Oberbürgermeister Christian Schuchardt nimmt zusammen mit Umweltreferent Wolfgang Kleiner, PD. Dr. Thomas Rötzer von der TU München und Prof. Dr. Heiko Paeth (rechts) die erste Messstation am Paradeplatz in Betrieb. Foto: Christian Weiß
Oberbürgermeister Christian Schuchardt nimmt zusammen mit Umweltreferent Wolfgang Kleiner, PD. Dr. Thomas Rötzer von der TU München und Prof. Dr. Heiko Paeth (rechts) die erste Messstation am Paradeplatz in Betrieb. Foto: Christian Weiß

Baumsensoren: Klima fassbar machen

Städte wie Würzburg zeichnen sich gegenüber ihrem Umland durch ein eigenes Klima aus. Insbesondere an heißen Tagen steigen die Temperaturen in der Stadt gegenüber den Temperaturen im Umland stark an. Dieser sogenannte „Wärmeinseleffekt“ hängt unter anderem von der baulichen Struktur, dem Versiegelungsgrad sowie dem Stadtgrün in der jeweiligen Umgebung ab.

Klima und Umwelt

Bei diesem Projekt, das vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz gefördert wird, soll in den kommenden Monaten erkundet werden, wieweit das Klima eines Standortes vom jeweiligen Baumbestand und der Bebauung der Umgebung beeinflusst wird. Es wird durchgeführt vom Lehrstuhl für Waldwachstumskunde (Koordination) sowie vom Lehrstuhl für Strategie und Management der Landschaftsentwicklung der Technischen Universität München zusammen mit der Professur für Klimatologie am Institut für Geographie und Geologie der Universität Würzburg und dem Fachbereich Umwelt- und Klimaschutz der Stadt Würzburg.

Bäume mit Sensoren

An sieben verschiedenen Standorten in Würzburg werden dazu derzeit Bäume mit Sensoren versehen. An den Standorten am Ludwigskai, am Unteren Markt, am Paradeplatz, am Rennweg, an der Zu-Rhein-Straße, an der Rottendorfer Straße sowie auf der Landesgartenschau werden dann über einen Zeitraum von drei Jahren die aktuellen Werte zum Standortklima, zum Baumwachstum und zu den Umweltleistungen der Bäume gemessen und aufbereitet.

Informationen für Bürger

An den Bäumen (Robinien und Linden) werden dazu unter anderem ein Saftflusssensor, ein Temperaturfühler sowie ein Dendrometer angebracht. Letzteres misst den Dickenzuwachs des Baumstammes. Zugleich wird auch die Bodenfeuchte über Sensoren gemessen. Mit einer Infotonne, die rund um die Bäume angebracht ist, werden die Bürgerinnen und Bürger über das Projekt informiert.

Chance für Stadtentwicklung

„Ich freue mich sehr, dass dieses Projekt in Würzburg stattfindet“, begrüßt Oberbürgermeister Christian Schuchardt die Studie. „Ich verspreche mir interessante Ergebnisse davon, die auch für die Stadt Würzburg von praktischem Nutzen unter anderem bei der Stadtplanung sein können.“ Neben dieser Chance auf konstruktive Vorschläge für die Stadtentwicklung, biete das Projekt aber auch die Chance, bei der Bevölkerung mehr Akzeptanz für Klimaschutz zu erreichen.

„Klimaschutz findet im Lokalen statt“, betont Umweltreferent Wolfgang Kleiner. Das Projekt, das vorerst auf drei Jahre angelegt ist, biete hier die Möglichkeit der Sensibilisierung der Würzburgerinnen und Würzburger. Denn über einen QR-Code vor Ort und einer Videoleinwand auf der Landesgartenschau im kommenden Jahr können die Bürgerinnen und Bürger die jeweils aktuellen Werte live verfolgen und machen so das Klima fassbar.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Stadt Würzburg.

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