Grundsteinlegung des Marie-Juchacz-Haus. Foto: AWO Bezirksverband Unterfranken
Grundsteinlegung des Marie-Juchacz-Haus. Foto: AWO Bezirksverband Unterfranken

AWO Unterfranken: Wohnen im Alter 2.0

Senioreneinrichtung der Zukunft

In der Zellerau wurde am Freitag der Grundstein für eine neue Senioreneinrichtung der AWO (Arbeiterwohlfahrt) gelegt. Nach über 30 Jahren erfolgreicher Nutzung entsprach das Gebäude des Marie-Juchacz-Hauses nicht mehr den modernen baulichen Anforderungen an eine Senioreneinrichtung. Die AWO entschied sich, das Haus abzureißen und eine komplett neue Einrichtung zu bauen, die nach einem modernen Wohnkonzept funktionieren soll – in Würzburg einzigartig.

Wie daheim: In der Senioren-WG

Das neue Konzept heißt Wohngruppen- oder Wohngemeinschaftskonzept und orientiert sich an dem familiären Wohnen daheim. Die neue Einrichtung wendet sich ab von krankenhausähnlichen Strukturen. Es gibt keine Stationen mehr, sondern kleine, offen gestaltete Wohngruppen mit 12 Bewohnern.

Das Herzstück der Wohnbereiche sind gemütliche Wohnzimmer und Wohnküchen, in denen der Alltag in der Gemeinschaft stattfindet. Großküche, Speisesaal und Wäscherei gibt es nicht mehr. In den Wohnküchen wird zusammen gekocht, gewaschen und gefeiert – und jeder darf mitmachen oder nicht, und das in seinem eigenen Tempo.

Feste Bezugspersonen

So wie in der Familie haben die Senioren in den Wohngruppen feste Bezugspersonen, die sie bei den alltäglichen Dingen unterstützen und auch den Angehörigen zur Verfügung stehen. Die Pflegekräfte konzentrieren sich so nur auf die medizinische Versorgung. Wenn sich früher der Alltag der Bewohner nach dem Rhythmus der Pflege richtete, ist es heute andersrum: Die Pflegekräfte passen sich dem individuellen Tagesablauf der Senioren an.

Im Stadtteil daheim

Die moderne Senioreneinrichtung ist keine geschlossene Wohneinheit. Viel mehr versteht sich das Marie-Juchacz-Haus als Teil des Stadtteils Zellerau und möchte auch die Zellerauer in das Leben des Heims involvieren. Das funktioniert über Kooperationen mit den örtlichen Vereinen und Organisationen und durch Teilnahme des Hauses und seiner Senioren an den Festen und Veranstaltungen des Stadtteils.

Treffpunkt für die Zellerau

Das große geplante Café steht nicht nur den Bewohnern und Angehörigen zur Verfügung, sondern möchte ein Treffpunkt für die Zellerau sein. Das begünstigt auch die Lage in der Jägerstraße, mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Ehrenamtliche sind eingeladen, mit Spaziergängen, Tierbesuchen oder Lesestunden das Leben der Senioren zu bereichern. Im Café können Vereine oder Künstler Ausstellungen und Veranstaltungen organisieren.

Unter einem Dach

Neben den Wohngemeinschaften finden sich im neuen Haus auch andere Wohnformen und Angebote für Senioren: 20 Appartements für Betreutes Wohnen, eingestreute Kurzzeitpflege (damit auch die pflegenden Angehörigen mal schnaufen können), Tagespflege (Senioren kommen nur tagsüber und sind nachts und am Wochenende zu Hause), ambulante Pflege.

Dazu plant die AWO ein Quartiersbüro, in dem sich eine Person darum kümmert, dass die Einrichtung einen guten Draht in den Stadtteil hat. Außerdem soll das Café ein Inklusionsbetrieb sein, was bedeutet, dass zur Hälfte Mitarbeiter mit einem Handicap hier arbeiten werden.

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