Agentur für Arbeit Würzburg. Foto: Pascal Höfig
Agentur für Arbeit Würzburg. Foto: Pascal Höfig

Mehr aus dem Minijob machen!

Gleiche Rechte wie andere Beschäftigte

In Deutschland arbeiten rund 7,4 Millionen Menschen in einem Minijob – zwei Drittel davon sind Frauen. Sie verdienen maximal 450 Euro im Monat und sind in den meisten Fällen nicht sozialversichert. Zur oft fehlenden Absicherung bei Krankheit, Arbeitslosigkeit und im Alter kommt hinzu, dass viele Minijobbende aus Unkenntnis Nachteile in ihrem Arbeitsverhältnis in Kauf nehmen: Häufig wissen Arbeitgeber und Beschäftigte nicht, dass Minijobbende beispielsweise den gleichen Anspruch auf den Mindestlohn, bezahlten Urlaub oder geregelte Arbeitszeiten haben, wie andere Beschäftigte auch.

Gute Voraussetzungen

„Die Voraussetzungen, um aus einem Minijob mehr zu machen, sind derzeit besser denn je“, sagt Barbara Brückner, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt in der Agentur für Arbeit Würzburg. „ Der demografische Wandel, die anhaltend hohe Arbeitskräftenachfrage und der spürbare Fachkräftebedarf der Unternehmen bietet beste Voraussetzungen, um in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis ein auskömmliches Einkommen zu haben. Die Betriebe gewinnen dadurch engagierte, zuverlässige und eingearbeitete Fachkräfte“, so Brückner weiter.

Ausstellung „Minijob? Da geht noch mehr!“

Die Agentur für Arbeit Würzburg will mit der Ausstellung „Minijob? Da geht noch mehr!“ umfassend informieren – einerseits über die rechtliche Situation im Minijob und andererseits über die tatsächlichen Kosten von Minijobs für Unternehmen. Zugleich soll die Ausstellung den Dialog mit Beschäftigten und Arbeitgebern vertiefen, um gemeinsam Wege in die existenzsichernde Beschäftigung zu finden.

Fehlannahmen

Obwohl Minijobs weit verbreitet sind, halten sich viele Fehlannahmen über die 450-Euro-Stellen. So gaben zum Beispiel 2013 bei einer Umfrage 52 Prozent der Personalverantwortlichen an, im Minijob existiere kein Kündigungsschutz. Doch das ist falsch. Für Minijobberinnen und Minijobber gelten die gleichen Rechte wie für andere Beschäftigte auch.

Plakatkampagne gibt überraschende Antworten

Die zehn Plakate der Minijob-Kampagne stellen jeweils eine Frage zum Thema Minijob. Die Antwort, die sie darauf geben, wird sicherlich so manchen Leser und so manche Leserin erstaunen. Zwei Beispiele:

  • Ist ein Minijob ein guter Wiedereinstieg nach der Familienphase? – Nein! Zwei Drittel der Frauen, die mit einem Minijob wieder einsteigen, bleiben darin hängen.
  • Rechnen sich Minijobs für ein Unternehmen? – Nein! Wenn das Arbeitsrecht eingehalten wird, sind Minijobs teurer als Teil- und Vollzeitjobs.

Seminar der Deutschen Rentenversicherung

Begleitend zur Ausstellung bietet die Deutsche Rentenversicherung das Seminar “Frauen und Rente“ an. Die Rentenberaterin Stefanie Schäfer informiert über die Themen Kindererziehungszeiten, Pflegetätigkeiten, Minijob und Versorgungsausgleich bei einer Ehescheidung.

Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 26. Oktober, von 10 bis 11.30 Uhr im Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit, Schießhausstr. 9 statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Minijobausstellung kann vom 23. bis zum 27. Oktober zu den üblichen Öffnungszeiten im Berufsinformationszentrum besucht werden.

Der Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Agentur für Arbeit Würzburg.

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