigstellung 2023, soll hier eine neue Fläche für Büro- und Geschäftsräume sowie ein Hotel entstehen, aber auch urbanes, grünes Wohnquartier geschaffen werden.

Doch was halten die Würzburger eigentlich von diesen Plänen? In einem Facebook-Posting haben wir unsere Fans über die Baupläne informiert und damit hohe Wellen geschlagen. Viele Würzburger sind mit den Plänen der Stadtverwaltung ganz und gar nicht zufrieden und haben rege über Pro und Contra des Projektes diskutiert.

Kritische Sicht der Würzburger

Facebook-User Lukas z. B. hat eine klare Meinung zu dem Vorhaben: Er findet, dass eine Stadt dafür sorgen solle, dass kulturell und gesellschaftlich wichtige Orte, wie die Posthalle, erhalten bleiben. Mit einem “seelenlosen Wohn- und Hotelkomplex” würde sich seiner Meinung nach hier die “hässliche Fratze des Kapitalismus” zeigen. Auch Userin Nadl ist der Meinung, dass das Posthallen-Areal ist ein kulturell sehr wichtiger Ort für die Stadt ist: “Es wäre ein großer Verlust für die Bürger Würzburgs, wenn dieser Ort ersatzlos eingestampft werden würde…”.

Andrea bemerkt zudem, dass im Allgemeinen immer mehr Event-Locations wegfallen und ist darüber sehr traurig. Sie würde sich stattdessen wünschen, die Posthalle lieber zu sanieren und weiter zu erhalten und fügt hinzu: “Es wäre ein großer Verlust für die Jugendlichen und anderen begeisterten Menschen, wenn diese tolle Veranstaltungsstätte mit ihren diversen Möglichkeiten wegfallen würde”.

Architekturentwürfe

Für Kopfschütteln sorgten zudem die Entwürfe der Gewinner des Architekturwettbewerbes, Rapp+Rapp aus Amsterdam sowie Baumschlager Eberle Architekten aus Lustenau. Sie werden mit Worten wie “grauenhaft”, “fürchterlich” und ein “phantasieloser 08/15 Entwurf” betitelt. Marian findet sogar noch drastischere Worte: “Sorry aber schon der Markt hatte „mitte45“ mehr Charme als heute.” Die “einfallslose Architektur”, die “irgendwie immer gleich aussieht” und nicht in das Stadtbild von Würzburg passt, ist neben dem Wegfall einer gern genutzten Eventlocation der zweithäufigste Kritikpunkt.

Inhaber der Unternehmen

Neben den Bürgern sind aber auch die Inhaber der ansässigen Unternehmen traurig darüber, das Gelände verlassen zu müssen. Das Poledance-Studio Pole Heaven sieht es ähnlich wie viele der Nutzer: “Für uns ist die Posthalle ein einzigartiger Ort! Nirgends treffen so viele verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Passionen aufeinander! Und das auch noch stadtnah! Ich denke alle sind sehr traurig, wenn wir unsere Studios, Proberäume, … räumen müssen. Es wird für viele von uns außerdem schwer werden, einen passenden Ort zu finden, an dem wir mit unserem Sport/ Musik… Weiter machen können!”

Auch positive Stimmen zum Projekt

Es gibt jedoch auch positive Meinungen zur Umgestaltung des Geländes: So findet Robert z. B. dass es an der Zeit ist dass mit Abriss der Posthalle “ein Stück hässlicher 60er Jahre Architektur (die es in Würzburg zuhauf gibt) verschwindet”. Auch Robby sieht in den neuen Entwürfen des Archtiektendups Rapp&Rapp eine “gewohnt hochwertige Architektur in Backsteinoptik”, die allemal besser als schlicht verputzte und gedämmte Häuserblocks sei. ”Ein Stück Architektur namenhafter Architekten kann Würzburg gut vertragen”, findet er.

Architekturpläne anschauen

Wer sich selber noch einmal ein Bild von den Entwürfen für das Gelände machen will, der kann sich noch bis heute, 19.01., alle 14 Arbeiten der Architektur- und Stadtplanungsbüros, die am Wettbewerb teilgenommen haben, in den Posthallen am Bahnhofplatz 2 anschauen. Geöffnet ist die Ausstellung von 16:30 – 18:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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