"Zeit für Populismus?" - Das ist Thema einer Leseaktion der Uni Würzburg. Foto: Lena Köster
"Zeit für Populismus?" - Das ist Thema einer Leseaktion der Uni Würzburg. Foto: Lena Köster

Podiumsdiskussion zum Thema Populismus

Was ist Populismus und woran erkennt man Populisten? Welche Gefahren lauern hinter populistischen Inszenierungen und wie soll oder kann man sich gegenüber Populisten verhalten? Diese und weitere Fragen werden im Rahmen einer Podiumsdiskussion unter dem Titel „Zeit für Populismus? Würzburg hinterfragt populistische Inszenierungen“ diskutiert, die am Montag, den 30. Oktober 2017, um 19 Uhr im Audimax der Julius-Maximilians-Universität Würzburg stattfindet (Neue Universität, Sanderring 2).

Interessante Gäste

Als Gäste auf dem Podium konnten der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Jan-Werner Müller (Princeton University/USA), die Sprachwissenschaftlerin Dr. Derya Gür-Seker (Universität Duisburg-Essen), der SPD-Landtagsabgeordnete und ehemalige Würzburger Oberbürgermeister Georg Rosenthal und die mehrfach ausgezeichnete österreichische Journalistin und Publizistin Nina Horaczek gewonnen werden. Vera Cornette vom Bayerischen Rundfunk moderiert die Veranstaltung. Der Eintritt ist frei, die Veranstaltung öffentlich.

Debatten nach Wahl

Die Ergebnisse zur Bundestagswahl 2017 am 24. September haben gezeigt, dass ein tiefer Riss durch die deutsche Gesellschaft geht. Das hohe Ergebnis der Alternative für Deutschland (AfD), die deutschlandweit 12,6% der Stimmen gewann, hat dabei für weitreichende Debatten gesorgt. Bereits im Wahlkampf und noch einmal mehr seit der Bundestagswahl am 24. September wurde und wird vor Populismus als große Gefahr für die Demokratie gewarnt, Politiker verschiedener Parteien als „Populist“ oder „Populistin“ gebrandmarkt.

Diskussionsforum

Für die einen ist ein populistischer Politikstil angstbesetzt, für andere dagegen Ausdruck von Volksnähe. Das Audimax in der Neuen Universität am Sanderring soll als Diskussionsforum für die Auseinandersetzung über diese drängenden Fragen dienen.

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Dabei geht es nicht darum, Andersdenkende zu denunzieren. Vielmehr möchten die Initiatoren der Aktion dazu beitragen, die Diskurs- und Inszenierungsstrategien von Populisten aufzuzeigen und das Publikum für potentiell gefährdende populistische Positionen zu sensibilisieren.

Essay von Werner Müller

Vier Expertinnen und Experten aus den gesellschaftlichen Bereichen Wissenschaft, Journalismus und Politik werden auf dem Podium diskutieren und ihre spezifische Sichtweise auf das Phänomen Populismus einbringen. In seinem Essay ‚Was ist Populismus?‘ untersucht der Politikwissenschaftler Jan-Werner Müller, der seit 2005 politische Theorie und Ideengeschichte an der Princeton University in den USA lehrt, eben jenes Phänomen. Der Essay bietet einen niedrigschwelligen Einstieg ins Thema, bietet griffige Definitionen und Beispiele und wurde in nahezu allen großen Tageszeitungen positiv rezensiert.

"Was ist Populismus?" - Essay von Werner Müller. Foto: Pascal Höfig

„Was ist Populismus?“ – Essay von Werner Müller. Foto: Pascal Höfig

Zu den Podiumsgästen zählt ferner Dr. Derya Gür-Seker. Die Sprachwissenschaftlerin untersucht an der Universität Duisburg-Essen die Rhetorik und Sprache von Rechtspopulisten in Deutschland und den Niederlanden, ein Schwerpunkt liegt dabei auf den Inszenierungen auf YouTube und Facebook.

Rosenthal und Horaczek

Der SPD-Landtagsabgeordnete und Würzburger Oberbürgermeister a.D. Georg Rosenthal kennt das Phänomen Populismus sowohl aus seiner Arbeit als Leiter der politischen Bildungsstätte Akademie Frankenwarte als auch aus der aktiven Politik. Der vierte Podiumsgast, die Journalistin und Publizistin Nina Horaczek, ist einschlägige Expertin der (rechts-)populistischen politischen Szene Österreichs und schreibt seit Jahren gegen die argumentative Verflachung im demokratischen Diskurs an – und gibt in ihren Publikationen ganz praktische Tipps für Bürger, populistischen Äußerungen konstruktiv zu begegnen.

„Zeit für Populismus? Würzburg hinterfragt populistische Inszenierungen“ ist ein Projekt der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und wird vom Deutschen Stifterverband und der Klaus-Tschira-Stiftung finanziell gefördert.

Gastbeitrag von Dr. Julien Bobineau.

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