Würzburg zeigt Schleife am Welt-AIDS-Tag. Foto: Pascal Höfig
Würzburg zeigt Schleife am Welt-AIDS-Tag. Foto: Pascal Höfig

Welt-Aids-Tag: Rote Schleife unterhalb der Festung

Eine übergroße rote Schleife unterhalb der Würzburger Festung fordert am Welt-Aids-Tag am Freitag, 1. Dezember, auch in diesem Jahr dazu auf, unbefangen mit HIV-positiven Menschen umzugehen. „Die Rote Schleife ist ein Aufruf gegen Diskriminierung und Stigmatisierung – ein Aufruf zur Solidarität!“, heißt es in der Ankündigung. Unter der Überschrift „Perspektivwechsel“ wird um 18 Uhr in der Franziskanerkirche in Würzburg ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert, daran schließt sich ein Empfang im Caritashaus in der Franziskanergasse an.

HI-Virus in Unterfranken

Vorsichtigen Schätzungen zufolge hätten sich 2017 zwischen 30 und 33 Menschen in Unterfranken neu mit dem HI-Virus infiziert, schreiben die Veranstalter. 16 neue Klienten wandten sich an die Aids-Beratungsstelle der Caritas. Einige würden schon viele Jahre mit dem Virus leben, seien aber erst in diesem Jahr diagnostiziert worden. Im Jahr 2017 habe die Aids-Beratungsstelle die Zahl der Testangebote erhöht. Damit soll ein niedrigschwelliges, leicht erreichbares Angebot gemacht werden. Mehr als 160 Menschen seien zu den Testabenden in Aschaffenburg und Würzburg gekommen. In Unterfranken lebten rund 620 HIV-infizierte, von denen schätzungsweise 130 noch nichts von ihrer Infektion wüssten. In Bayern seien etwa 13.200 Menschen infiziert, in Deutschland rund 60.000.

Weltweit

Nach Angaben der UN-Behörde UNAIDS lebten zum Ende des Jahres 2016 weltweit etwa 36,7 Millionen Menschen mit HIV, darunter 2,1 Millionen Kinder unter 15 Jahren. Seit 2010 seien die Neuinfektionen bei Erwachsenen um elf Prozent und bei Kindern um 47 Prozent zurückgegangen. Die Zahl jener, die an den Folgen von HIV/Aids starben, sank seit 2005 um 48 Prozent auf eine Million im Jahr 2016. Wichtige Brennpunkte der HIV-Epidemie seien weiterhin Afrika, Osteuropa und Zentralasien.

Behandlung von HIV

Wesentlichen Anteil an den Fortschritten habe der verbesserte Zugang zur Behandlung von HIV. Die Zahl der HIV-positiven Menschen, die weltweit die Aids-Medikamente erhalten, sei von 685.000 im Jahr 2000 auf 20,9 Millionen im Juni 2017 gestiegen. UNAIDS habe sich das Ziel gesetzt, bis 2030 das „Ende von Aids“ zu erreichen. Dr. Noorjehan Mahjid, klinische Leiterin des HIV-Programms „Dream“ der Gemeinschaft Sant’Egidio in Mosambik, sagt dazu:

„Die größte Herausforderung ist es, ausreichend Personal und Ressourcen für die HIV-Tests, Labordiagnostik, Arzneimittel und Kampagnen gegen die Stigmatisierung von Menschen mit HIV bereitzustellen. Solange nicht all diese Ressourcen in einem Gesundheitszentrum zur Verfügung stehen, bleibt die umfassende Behandlung und Versorgung von Patienten unzureichend.“ In den 47 afrikanischen HIV-Therapiezentren des Programms „Dream“ werden nach Angaben von Sant’Egidio derzeit rund 85.000 Menschen behandelt.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Ordinariat Würzburgs.

- ANZEIGE -

Kommentare zum Artikel

Kommentare zum Artikel

AUCH INTERESSANT