Die Eichhornstraße in Würzburg . Foto: Pascal Höfig
Die Eichhornstraße in Würzburg . Foto: Pascal Höfig

Würzburger gegen Ladenöffnung an Heiligabend

Nachdem der 24. Dezember in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt, wird aktuell heftig über das Thema Ladenöffnung an Heiligabend diskutiert. Auch in Bayern dürfen Blumenläden, Weihnachtsbaum-Verkaufsstellen und Supermärkte für drei Stunden, von 11 bis 14 Uhr, öffnen. Eine Öffnung der Geschäfte ist natürlich keine Pflicht und bleibt den Geschäften selbst überlassen. Auf unsere Berichterstattung hin zeigte sich, dass die Würzburger eine klare Meinung zu diesem Thema haben: Fast ausschließlich wird eine Ladenöffnung an Heiligabend abgelehnt.

Keine Ladenöffnung gewollt

Die meisten Würzburger begründen ihre Abneigung gegenüber einer Ladenöffnung damit, dass man es durchaus schaffen kann, sich bis einschließlich 23. Dezember mit Lebensmitteln und Geschenken einzudecken. „Ich bin strikt dagegen!!! Reicht es nicht, dass der Einzelhandel auch am Samstag bis 20 Uhr geöffnet hat? Und wer bis 23.12. noch keine Geschenke besorgt hat, soll es bleiben lassen.. Ist ja nicht so, dass Weihnachten plötzlich ohne zu wissen vor der Tür steht!!!!!“, schreibt zum Beispiel Facebook-Userin Sabrina. 

Würzburger Innenstadt. Symbolfoto: Pascal Höfig

Würzburger Innenstadt. Symbolfoto: Pascal Höfig

Neben dem Aspekt, dass die Feiertage nicht überraschend kommen und genug Zeit ist, seine Einkäufe zu erledigen, sollten die Leute diesen Tag, laut vieler Kommentare, natürlich bei ihren Familien verbringen. Silvia kommentiert beispielsweise: „Auf keinen Fall ! All diejenigen, die im Einzelhandel arbeiten, haben es mehr als verdient, mal einen solchen Glücksfall erleben zu dürfen und bei ihren Familien sein zu können.“ Zum Teil wird in Würzburg sogar zum Boykott aufgerufen. Michaela meint: „Lidl, DM und noch einige andere sind tatsächlich am überlegen ob sie die Geschäfte öffnen. Man sollte es boykottieren!“

Vereinzelt für Ladenöffnung

Auch wenn sich ein Großteil der Würzburger gegen eine Ladenöffnung am 24. Dezember ausspricht, fanden sich auch positive Stimmen, die sich auf die Öffnungszeiten in anderen Ländern berufen oder mit anderen Berufsgruppen vergleichen, die ebenfalls an Heiligabend arbeiten müssen. „Selbstverständlich soll geöffnet sein. Man benötigt immer noch etwas für’s Weihnachtsfest. Schließlich wären 3 Tage einkaufsfrei! Und dieses Jahr kann man doch mal eine Ausnahme machen! Schließlich arbeiten noch viel mehr Berufsgruppen an Sonn – und Feiertagen! Z.B. im Gesundheitswesen. Oder Seniorenpflege, usw“, schreibt zum Beispiel Userin Ruth.

Kein geöffnetes Würzburger Geschäft bekannt

Viele Lebensmittelläden in Würzburg werden trotz der dreistündigen Erlaubnis auf eine Öffnung verzichten. Die Ketten Aldi, Rewe und Penny erklärten laut Medienberichten bereits, dass sie am 24. Dezember nicht öffnen werden. Auch die Gewerkschaft Verdi sieht eine Ladenöffnung als überflüssig und ruft sogar zum Einkaufsverzicht bei den Verbrauchern auf. Laut des Stadtmarketings „Würzburg macht Spaß“ ist auch noch kein Würzburger Geschäft bekannt, das am Hl. Abend geöffnet sein wird.

Stadtmarketing und Kirche dagegen

Das Stadtmarketing „Würzburg macht Spaß“ e.V. hält  „die gegenwärtige Diskussion und die damit verbundene Aufregung um die theoretische Möglichkeit, ein Geschäft am Hl. Abend verkaufsoffen zu halten, für polemisch überzogen“. Da das Ladenschlussgesetz nur wenige und sehr begrenzte Ausnahmen zulässt, wenn der 24.12. wie in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt (max. 3 Stunden, max. bis 14 Uhr etc.), sieht Wolfgang Weier, Geschäftsführer Stadtmarketing „Würzburg macht Spaß“ e.V., die vielseitige Aufregung um einen allgemeinen verkaufsoffenen Sonntag an Heiligabend für weitgehend überflüssig.

„Ich persönlich bin der Meinung, daß sowohl die meisten Würzburger Geschäftsinhaber wie auch Ihre Mitarbeiter sehr glücklich sind, daß der Festtag diesmal auf einen Sonntag fällt und sie in diesem Jahr den ganzen Tag gemeinsam mit Ihren Familien verbringen können“, so Weier. Auch das Bistum Würzburg stellt sich klar gegen eine Öffnung an Heiligabend und bedankt sich bei den Einzelhändlern, die ihre Geschäfte in diesem Jahr am 24. Dezember geschlossen halten.

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