Die Eichhornstraße in Würzburg . Foto: Pascal Höfig
Die Eichhornstraße in Würzburg . Foto: Pascal Höfig

Die neue Eichhornstraße: Das sagen die Würzburger

Der Bauwahn scheint in Würzburg kein Ende zu nehmen. Egal wo man hinschaut sieht man Bagger, Kräne, Absperrungen und gelangweilte Security-Leute, welche die Baustellen bewachen. Wenigstens ist eine Baustelle nun endlich fertig gestellt – die Eichhornstraße.

Das Projektziel der Neugestaltung war die Erweiterung einer “autofreien” Zone. Die Eichhornstraße soll zu einer Erlebnis- und Einkaufsstraße werden, in der man gern verweilt und plaudert. Aushängeschild der Stadt, hoher Wiedererkennungswert und Straße, in der das Leben pulsiert – all das erhofft man sich mit der neugestalteten Straße in der Innenstadt.

Autofreie Zone

Doch wie zufrieden sind die Würzburger mit dem Ergebnis? In einem Facebook-Posting haben wir die Würzburg erleben-Fans gefragt, wie ihnen die „neue“ Eichhornstraße gefällt und die Meinungen gehen weit auseinander. Einige Würzburger sind verärgert, dass sie nun einen “Packesel” zum Einkaufen brauchen, denn vorher konnte man die schweren Einkaufstüten bequem direkt ins Auto laden. Jetzt ist die Eichhornstraße eine “autofreie” Zone, wenn man mit dem Auto durchfahren will, muss man tief in die Tasche greifen. Viele kaufen deshalb woanders ein, wo das Parken und Durchfahren kein Problem ist. Natürlich befürchten dadurch auch einige Geschäfte in der Eichhornstraße, dass die Kaufkraft nachlässt.

Wenig Grün & nichts für Familien

Auch das vermutlich vergessene “Grün” brachte viel Gesprächsstoff. Die “kleinen Bäume wirken verloren in der Betonwüste”, so eine Würzburgerin. Die Eichhornstraße macht einen kühlen und kahlen Eindruck, der Charme der alten Weinstadt wird zu einem “Einheitsbrei”, ist in den Kommentaren zu lesen.

Neu gestaltete Eichhornstraße. Foto: Leo

Neu gestaltete Eichhornstraße. Foto: Leo

Sogar Familien haben Grund zur Klage. Man freute sich auf mehr Spielmöglichkeiten für die Kids und gemütliche Bänke für die Eltern. Stattdessen sind die Bänke nicht ausreichend, unbequem und oft nass, denn ein Wasserabblauf fehlt. Zudem mangelt es auch noch an Fahrradabstellplätzen.

Geldverschwendung QR-Code?

Der neu errichtete QR-Code rief jedoch das größte Kopfschütteln der Würzburger hervor. „Man hat das Gefühl, dass die Stadt auf Ach und Krach modern wirken will.“ Der Gedanke dahinter war, dass man den Code mit dem Smartphone scannen kann und Infos über die Umgebung erhält. Vielleicht ist es eine gute Idee für die Touristen, doch die Würzburger empfinden den Code als Geldverschwendung.

Auch positive Meinungen

Dennoch erreichten uns auch positive Meinungen zu der Neugestaltung. So wurden die Lichtleisten gelobt, die der Straße eine moderne Atmosphäre verleihen. Außerdem wirke die Eichhornstraße nun sehr aufgeräumt und sauber. Auch wenn die neugestaltete Eichhornstraße nicht alle Würzburger überzeugen kann, trösten sich viele noch mit der Hoffnung, dass der Bau eventuell noch nicht komplett abgeschlossen ist. Vielleicht wird noch der ein oder andere Baum gepflanzt und ein paar Bänke aufgestellt. Am meisten freuen sich im Moment aber wahrscheinlich die Anwohner und Geschäftsleute, denn endlich ist die ewig lange dauernde Baustelle vor der Türe (erstmal) Geschichte.

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