Fußgängerzone Hofstraße – Foto: Pascal Höfig
Fußgängerzone Hofstraße – Foto: Pascal Höfig

Neue Gelehrtentafel für die Hofstraße 5

Traditionsreiche Tafeln

Die lange Tradition der Universität Würzburg im Stadtbild sichtbar machen und an berühmte Wissenschaftler erinnern, die hier gelehrt und geforscht haben: Mit diesem Ziel lässt das Universitätsarchiv Gelehrtentafeln an Häusern anbringen, in denen früher einmal bekannte Wissenschaftler gewohnt haben.

Ende dieser Woche wird in der Hofstraße 5 eine neue Gelehrtentafel angebracht. Sie weist auf den Anatomen Albert von Koelliker hin, zu dessen Person es 2017 ein Jubiläum zu melden gibt: Er wurde am 6. Juli vor 200 Jahren geboren.

Feierliche Enthüllung

Die Universität Würzburg lädt am Freitag den 28. Juli um 13:00 Uhr in die Hofstraße 5 zur feierlichen Enthüllung der Tafel. Bei dem Termin werden Universitätspräsident Alfred Forchel und Dr. Marcus Holtz, Leiter des Universitätsarchivs, dabei sein. Anwesend sind auch die Initiatoren der Aktion „Gelehrtentafeln“, die Würzburger Professoren und Alumni Horst Brunner, Walter Eykmann und August Heidland.

Albert von Koelliker in Würzburg

Zwischen der Würzburger Residenz und dem Dom, in der Hofstraße 5, lebte der bedeutende Anatom und Physiologe Albert von Koelliker (1817-1905) während seiner Zeit an der Universität Würzburg. Mit der Enthüllung seiner Gedenktafel wird einem weiteren bedeutenden Gelehrten der Universität die Ehre zuteil, „schwarz auf weiß“ im Stadtbild zu erscheinen.

Koelliker bekommt bereits die zweite Tafel gewidmet. Die erste hängt in der Theaterstraße 1, wo der Anatom ab 1848 für neun Semester wohnte. 1856 zog er in das Eckhaus gegenüber der heutigen Sparkassen-Hauptgeschäftsstelle um. Dort wohnte er 45 Semester lang.

Albert von Koelliker, 1817 in Zürich geboren, studierte Philosophie und Medizin in Zürich, Bonn, Berlin und Heidelberg. 1847 folgte er einem Ruf an die Universität Würzburg. Als Begründer der mikroskopischen Anatomie genoss Koelliker in der internationalen Fachwelt hohes Ansehen. Er entdeckte die glatten Muskelzellen und andere Gewebestrukturen; von ihm stammt das weltweit erste Handbuch der Histologie (Gewebelehre).

Neuartige Unterrichtsformen

In die Lehre führte er Mikroskopierkurse und andere Unterrichtsformen ein, die damals neuartig waren. Das machte ihn zum „Studentenmagneten“ – er sorgte mit dafür, dass die Würzburger Universitätsmedizin einen enormen Aufschwung erlebte.

Koelliker gehörte zu den Mitgründern der Physikalisch-Medizinischen Gesellschaft zu Würzburg. Vor dieser Gesellschaft sollte Wilhelm Conrad Röntgen später erstmals seine X-Strahlen präsentieren. Deren Umbenennung in „Röntgenstrahlen“ geht im Übrigen wiederum auf einen Vorschlag Koellikers zurück.

1897 wurde Koelliker durch den Prinzregenten des Königreichs Bayern geadelt. Das war sozusagen die Krönung einer langen Forschungstätigkeit, die schon zuvor durch zahlreiche Preise und Ehrungen im In- und Ausland gewürdigt worden war.

Der Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Julius-Maximilians Universität.

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