Omnibusse in Würzburg. Symbolfoto: Pascal Höfig
Omnibusse in Würzburg. Symbolfoto: Pascal Höfig

Kostenfrei zur Berufsschule und vergünstigt zum Arbeitsplatz

Landkreis Würzburg plant Entlastung der Auszubildenden

Auf dem Weg zur Arbeit nutzen viele Auszubildenden den ÖPNV. Wenn jedoch der Ausbildungsbetrieb und die Berufsschule nicht in einer Gemeinde liegen, wie es bei den meisten Azubis der Fall ist, kann die normale Zeitkarte für Schüler und Azubis des Verkehrsverbundes VVM nicht für beide Wege genutzt werden. Es müssen zusätzlich Fahrscheine gelöst werden, was zu einer Doppelbelastung führt.

Wirtschaftsstandort stärken

„Aus diesem Grund wollen wir Auszubildende, die bei einem Unternehmen im Landkreis Würzburg ihre Ausbildung machen, deutlichen entlasten“, so Prof. Dr. Alexander Schraml, Vorstand des Kommunalunternehmens des Landkreises Würzburg (KU), das für den ÖPNV im Landkreis Würzburg zuständig ist. „Deshalb haben wir uns mit der Industrie- und Handelskammer Würzburg-Schweinfurt (IHK) und der Handwerkskammer für Unterfranken zusammengesetzt und Ideen erarbeitet, wie wir den Wirtschaftsstandort stärken können.“

Umweltfreundliche Mobilität

Bereits heute können Unternehmen mit dem APG-Firmenabo die umweltfreundliche Mobilität ihrer Mitarbeiter fördern. Mindestens 20 Prozent sparen Mitarbeiter als Firmenabonutzer auf ihrem Weg zur Arbeit, weil der Landkreis Würzburg einen Preisvorteil von 10 Prozent auf das VVM-Premium-Abo persönlich gewährt, wenn sich der Arbeitgeber ebenfalls mit mindestens 10 Prozent beteiligt. Zukünftig wird dieses APG-Firmenabo explizit auf Auszubildende erweitert.

20 Prozent Rabatt

Nach dem Prinzip „10 Prozent Landkreis, 10 Prozent Ausbildungsbetrieb“ erhalten Azubis insgesamt 20 Prozent Rabatt auf die Zeitkarte für Schüler und Auszubildende des VVM. Als weiteres Plus trägt der Landkreis Würzburg dann auch die Kosten zur Berufsschule, wenn diese nicht mit der Ausbildungskarte erreicht werden kann und der Weg zur Berufsschule länger als 3 km ist.

Attraktivität der Ausbildung steigern

Frau Haupt-Kreutzer, stellvertretende Landrätin des Landkreises Würzburg, zeigte sich zufrieden: „Eine Entlastung der Auszubildenden steigert nicht nur die Attraktivität der Ausbildung und der ÖPNV-Nutzung, sondern stärkt auch den Unternehmensstandort Landkreis Würzburg ganz wesentlich.“

Garantierte und günstige Mobilität

Das bekräftigt auch Walter Heußlein, Präsident der Handwerkskammer für Unterfranken: „Viele junge Menschen sind selbst noch nicht mobil. Im Berufsorientierungsprozess spielt daher die garantierte und günstige öffentliche Mobilität eine wichtige Rolle. Wir freuen uns, dass nun im öffentlichen Nahverkehr des Landkreises Würzburg ein Mosaikstück mit Vorbildfunktion für ganz Unterfranken umgesetzt wird.“

Viele Ausbildungsstellen unbesetzt

„Viele Betriebe können ihre ausgeschriebenen Ausbildungsstellen nicht mehr besetzen. Das liegt zum einen daran, dass Jugendliche heute vermehrt studieren wollen, zum anderen spielt die eingeschränkte Mobilität potenzieller Azubis eine große Rolle.“ betont Max-Martin W. Deinhard, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg-Schweinfurt. „Das neue Azubi-Ticket des Landkreises Würzburg hilft dabei, Betriebe und Auszubildende zusammenzubringen und leistet so einen Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Region.“ so Deinhard weiter.

ÖPNV-Informationstage

Geplant sind im Herbst außerdem ÖPNV-Informationstage für Betriebe im Landkreis Würzburg, um allgemein über das ÖPNV-Angebot im Landkreis Würzburg und ganz speziell über das APG-Firmenabo zu berichten.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Nahverkehr Würzburg-Mainfranken GmbH.

- ANZEIGE -

Kommentare zum Artikel

Kommentare zum Artikel

AUCH INTERESSANT