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Mit der richtigen Matratze rückengesund schlafen. Foto: Pascal Höfig
Mit der richtigen Matratze rückengesund schlafen. Foto: Pascal Höfig

Guter Schlaf ist wichtig: diese 6 Angewohnheiten vermeiden

Beim Schlafen hat jeder sein eigenes Patentrezept. Der eine dreht sich einfach um und ist nach zwei Sekunden eingeschlafen, bei dem anderen geht es nur nach langem hin- und her-Rollen. Und Fußball-Superstar Christiano Ronaldo hat sogar seinen eigen Schlaf-Coach, denn auf diesem Gehaltslevel überlässt man auch dahingehend nichts dem Zufall. Doch guter Schlaf ist nicht nur für die Erholung von Profisportlern wichtig, sondern für den ganzen Körper, einschließlich Kreislauf und Hirnfunktionen von Normalsterblichen. Genau deshalb sollte man die folgenden Dinge vermeiden, wenn man anständig schlafen und optimal erholt erwachen möchte.

Essen und Trinken

Es gibt viele Begriffe dafür, am bekanntesten dürfte Betthupferl sein, also ein Snack vor dem Zubettgehen. Tatsächlich ist die Wirkungsweise dahinter einfach: Etwas Zucker treibt den Blutzuckerspiegel für eine kurze Zeit nach oben. Aber weil die Verdauung des Betthupferls gleich beginnt, „frisst“ der Körper die gerade zugeführte Energie nicht nur restlos auf, sondern auch noch ein Stückchen mehr. Die Müdigkeit tritt praktisch auf dem Fuße ein.

Zu viel Essen behindert den Schlaf

Doch viele übertreiben maßlos. Da besteht das Betthupferl nicht, wie eigentlich gedacht, aus einer einzelnen Praline, einer kleinen Handvoll Rosinen. Da werden buchstäbliche Chips-Orgien gefeiert, die Schoko gleich packungsweise verdrückt und mancher verleibt sich sogar Cola und Co. ein. Die Folgen:

• Der Körper bekommt ein Übermaß an Energie
• Die Verdauung muss Überstunden einlegen
• Coffein und andere Wachmacher (ja, auch Schokolade macht wach) gelangen ins Gehirn

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Dann ist es kein Wunder, wenn noch Stunden später die Gedanken rotieren und man dem Wecker beim Voranschreiten zuguckt – sofern nicht noch unangenehme Seiteneffekte wie piekende Krümel hinzukommen.

Handy & Tablet raus!

Eigentlich ist es verrückt: Tagsüber achten viele darauf, nicht ständig erreichbar zu sein, nur um dann abends Handy oder Tablet mit ins Bett zu nehmen, darauf zu chatten, zu surfen oder sich Videos anzusehen. Für die Nachtruhe ist das pures Gift, denn die Wirkweisen der Displays hängen kausal mit unserem Schlaf zusammen:

Blaues Licht hält wach

Symbolbild Smartphone. Foto: Marcel Gollin

Symbolbild Smartphone. Foto: Marcel Gollin

Das Licht, das die Bildschirme ausstrahlen, hat eine Farbtemperatur von 6500 Kelvin. Das entspricht einem bläulichen Ton, wie er auch an einem Tag mit unbedecktem Himmel herrscht. Und hier kommt der menschliche Hormonhaushalt ins Spiel, der ist nämlich mit den Augen verbunden. Das blaue Display-Licht signalisiert unserem nicht evolutionär an Handys angepassten Gehirn „es ist Tag“. Dadurch wird die Ausschüttung des in der Zirbeldrüse produzierten Hormons Melatonin gehemmt. Schlecht für den Schlaf, denn das Hormon ist neben einigen anderen Funktionen in der Hauptsache dazu da, unseren Schlafrhythmus zu regulieren. Schauen wir vor dem Schlafen aufs Display, werden wir also künstlich wachgehalten.

Abhilfe gibt es ab Android 7.0 bzw. iOS durch die Funktionen Night Shift bzw. Nachtmodus, die das Bild auf einen gelblichen Ton umschalten. Wer ältere Geräte hat, muss hingegen auf Apps setzen. Besser ist es jedoch, im Schlafzimmer gar nicht mehr auf Handy und Co. zu schauen.

Bügeln verursacht Wärme

Nicht jeder besitzt einen Hauswirtschaftsraum und so ein Korb Wäsche kann ja auch bleischwer sein. So kommt es, dass viele Würzburger dort bügeln, wo der Weg zum Kleiderschrank am kürzesten ist, im Schlafzimmer. Schlechte Idee, auf mehreren Ebenen:

• Es beginnt damit, dass ein Bügeleisen je nach Leistung und Arbeitsdauer eine ziemliche Menge Wärme abstrahlt, die den Raum aufheizt. Was Frostbeulen freut, ist tatsächlich schlecht für den Schlaf, denn am besten schlafen wir bei kühlen Temperaturen um 18°C.
• Desweiteren, das kennt jeder Bügler, gehen bei Dampfbügeleisen die Wassermengen durch wie nichts und werden in Dampf umgewandelt. Zwar ist etwas Luftfeuchtigkeit gut für den Schlaf, aber zu viel ist wiederum schlecht.
• Zudem schwitzen wir auch so schon allnächtlich bis zu einem halben Liter aus, natürlich mehr, wenn das Zimmer dank Bügeleisen aufgeheizt ist. Zusammen mit dem Dampf ergibt das so viel Luftfeuchtigkeit, dass sich Schimmel bilden kann.

Zwar ist es nicht generell schlecht, im Schlafzimmer zu bügeln, aber bitte nicht kurz vor dem Zubettgehen. Und nur bei geöffneten Türen und Fenstern, damit sowohl Dampf wie Hitze schnell wieder entweichen können. Aber: Wenn man es clever anstellt, braucht man sowieso gar nicht mehr zu bügeln – oder zumindest nur Dinge wie Hemden.

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Ohne die Arbeit ins Bett!

Noch schnell ein paar E-Mails zu checken, das ist schon wegen der in Punkt 2 genannten Gründe keine gute Idee. Doch es geht weiter. Denn ob nun Chef-Mail oder sonstige Projekte, alles was mit Arbeit zusammenhängt, hat im Schlafzimmer nichts verloren, ganz gleich wie attraktiv es auch klingen mag. Das gilt nicht nur für die unmittelbaren Momente vor dem Schlafengehen, sondern tatsächlich den ganzen Tag – etwa, weil man im Homeoffice notgedrungen das Schlafzimmer zum Büro umfunktionieren muss.

Das Schlafzimmer wird zum Arbeitszimmer

Der Hintergrund ist pure Psychologie. Es mag unser Gehirn zwar nicht stören, wenn man einmal eine Mail aus „Burg Kissenhausen“ beantwortet. Doch wird das zur Gewohnheit, kommt irgendwann der Punkt, an dem unser Denkzentrum das Schlafzimmer automatisch mit Arbeit gleichsetzt. Das ist dann der Moment, an dem es beim Anblick der gewohnten Arbeitsumgebung nicht in den Schläfrigkeits-Modus schaltet, sondern wach bleibt – es wähnt sich ja auf der Arbeit.

Auf Kunstpflanzen umsteigen

Pflanzen in der Wohnung sind etwas Herrliches, denn sie geben noch jeder Innenstadtwohnung einen Hauch von Landleben und Wildlife. Doch aus dem Schlafzimmer sollte der Grüne Daumen wirklich komplett verbannt werden.
Vielleicht ist es dem einen oder anderen Leser schon mal aufgefallen, dass in Krankenhäusern die Genesungs-Blumensträuße von Freunden und Verwandten abends aus den Zimmern geholt werden. Das hat einen einfachen Grund: Tagsüber funktioniert die Photosynthese so, wie man es im Biologie-Unterricht gelernt hat. Die Pflanze nimmt also CO2 aus der Luft, um daraus zusammen mit Licht und Wasser Biomasse herzustellen – also zu wachsen.

Nachts jedoch läuft die Sache umgekehrt ab: Die Pflanze gibt CO2 und Wasser ab und verbraucht Sauerstoff. Das ist zwar selbst in einem echten Dschungel-Schlafzimmer nicht so viel, dass toxische Werte erreicht werden, aber mehr als genug, um den Sauerstoffgehalt der Luft auf Level herunterzutreiben, die schlecht für einen erholsamen Schlaf sind. Rechnet man dann noch das abgegebene Wasser hinzu, kann einmal mehr ein zu hohes Luftfeuchtigkeitslevel und somit Schimmel die Folge sein.
Wenn Pflanzen, dann sind die aus Kunstmaterialien die bessere Alternative im Schlafzimmer – die nehmen es einem auch nicht übel, wenn man beim Gieß-Rundgang mal vergisst, ins obere Stockwerk zu gehen.

Und sonst?

Man kann es sich bereits denken, aber zu den Schlafzimmer-No-Gos gehören auch noch andere Aktivitäten. Namentlich ist das wirklich alles, was einen in Kopf, Muskulatur oder Kreislauf, auch in Kombination, buchstäblich aufregt. Dazu gehören beispielsweise:
• Spannende Bücher
• „Bettsport“, sofern er direkt vor dem Einschlafen praktiziert wird
• Fernsehen
• Sich bei Schlaflosigkeit herumwälzen
• Haustiere. Diese verlieren mindestens im Bett störende Haare, können einen durch ihre Bewegungen und Geräusche aber auch direkt vom Schlafen abhalten

Tatsächlich ist es das Beste, das Schlafzimmer wirklich nur für die in seinem Namen genannte Aktivität zu nutzen. Denn praktisch alles andere sorgt wiederum dafür, dass wir aus irgendeinem Grund nicht müde werden – und damit beginnt dann der Kreislauf, der morgens damit endet, dass man immer wieder und wieder auf die Snooze-Taste des Weckers drückt. Und das ist gleichzeitig auch der letzte Punkt auf der Liste. Denn diese heißgeliebte Taste ist tatsächlich ein Schlaf-Killer, weil sie unser Gehirn in ein Zwischenstadium zwischen Schlafen und Wachen führt. Mit etwas Pech schleift sich diese Müdigkeit dann den restlichen Tag über durch – bis man dann abends eigentlich hundemüde ist, aber wieder nicht einschlafen kann.

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