Der Operationsroboter „da Vinci Xi“. Foto: Andrey Svistunov / Uniklinikum Würzburg
Der Operationsroboter „da Vinci Xi“. Foto: Andrey Svistunov / Uniklinikum Würzburg

Uniklinik Würzburg: Neuer Roboter assistiert bei Operationen

Uniklinikum kauft Roboter für 2 Millionen 

Das „da Vinci Xi“ gilt als das derzeit fortschrittlichste auf dem Markt verfügbare Operationsroboter-System. Seit Juni dieses Jahres ist eines dieser über zwei Millionen Euro teuren Hochtechnologie-Geräte im Zentral-Operationssaal des Zentrums für Operative Medizin (ZOM) des Uniklinikums Würzburg (UKW) im Einsatz.

Umfassende Beweglichkeit stellt Mensch nach

„Das System kombiniert die Vorteile der minimal-invasiven Chirurgie mit einer hochaufgelösten, dreidimensionalen Visualisierung. Besonderes Augenmerk wurde bei der aktuellen Generation der langjährig bewährten ‚da Vinci‘-Gerätereihe auf eine noch umfassendere Beweglichkeit der Operationsinstrumente gelegt“, erläutert Prof. Dr. Hubert Kübler, der Direktor der Urologischen Klinik des UKW. Er gilt als erfahrener Anwender roboterassistierter Chirurgiesysteme.

Roboter positioniert Mensch

Ein wesentlicher Effekt dieser Beweglichkeit: Bei der Operation können die nur durch kleine Schnitte in den Körper eingeführten Instrumente ein deutlich größeres Areal erreichen, ohne – wie bei den Vorgängermodellen – den Roboter aufwändig „abzudocken“ und um den Patienten herumzufahren oder den Kranken in eine komplizierte Lagerungsposition bringen zu müssen.

Wie funktioniert das Ganze?

Durch Bewegungsübertragung von der Konsole ins Operationsgebiet. Im Gegensatz zu konventionellen laparoskopischen Operationen, bei denen der Operateur am Patienten steht und teilweise ausladende Bewegungen in ungünstigen Haltungen vollziehen muss, sitzt der ausführende Arzt beim „da Vinci“-System an einer dem OP-Tisch benachbarten Konsole und arbeitet mit Joysticks.

Der Operationsroboter „da Vinci Xi“. Foto: Andrey Svistunov / Uniklinikum Würzburg

Der Operationsroboter „da Vinci Xi“. Foto: Andrey Svistunov / Uniklinikum Würzburg

Mit diesen werden die Fingerbewegungen an die Roboterinstrumente übertragen. Dabei ist ein starkes „Verfeinern“ möglich: Aus großen Handbewegungen an der Konsole werden bei Bedarf zugunsten der Präzision kleinste Instrumentenbewegungen im Operationsgebiet. Als weiteren Pluspunkt transferiert das System die Bewegungswünsche des Operateurs zitterfrei auf die Instrumente im Patienten.

Sehkraft und Beweglichkeit übertreffen Mensch

Die Beweglichkeit der an den Armen angebrachten Instrumente übertrifft die der menschlichen Hand. Und auch die Sehkraft des Arztes wird optimiert: Die Optik des Xi liefert ihm eine vergrößerte sowie im Vergleich zu seinen Vorgänger-Generationen noch schärfere und qualitativ noch hochwertigere 3D-Sicht auf das Operationsgebiet.

Kontrolle bleibt bei Operateur

Während des Eingriffs ruhen die Arme des Operateurs auf bequemen Armlehnen und auch sein Kopf wird ergonomisch gestützt. „Das fördert ein ermüdungsfreies und konzentriertes Arbeiten auch bei komplexen, mehrstündigen Operationen“, weiß Prof. Kübler zu schätzen. Der Klinikdirektor betont, dass das System keinen einzigen Operationsschritt selbstständig ausführt – also strenggenommen kein Roboter sei. Vielmehr bleibe die Kontrolle über die gesamte Anlage jederzeit in der Hand des Operateurs.

Einsatzgebiet: Prostatabehandlungen 

Zum Einsatz kommt das „da Vinci Xi“-System am UKW beispielsweise zur Prostatektomie bei Prostatakrebs. „Die mit dem Roboter mögliche Präzision führt hier zu noch besseren Ergebnissen, was das Erhalten der Kontinenz und der Potenz eines Patienten angeht. Außerdem sind eine schnellere postoperative Mobilisierung und ein kürzerer stationärer Aufenthalt möglich“, zählt Prof. Kübler einige der Vorteile auf.

Weitere Anwendungsfelder sind die Harnblasenentfernung bei Blasenkrebs, die Nierentumorentfernung sowie rekonstruktive Operationen an Harnblase und Harnleiter.

Der Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Universitätsklinikum Würzburg. 

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