Symbolfoto Unfallflucht. Foto: Pascal Höfig
Symbolfoto Unfallflucht. Foto: Pascal Höfig

Auto zerkratzt: Was kann man tun?

Vandalismus in Würzburg

In den vergangenen Tagen wurden im Kreis von Würzburg jede Menge Fahrzeuge mutwillig durch Vandalismus beschädigt. Die Zahl steigt weiter und gemäß der Polizei schlagen die Täter vor allem in der Nacht zu. Teilweise sind sogar mehrere Straßenzüge betroffen, sodass sich viele Anwohner am nächsten Morgen ärgern mussten. Doch was kann man eigentlich tun, wenn das eigene Auto auf diese Weise an Wert verliert und wie muss man sich allgemein verhalten?

Zahl der zerkratzen Autos in Würzburg nimmt bedenkliche Ausmaße an

Es ist eines der größten Ärgernisse, das im Zusammenhang mit dem Besitz eines Autos auftreten kann. Die Rede ist von einem mutwillig zerkratzten Lack, egal ob nur eine kleine Stelle oder gleich eine komplette Fahrzeugseite mit einem spitzen Gegenstand malträtiert worden ist. Das ist vor allem vor dem Hintergrund traurig, dass Autos in der Regel sehr teure Anschaffungen sind und sich manche ein solches ohnehin nur über eine Finanzierung leisten können. Nimmt der Pkw dann Schaden, ohne dass er überhaupt vollständig abbezahlt ist, geraten zu Recht die Besitzer in Rage. In Unterfranken ist die Serie inzwischen beinahe filmreif, wenn das Ganze nicht so tragisch wäre:

  • 350 Autos, die betroffen sind
  • ca. 350.000 Euro an reinem Sachschaden

Die Polizei ist deshalb im Raum Würzburg verstärkt auf der Suche nach Hinweisen und dabei auch auf die Unterstützung durch die Bevölkerung angewiesen. Die Täter sind letztlich aber nicht nur in Würzburg selbst aktiv gewesen, sondern beispielsweise auch in Zellingen und Margetshöchheim. Mittlerweile haben sie jedoch auch die andere Seite des Mains für ihre Streifzüge genutzt und so etwa in Thüngersheim weitere parkende Autos beschädigt.

Täter schlagen vor allem auf der Seite der Gehwege in Würzburg zu

Markant ist, dass der oder die Täter im Landkreis Würzburg bei der Beschädigung der Fahrzeuge mit der Gehwegseite beginnen. Dabei kommt es infolge des Ansetzens eines spitzen Gegenstandes zu den auffälligen Kratzern auf Kotflügeln und Türen. Enrico Ball, seines Zeichens Sprecher des Polizeipräsidiums Unterfranken, erläutert:

„Vom Spurenbild gehen wir davon aus, dass der Täter an der Gehwegseite anfängt, mit dem Kotflügel, dann über eine oder beide Türen geht und dann den hinteren Kotflügel noch mit verkratzt.“

Ball erklärt, dass unter den vielen Autos, die inzwischen beschädigt worden sind, allerdings auch solche zu finden sind, bei denen nicht nur die linke, sondern auch die rechte Seite erfasst wurden. Somit sind bei manchen Fahrzeugen alle vier Seiten beschädigt, was im Hinblick auf die Kreation eines Täterprofils permanent neue Fragen aufwirft. Zeugenhinweise sind nach jetzigem Stand der Dinge noch keine vorhanden, sodass die Suche nach den Tätern wenig erfolgversprechend verläuft. Die Polizei will deshalb künftig Befragungen von Anwohnern durchführen und ruft des Weiteren zu einer erhöhten Wachsamkeit unter den Einwohnern auf:

  1. Fremde Personen im Ort sollten näher betrachtet werden
  2. Ortsfremde Fahrzeuge sind ebenso von erhöhtem Interesse
  3. Die Polizei kann jederzeit unter der bekannten Nummer erreicht werden

Bei einem zerkratzten Auto kann eine Vollkaskoversicherung helfen

Unstreitig ist, dass sich nicht nur jeder Besitzer eines Autos im Landkreis Würzburg bestmöglich gegen Vandalismus schützen möchte, sondern bestenfalls auch darüber aufgeklärt ist, was er im Falle eines zerkratzten Autos zu tun hat. Zum einen ist es so, dass man mit einer Vollkaskoversicherung dem entstehenden Schaden durch Vandalismus effektiv entgegenwirken kann. Im Gegensatz zu einer Teilkaskoversicherung sind hierbei nämlich weitaus mehr Szenarien erfasst, die zu einem Schaden an dem eigenen Auto führen. Deshalb sind Vollkaskoversicherungen im direkten Vergleich mitunter mehr als dreimal so teuer:

Art

Umfang

Teilkasko

Feuer, Diebstahl, Glasbruch, Kurzschluss u.v.m.

Vollkasko

Zusätzlich Vandalismus, Fahrerflucht und auch selbstverschuldete Unfälle

Aufgrund dessen werden häufiger Teilkaskoversicherungen bevorzugt, wobei die Besitzer im Falle von mutwillig zerkratzten Lackoberflächen dann das Nachsehen haben. Müssen diese aus eigener Tasche bezahlt werden, können schnell vierstellige Beträge fällig werden. So oder so sollten Betroffene bei der Polizei Anzeige gegen unbekannt wegen Sachbeschädigung erstatten. Unabhängig davon, dass diese Anzeigen öfter im Sande verlaufen, kommen sie wieder zum Tragen, wenn der oder die Serientäter erfolgreich ermittelt werden können.

Reparatur erfolgt entweder per flächiger Lackierung oder Smart Repair

Wenn es um die Frage geht, wie mit dem entstandenen Schaden umgegangen werden soll, so kommt es auf den Umfang der jeweiligen Beschädigung an. Kleinere Kratzer können gegebenenfalls noch durch die Smart Repair oder die sogenannte Beilackierung beseitigt werden. Das ist allerdings bei großflächigen Spuren über die komplette Seite schon nicht mehr möglich. Müssen hier sämtliche Bauteile komplett lackiert werden, ist das Ganze zudem aufwendiger und teurer. Besser fährt man damit, es erst gar nicht zu einer Beschädigung kommen zu lassen, wofür Autobesitzern diverse Möglichkeiten zur Verfügung stehen:

  1. Parken des Autos in einer Garage
  2. Unterstellung in einem Carport
  3. Parken auf der Auffahrt
  4. Parken in gut beleuchteten Gegenden
  5. Überwachung des Hauses mit einer Kamera

Unbestreitbar am sichersten ist die Variante, das eigene Auto in der Garage unterzubringen, denn hier ist es vor mutwilligen Kratzern am besten geschützt. Verfügt man hingegen nur über einen Carport oder eine Auffahrt, kann aber auch dies dazu beitragen, dass Täter an dem Auto vorbeigehen. Wer zudem in gut beleuchteten Gegenden und nicht in dunklen Seitengassen parkt oder sein Auto in der Nähe des, mit einer Kamera bewachten, Hauses abstellt, erschwert den Tätern erheblich ihr kriminelles Handeln.

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