Gelände der Universität am Hubland – Foto: Dominik Ziegler
Gelände der Universität am Hubland – Foto: Dominik Ziegler

Uni-Professorin attackiert Studentin aufgrund von Kopftuch

Hat eine Professorin in Würzburg während einer Einführungsveranstaltung zum Basismodul „Internationale Beziehungen“ eine Studentin aufgrund ihres Kopftuchs diskriminiert? Das behauptet zumindest die Grüne Jugend. Hinweise der Studierenden auf Religionsfreiheit soll die Professorin mit der Erklärung abgetan haben, dass eine solche in der Gesellschaft herrschen kann, nicht aber in der Wissenschaft. Daraufhin soll aus Protest über dieses Verhalten ein Großteil der Studierenden die Vorlesung der Professorin verlassen haben.

Kopftücher tragen sei respektlos

Statt die Inhalte ihrer Vorlesung zu präsentieren hätte Prof. Dr. Gisela Müller-Brandeck-Bocquet, Inhaberin der Professur für Europaforschung und Internationale Beziehungen sowie geschäftsführender Vorstand des Instituts für Politikwissenschaft und Soziologie an der Universität Würzburg, über die Respektlosigkeit jeglicher Art von Kopfbedeckung in Vorlesungssälen debattiert und dabei auf eine einzelne Studentin gezeigt, die aufgrund ihrer Religion ihre Kopfbedeckung nicht entfernen wolle. Dabei sei die Professorin laut der Grünen Jugend der Meinung, dass selbst Kopftücher aus religiösen Gründen respektlos seien und vom Inhalt der Vorlesung ablenken.

Grüne Jugend: Nicht tragbare Diskriminierung

Magdalena Bachinger, Beisitzerin im Vorstand der Grünen Jugend Würzburg, erklärt dazu: „Wir empfinden das Verhalten der Professorin als öffentliche Demütigung. Das Kopftuch ist Teil einer individuellen Religionsausübung. Dieses zu verbieten ist diskriminierend, abwertend und verstößt sowohl gegen die in Deutschland festgelegte Religionsfreiheit, das Grundgesetz als auch das Selbstbestimmungsrecht von Frauen. Respektlos und ablenkend ist die Unterbrechung einer Vorlesung, um diese Rechte zu unterbinden. Die Aufforderung, das Kopftuch während der Vorlesung abzunehmen ist an einer öffentlichen Einrichtung, die tolerant, weltoffen und diskriminierungsfrei sein sollte, nicht tragbar.“

Statement der Professorin

Wir haben auch bei Prof. Dr. Müller-Brandeck-Bocquet nachgefragt und diese mit den Vorwürfen der Grünen Jugend konfrontiert. Nachdem wir die Würzburger Professorin noch nicht telefonisch erreichen konnten, warten wir aktuell auf ein Statement zum Sachverhalt.

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