Ausschlafen im "Betreuten Wohnen". Foto: Isabella Noack
Ausschlafen im "Betreuten Wohnen". Foto: Isabella Noack

Gastbeitrag: Festival-Feeling im Sani-Zelt

Festival-Feeling

Sommerzeit ist Festivalzeit! Endlich ist es wieder so weit, ob Rock, Klassik, Metal oder HipHop – Du musst gar nicht weit in die Ferne schweifen, denn rund um unser schönes Ansbach ist für jeden Musikgeschmack etwas dabei.

Also, zusammen mit Deinen besten Freunden Zelt, Schlafsack, Gummistiefel, ausreichend Würstchen, Raviolidosen und Getränkevorrat eingepackt und los geht’s. Tagsüber (feucht-)fröhliches Lagerleben auf dem Zeltplatz und ab Nachmittag Musik pur. Bis tief in die Nacht wird getanzt, gesungen und gefeiert. Wer einmal Festivalatmosphäre geschnuppert hat, kann nicht genug davon bekommen.

Etwas außergewöhnliche Einsatzfahrzeuge. Foto: Isabella Noack

Etwas außergewöhnliche Einsatzfahrzeuge. Foto: Isabella Noack

Ehrenamtliche Helfer

Doch wie sieht’s aus, wenn Du oder einer Deiner Freunde medizinische Hilfe braucht? Keine Angst, auf all den großen und kleinen Festivals sorgt ein Heer von ehrenamtlichen Helfern dafür, dass Dir in wirklich jedem Notfall geholfen wird.

Ich habe dieses Jahr auf dem Taubertal Open Air und auf Summer Breeze etliche dieser ‚Notfälle‘ mit versorgt und wieder mal so einiges erlebt!

Die meisten unserer Patienten kamen selbstständig bzw. mit Unterstützung von Freunden ins Sani-Zelt, manche wurden von den mobilen Einsatztrupps auf der sogenannten „Handmarie“ heran gekarrt und wieder andere mussten mit dem Rettungswagen, bzw. anderen Einsatzfahrzeugen gebracht werden.

Wer nicht laufen kann, der wird gefahren. Foto: Isabella Noack

Wer nicht laufen kann, der wird gefahren. Foto: Isabella Noack

Eines vorab: Die meisten Verletzungen waren wirklich harmlos! Sonnenbrand, Insektenstiche, kleinere Wunden, Übelkeit, Schmerzen und vor allem jede Menge verstauchter Knöchel haben uns beschäftigt.

Nach kurzer Untersuchung durch einen ständig anwesenden Notarzt konnten fast alle Patienten mit Salbenverband, Pflaster, desinfizierter Wunde, Schmerzmittel oder nach Gabe einer Injektion bzw. Infusion zurück zur Veranstaltung oder auf den Zeltplatz. War eine Röntgenaufnahme erforderlich, musste eine Wunde genäht werden oder war der Patient kreislaufinstabil, wurde er ins Krankenhaus gebracht.

Für fast alle Fälle gerüstet. Foto: Isabella Noack

Für fast alle Fälle gerüstet. Foto: Isabella Noack

Verletzungen aller Art

Es gibt nichts was es nicht gibt. Von winzigen Kratzern über dick geschwollene Knöchel, schmerzende Rippen vom Pogen oder Crowdsurfing bis hin zu kleinen Verkehrsunfällen mit Mofa oder Bobbycar. Sogar ein Hund mit einer kleinen Risswunde am Ohr wurde schon von uns behandelt.

Klar wird auch reichlich Alkohol getrunken auf allen Festivals, aber gemessen an der Besucherzahl (Taubertal 15000 und Summer Breeze 45000 Besucher) war das echt kein großes Thema! Ja – so richtig nüchtern war fast keiner, aber die meisten konnten noch gut aufrecht stehen und waren ihrer Muttersprache mächtig. So Kleinigkeiten wie Ort und Datum waren manchem nicht mehr ganz klar, so dass wir z.B. in unserem Zelt bei Summer Breeze einen großen Zettel mit der Aufschrift: „Heute ist Freitag, der 18.08.2017. Sie sind in Dinkelsbühl“ ausgehängt haben.

Betreutes Wohnen

Ja, es gab sie natürlich, die echten Alkoholleichen, die über Stunden bei uns im ‚Betreuten Wohnen‘ ausgenüchtert wurden, versorgt mit einer Infusion, Wärmedecke und Kotztüte, durchgehend von uns betreut. Aber in der Regel standen die Kameraden nach einigen Stunden wieder – etwas wackelig zwar – auf den Beinen und konnten von ihren Freunden abgeholt werden.

Dankbarkeit

Ob saucooler Rocker, HipHop-Girly oder knallharter Metal-Fan, eines haben sie alle gemeinsam: eine super Stimmung und echtgemeinte, grenzenlose Dankbarkeit den Helfern gegenüber! Egal ob Du auf dem Festivalgelände unterwegs bist oder ein Patient das Sanizelt verlässt. 1000mal Danke, danke, danke!

Hunderte von ehrenamtlichen Helfern nehmen jedes Jahr einen Großteil ihres Urlaubes her, um diese tollen Veranstaltungen zu unterstützen. Egal in welchem Einsatzgebiet, ob an den Sanitätsstationen, als mobile Einsatztrupps, in den Sani-Zelten, der Organisation oder Verpflegung der Helfer.

Toll, dass es so viele Menschen gibt, die Wind und Wetter, widrigen Bedingungen, Lautstärke und Menschenmassen trotzen und sich um die Fans kümmern!

So macht helfen wirklich Spaß!

Man geht kaum ein paar Meter, ohne dass einem jemand auf die Schulter klopft und lauthals verkündet „Ey, ihr seid die Besten! Echt vielen Dank für eure Arbeit!“ Überall schlägt einem eine (Laola-) Welle der Freundlichkeit entgegen und nicht selten gibt’s ein dickes Dankeschön-Bussi.

Genau das ist es, was das Festival-Feeling im Sanidienst ausmacht: auch wenn man selbst von der Musik wenig mit bekommt – so macht helfen wirklich Spaß!!

Bis nächstes Jahr ihr Rocker, HipHopper, Metal-Fans und all ihr anderen!

Anmerkung der Redaktion

Gastbeiträge geben nicht automatisch die Meinung der Redaktion wieder. Sie sollen zur Debatte anregen  – so wie auch jeder gute Kommentar auf Facebook. Wir geben deshalb allen unseren Lesern die Chance, ihre Meinung bei uns zu veröffentlichen und diese diskutieren zu lassen. Wir freuen uns über Gastbeiträge zu allen Themen an: redaktion@wuerzburgerleben.de.

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