Agentur für Arbeit Würzburg. Foto: Pascal Höfig
Agentur für Arbeit Würzburg. Foto: Pascal Höfig

Arbeitsmarktreport Juli 2017

Arbeitsmarkt im Sommermodus

Im Bereich der Agentur für Arbeit Würzburg ist die Zahl der arbeitslosen Menschen von Juni auf Juli um 20 auf 7.050 angestiegen. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 2,4 Prozent. Im Vorjahr betrug sie noch 2,7 Prozent. Die positive Stimmung in der mainfränkischen Wirtschaft kam weiterhin dem regionalen Arbeitsmarkt zugute. Saisonal bedingt war zwar ein geringfügiger Anstieg zu beobachten, allerdings fiel dieser geringer aus als in den zurückliegenden Jahren.

Im Vergleich zum vergangenen Jahr wurden außerdem fast zehn Prozent weniger Arbeitslose gezählt. Hauptursache für die leichte Zunahme war in erster Linie die vorübergehende Sucharbeitslosigkeit junger Menschen. Nach beendeter Schul- oder Berufsausbildung suchen viele der Betroffenen einen Berufseinstieg und haben sich hierfür arbeitslos gemeldet. Darüber hinaus hat das Quartalsende zu vermehrten Arbeitslosenmeldungen geführt.

Einschätzung der aktuellen Entwicklung

Kerstin Vierhock, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Würzburg: „Der lokale Arbeitsmarkt profitierte weiterhin von den günstigen Rahmenbedingungen und zeigte sich aufnahmefähig. Der geringfügige Anstieg zum Beginn der Ferien- und Urlaubszeit ist normal und entspricht dem üblichen saisonalen Ausschlag. Das gilt auch für die vermehrte Meldung von Jugendlichen zum Ende des Schul- bzw. Ausbildungsjahres. Mit der einsetzenden Herbstbelebung ist erfahrungsgemäß bei diesem Personenkreis wieder mit einer deutlichen Entspannung zu rechnen. Jugendliche, die noch eine Ausbildungsstelle suchen, sollten jetzt nochmals den Kontakt zur Berufsberatung suchen, da noch eine Vielzahl an Ausbildungsstellen unbesetzt sind. Trotz des nahenden Ausbildungsbeginns ist noch immer vieles in Bewegung. Betriebe, die ihren “Wunschkandidaten“ bisher noch nicht gefunden haben, sollten auch vermeintlich schwächeren Bewerbern eine Chance geben.“

Zu- und Abgänge halten sich die Waage

Im Juli haben sich 2.660 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Dem standen 2.630 Personen gegenüber, die ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten. Im Vorjahresvergleich haben sich damit 210 Menschen (-7 Prozent) weniger arbeitslos gemeldet und 120 (-4 Prozent) weniger abgemeldet. 980 Personen haben vor dem Eintritt in die Arbeitslosigkeit eine Erwerbstätigkeit in Form einer Ausbildung, Beschäftigung oder selbständigen Tätigkeit ausgeübt. 830 Personen wurden im Gegenzug wieder erwerbstätig.

Saisonaler Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit der unter 25-Jährigen ist aus den bereits genannten Gründen gegenüber Juni um rund ein Viertel angestiegen. In der Summe wurden 890 Betroffene gezählt. Das waren 190 (+27 Prozent) mehr als im Juni, jedoch 80 (-8 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Im Vorjahresvergleich war die Arbeitslosigkeit der anderen betrachteten Personengruppen ebenfalls rückläufig.

Die Langzeitarbeitslosigkeit reduzierte sich um 17 Prozent auf 1.560 Betroffene, die Ausländerarbeitslosigkeit um 14 Prozent auf 1.520 Personen und die der über 55-Jährigen um rund zwei Prozent auf 1.730. Bei der Gruppe der Schwerbehinderten war ein leichter Rückgang um ein Prozent auf 720 zu beobachten. Etwa jeder Vierte aller Arbeitslosen war 55 Jahre und älter, jeder Fünfte langzeitarbeitslos, jeder Achte jünger als 25 Jahre und jeder Zehnte schwerbehindert.

Stellenentwicklung

Der Bedarf an zusätzlichen Mitarbeitern bewegte sich weiterhin auf Rekordniveau. Die anhaltend stabile Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen aus dem In- und Ausland hat die Kapazitätsgrenzen zahlreicher Unternehmen inzwischen mehr als ausgereizt und vielerorts einen zusätzlichen Personalbedarf generiert. Im Juli wurden 1.450 offene sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet. Das waren rund neun Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Stellenbestand erhöhte sich in den zurückliegenden zwölf Monaten um ein Drittel auf 5.000 Stellen.

Entwicklung in den Regionen

Die „Sommerflaute“ war in allen Regionen des Agenturbezirkes spürbar. Die Arbeitslosenquote in der Stadt Würzburg blieb gegenüber dem Juni mit 3,6 Prozent (Vorjahr 4,1 Prozent) ebenso unverändert wie im Landkreis Würzburg mit 2,0 Prozent (Vorjahr 2,2 Prozent). Die Quote im Landkreis Kitzingen verringerte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 2,2 Prozent (Vorjahr 2,6 Prozent), im Landkreis Main-Spessart erhöhte sie sich um den gleichen Wert auf 1,9 Prozent (Vorjahr 2,1 Prozent).

In der Stadt Würzburg waren 2.650 Frauen und Männer arbeitslos, im Landkreis Würzburg 1.880, im Landkreis Main-Spessart 1.370 und im Landkreis Kitzingen 1.150. Im Vorjahresvergleich fiel der Rückgang im Landkreis Kitzingen mit knapp 13 Prozent am höchsten aus. In der Stadt Würzburg und dem Landkreis Würzburg verringerten sich die Bestände um jeweils zehn Prozent, im Landkreis Würzburg um sieben Prozent.

Entwicklung am Ausbildungsmarkt

Von Oktober 2016 bis Juli 2017 haben sich bei der Berufsberatung 3.730 Jugendliche als Bewerber für eine betriebliche Ausbildung vormerken lassen. Das waren 30 Bewerber mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der von den Betrieben gemeldeten Ausbildungsstellen ist um 110 Stellen auf 3.940 angewachsen. Rein rechnerisch entfielen damit auf jeden Jugendlichen 1,1 Ausbildungsstellen. Durch regionale, berufsfachliche und qualifikatorische Disparitäten gelingt ein Ausgleich jedoch nicht immer reibungslos. Mitte Juli waren 1.360 Ausbildungsstellen noch nicht besetzt. Auf der Nachfrageseite waren 830 Jugendliche bisher noch ohne konkrete Einmündung.

Entwicklung in den Rechtskreisen

In den Arbeitsagenturen Würzburg, Kitzingen und Lohr waren mit 3.940 arbeitslosen Menschen rund fünf Prozent (-220 Personen) weniger arbeitslos als vor einem Jahr. In den vier Jobcentern war ein Rückgang um 15 Prozent (-540 Personen) auf 3.110 zu beobachten.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Arbeitsagentur Würzburg.

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