Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Würzburg-Schweinfurt. Foto: Pascal Höfig
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Würzburg-Schweinfurt. Foto: Pascal Höfig

Beste Chancen für eine Ausbildung in Mainfranken

Weiterhin viele Ausbildungsplätze frei

Zum Beginn des Ausbildungsjahres 2017/2018 zieht die IHK Würzburg-Schweinfurt Bilanz: Während immer mehr Schulabgänger ein Studium an einer Universität oder Fachhochschule anfangen, bleiben in Mainfranken wie in den Vorjahren viele Ausbildungsstellen unbesetzt.

Tausende Ausbildungsplätze nicht besetzt

Bayernweit können zum Ausbildungsstart 2017 erneut mehrere tausend Ausbildungsplätze nicht besetzt werden. Dieser Trend zeigt sich auch in der Ausbildungsstatistik der mainfränkischen IHK. Mit insgesamt 3.367 neuen Ausbildungsverträgen zum 1. September 2017 hat die IHK Würzburg-Schweinfurt 1,2 Prozent weniger abgeschlossene Ausbildungsverträge als im Vorjahreszeitraum registriert.

Große Herausforderung für die mainfränkischen Betriebe

„Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt ist und bleibt eine große Herausforderung für die mainfränkischen Betriebe.“ kommentiert Max-Martin W. Deinhard, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer, die aktuelle Lage. Für Bewerber, die bislang noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, bieten sich wiederum beste Chancen. So sind zum Beispiel in der IHK-Lehrstellenbörse in Mainfranken noch immer rund 240 Lehrstellen unbesetzt. „Ich kann alle Jugendlichen, die sich noch unsicher sind, ob sie dieses Jahr eine Ausbildung beginnen sollen, nur ermutigen, sich zu bewerben. Der 1. September ist kein starres Enddatum. Bewerbungen sind auch danach noch möglich und Ausbildungsstellen
können bis zum Jahresende angetreten werden.“, ergänzt Deinhard.

Unterschiedliche Entwicklung zwischen Branchen und Berufen

Rückgänge bei den Neueintragungen zeigen sich wie in den Vorjahren vor allem im Hotel- und Gaststättenbereich (-23,0 Prozent, 63 Verträge), bei den Bankkaufleuten (-21,1 Prozent, 27 Verträge) sowie im Verkehrs- und Transportgewerbe (-9,0 Prozent, 13 Verträge). Selbst bei den am stärksten ausgebildeten Berufen wie Verkäufern (-24,3 Prozent, 76 Verträge) und Industriemechanikern (-6,3 Prozent, 17 Verträge) ist die Zahl der neu registrierten Verträge zurückgegangen. Gegen den Trend zulegen konnte die Berufsgruppe der Zerspanungsmechaniker (+15,0 Prozent, 15 Verträge).

TOP 5 der am meisten ausgebildeten IHK-Berufe in Mainfranken

  1. Kaufmann/-frau im Einzelhandel (294 Verträge)
  2. Industriemechaniker/-in (254 Verträge)
  3. Kaufmann/-frau für Büromanagement (251 Verträge)
  4. Verkäufer/-in (237 Verträge)
  5. Industriekaufmann/-frau (200 Verträge)

Die Rangliste der am meisten ausgebildeten Berufe hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert. Die hohe Nachfrage nach bestimmten Berufsbildern führt dazu, dass sich mittlerweile drei Viertel aller IHK-Auszubildenden auf rund 20 Berufe konzentrieren. Die regionalen Unternehmen bilden jedoch in rund 160 Berufen aus und der Bedarf ist groß. Die IHK wirbt daher bei den Jugendlichen dafür, die Vielfalt der Möglichkeiten zu nutzen.

Vielfalt und Karrierechancen mit einer dualen Ausbildung

„Eine Duale Ausbildung in Kombination mit einer Weiterbildung ist eine gleichwertige Alternative zum Studium und bietet viele Möglichkeiten. Wer heute einen IHK-Beruf lernt, dem stehen im Anschluss viele Türen offen, sogar eine Fortsetzung der Karriere an der Hochschule ist denkbar.“, so Deinhard.

IHK-Ausbildungsscouts

Die fehlenden Auszubildenden von heute verschärfen künftige Fachkräfteengpässe. Daher informiert die IHK gezielt Jugendliche und ihre Eltern über die breit gefächerten Karrieremöglichkeiten im Dualen Ausbildungssystem zum Beispiel mit dem Projekt IHK-Ausbildungsscouts. Hier treten Auszubildende aus dem zweiten Lehrjahr als Botschafter für ihre Ausbildungsberufe in Mittelschulen, Realschulen und Gymnasien auf. Ziel ist es, die Berufe und Karrieremöglichkeiten „auf Augenhöhe“ bekannter zu
machen. Auch eine gemeinsame Kampagne „Elternstolz“ der bayerischen IHKs, Handwerkskammern und des Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie bewirbt die Vorteile einer „Karriere mit Lehre“

Flüchtlinge suchen Ausbildungsplätze

Viele Flüchtlinge haben mittlerweile die beruflichen Integrationsklassen an den Berufsschulen durchlaufen und suchen nach einem Ausbildungsplatz. Die IHK Würzburg-Schweinfurt berät und unterstützt Firmen bei den komplexen rechtlichen Fragen rund um das Thema Praktikum, Beschäftigung und Ausbildung von Flüchtlingen. Darüber hinaus hat die IHK gemeinsam mit der Handwerkskammer ein regionales Unternehmensnetzwerk gegründet, welches alle regionalen Akteure regelmäßig zusammenbringt, um Informationen und Praxiswissen auszutauschen. Derzeit lernen in Mainfranken 101 Flüchtlinge einen IHK-Ausbildungsberuf – und die Zahlen steigen stetig an.

Integration durch den Arbeitsmarkt

„Qualifizierung ist dabei der Schlüssel zur Integration in Ausbildung und Arbeit.“, erklärt Max-Martin W. Deinhard, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer. „Wenn es uns gelingt, die fachlichen und sprachlichen Kompetenzen der Flüchtlinge zügig zu verbessern, können viele Betriebe und Branchen, die händeringend Fachkräfte suchen, langfristig profitieren.“, so Deinhard. Die IHK bietet vom Alphabetisierungskurs bis zur EDV-Schulung zahlreiche Qualifizierungsprogramme an, um die jungen Menschen an den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt heranzuführen.

IHK-Kompetenzcheck: check.work

Einen Beitrag zu mehr Transparenz leistet der IHK-Kompetenzcheck für Flüchtlinge „check.work“. Dieser erfasst objektiv bereits vorhandenes Fachwissen und Sprachkompetenz und kann direkt bei der IHK, den Berufsschulen, der HWK sowie den Agenturen für Arbeit und Jobcentern durchgeführt werden.

Weitere Informationen

Information: Dr. Lukas Kagerbauer, IHK, Tel. 0931 4194-361, E-Mail: lukas.kagerbauer@wuerzburg.ihk.de oder im Internet unter www.wuerzburg.ihk.de.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemeldung der IHK Würzburg-Schweinfurt. 

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