Schon kurze Pausen bringen Erholung. – Foto: Pascal Höfig
Schon kurze Pausen bringen Erholung. – Foto: Pascal Höfig

Ergonomische Büromöbel zahlen sich aus – auch finanziell

Finanzielle Einbußen durch Rückenleiden vermeidbar

Immer mehr Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen fallen im Berufsleben phasenweise aus, weil sie Probleme mit dem Bewegungsapparat haben. Zusammen mit psychischen Leiden belegen die Beschwerden des Bewegungsapparats die ersten Plätze in der Statistik der Ursachen für die häufigsten und längsten Fehltage. Dabei wären insbesondere die Rückenleiden vermeidbar, wenn Büros ergonomisch eingerichtet wären.

Die Rückenschmerzen verursachen, dass täglich 70.000 Menschen insgesamt in Deutschland ihrem Arbeitsplatz fernbleiben müssen. Die Krankenkassen haben das hochgerechnet und sind zu dem Ergebnis gekommen dass auf die insgesamt 31 Millionen Beschäftigen in Deutschland im Jahr 2016 mehr als 25 Millionen Fehltage mit der Diagnose Rückenschmerzen kamen. Davon entfällt zwar ein Teil auf Beschäftigte, die in körperlich extrem anstrengenden Berufen tätig sind (Altenpflege etwa), aber die Zahlen der Büroangestellten mit Rückenleiden steigt. Vor allem dann wenn, sitzende Tätigkeiten und Stress zusammenkommen, ist das eine schlechte Mischung.

Ursachen für Rückenleiden sind vielfältig

Nicht jeder Rückenschmerz kommt von einer schlechten Sitzhaltung oder falschem Heben. Die Ursachen sind oft vielschichtig, es kommen mehrere Bedingungen zusammen. So sind zum Beispiel manche Menschen aufgrund ihrer Figur, ihres Skelettbaus oder anderer anatomischer Gegebenheiten genetisch vorbelastet. Aber auch wenig Bewegung, ungünstige Ernährung und ein überwiegend sitzend verbrachter Alltag befördern Rückenschmerzen. Mancher Rückenschmerz hat seine Ursachen in stressbedingten Verspannungen, die mit der Sitzhaltung gar nichts zu tun haben.

Regelmäßige leichte bis mittelschwere Bewegung hilft

Wer sich ausgewogen bewegt, kann dem Rückenschmerz vorbeugen. Denn eine gut ausgebildete Muskulatur, eine geübte Haltung und die damit einhergehende Körperkoordination helfen, den Rücken gesund zu erhalten. Eine gute Haltung sorgt dafür, dass die vielen Gelenke der Wirbelsäule gleichmäßig belastet werden. Ob man nun wirklich Rückenschule dafür machen muss, ob Tai Chi oder Pilates nicht auch geeignet sind, darüber muss jeder selbst entscheiden. Wichtig ist die regelmäßige Bewegung mehrmals wöchentlich. Joggen, Reiten und ähnliche Sportarten, die mit starken Erschütterungen einhergehen, sind dagegen eher ungünstig für den Rücken.

Die richtige Sitzhaltung ist ausschlaggebend

Idealerweise sitzt man so, dass die Knie bei aufgestellten Füßen (und flachen Schuhen insbesondere für die Damen) einen Winkel von 90° bilden. Die Wirbelsäule sollte im Lendenbereich auf jeden Fall, vielleicht auch auf Höhe der Schultern gestützt sein. Die Tischplatte darf nur so hoch sein, dass die Unterarme bei einem Winkel von 90° im Ellenbogen auf der Tischplatte gerade eben aufliegen können.

Der Kopf sollte ebenfalls gerade bis leicht gesenkt gehalten werden: Der Bildschirm des Computers sollte nur so hoch sein, dass der Blick bei gerade gehaltenem Kopf gerade so über den oberen Rand hinweg in die Ferne geht. Ein ergonomisch eingerichtetes Büro hat höhenverstellbare Möbel (Stühle und Tische) und eventuell sogar einen Stehschreibtisch. Außerdem reicht der Platz auch im Großraumbüro aus, um sich ausführlich zu strecken.

Steifes, ruhiges Sitzen schadet

Regelmäßige Pausen mit etwas Bewegung tun dem Rücken ebenfalls gut. Normalerweise stören die Zappelphilippe und Lümmeltanten eher beim konzentrierten Arbeiten – für den Rücken ist die ständige Bewegung und die permanente Veränderung der Sitzhaltung aber sehr gut. Denn so wird der Rücken bewegt und Verspannungen können sich nicht so leicht festsetzen. Ein kleiner Igelball, mit dem die bestrumpften Füße unter dem Schreibtisch spielen können, sowie lockere Dehn- und Streckübungen mehrmals täglich lockern ebenfalls auf. Wer von welchem Stuhl genau profitiert, führt Kaiser & Kraft in seinem Ergonomieratgeber aus.

Sinnvolle Einrichtung wird bezuschusst

Wenn die Mitarbeiter und Mitarbeiter weniger krankheitsbedingte Fehltage haben und zudem noch produktiver sind, weil sie im Büro schmerzfrei sitzen können, dann kommt das dem Unternehmen allemal zugute. Sie arbeiten schlicht effizienter und sind darüber hinaus auch motivierter. Wie genau ergonomisches Sitzen aussieht, verraten die Grafiken von Ergo-Online.

Arbeitgeber sind in Deutschland verpflichtet, bei Bedarf ergonomische Einrichtungen zur Verfügung zu stellen. Insbesondere dann, wenn es um Rehabilitationsmaßnahmen und die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt geht, bezuschussen die Rentenversicherungen oder Agentur für Arbeit sogar eine neue Büroeinrichtung, die auf die Ergonomie Rücksicht nimmt. Arbeitnehmer/-innen und Arbeitgeber werden also nicht allein gelassen.

Der Artikel entstand in Zusammenarbeit mit einem externen Autor.

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