(v.l.) Regierungsrätin Eva-Maria Löffler, Martina Jordan (SB Häusliche Gewalt, PI Wü-Land), Dienststellenleiter Jürgen Maier, ASD-Koordinatorin Evelyn Bordon-Dörr, Volker Seebold (operativer Staatsschutz), Jugendgerichtshelferin Susanne Forster, Karl-Heinz Brückner (Kripo Z), ASD-Mitarbeiterin Tamara Strotmann, Jugendbeamter Norbert Schwarz, Jugendgerichtshelferin Daniela Tusch, Hermann Gabel (Kreisjugendamt). Foto: Norbert Hart
(v.l.) Regierungsrätin Eva-Maria Löffler, Martina Jordan (SB Häusliche Gewalt, PI Wü-Land), Dienststellenleiter Jürgen Maier, ASD-Koordinatorin Evelyn Bordon-Dörr, Volker Seebold (operativer Staatsschutz), Jugendgerichtshelferin Susanne Forster, Karl-Heinz Brückner (Kripo Z), ASD-Mitarbeiterin Tamara Strotmann, Jugendbeamter Norbert Schwarz, Jugendgerichtshelferin Daniela Tusch, Hermann Gabel (Kreisjugendamt). Foto: Norbert Hart

Gemeinsam zum Wohl der Kinder und Familien

Kooperation Polizei und Jugendamt

„Beide Institutionen haben mit Kindern zu tun, oft aus den gleichen Familien. Beide arbeiten als Problemlöser und wollen Schlimmes verhindern. Beide setzen sich für ein verträgliches Zusammenleben ein“, stellte Hermann Gabel fest, Leiter der sozialpädagogischen Dienste im Amt für Jugend und Familie zum Verhältnis Polizei und Jugendamt.

Alle zwei Jahre setzen sich die Polizeiinspektionen Würzburg-Land und Ochsenfurt, die Kriminalpolizei Würzburg und das Kreisjugendamt an einen Tisch und bewerten ihre Zusammenarbeit an den Nahtstellen von Kinderschutz, Gefahrenabwehr, häuslicher Gewalt, Suchtprävention, Jugendkriminalität und Radikalisierung. In diesem Jahr wurden sie von Regierungsrätin Eva-Maria Löffler im Landratsamt begrüßt.

Standardisierte Zusammenarbeit

Die Meldungen von Kindeswohlgefährdungen sind steigend. Das ist einerseits gut, weil die Bevölkerung sensibilisiert ist und dies bei Jugendamt und Polizei meldet. Andererseits gibt es auch zum Teil ein Spiegelbild von überforderten, emotional distanzierten und in Einzelfällen völlig hilflosen Eltern wider, die Hilfe benötigen. Außerhalb der Dienstzeiten des Jugendamtes ist oft die Polizei Ansprechpartner oder wird bei häuslicher Gewalt gerufen.

Die Spezialkräfte bei Polizei und Jugendamt bewerten die standardisierte Kooperation als sehr gut, sind sie doch oft die Ersten, bei denen gemeldete Fälle von häuslicher Gewalt anlanden und die dann tätig werden.

Auch Jugendamtsmitarbeiter sind von verbaler oder tätlicher Gewalt in kritischen Bewertungen oder beim Vollzug von Maßnahmen in Familien nicht geschützt. Hier benötigte man im vergangen Jahr in Einzelfällen die Unterstützung der Polizei im Rahmen der Gefahrenabwehr.

Alkohol-Testkäufe zeigen Wirkung

Beim Vollzug des Jugendschutzgesetzes und den Alkohol-Testkäufen hat das Kreisjugendamt Würzburg und die Polizei hohe Erfolgsraten, die bayernweit für positive Aufmerksamkeit gesorgt haben, berichtete Fachbereichsleiter Klaus Rostek, dem die Suchtprävention und der Jugendschutz im Kreisjugendamt zugeordnet sind.

„Hat man vor fünf Jahren noch bei 70 Prozent der Testkäufe festgestellt, dass Alkohol illegal an Minderjährige abgegeben wurde, sind es heute 5 Prozent. Das Kreisjugendamt Würzburg hat als eines der ersten Jugendämter in Bayern Testkäufe gemeinsam mit der Polizei in Geschäften, Tankstellen und Gaststätten eingeführt – und wie man sieht mit Erfolg!“, stellt Rostek fest.

Im Bereich der Jugendkriminalität zeigt sich aktuell quantitativ eine diskrete Steigung. Jedoch qualitativ ist die Entwicklung im Landkreis Würzburg auf diesem Gebiet als eher beschaulich zu betrachten. Diese positive Entwicklung machen die Fachkräfte von Polizei und Jugendamt auch ganz konkret an der polizeilichen und sozialpädagogischen Präventionsarbeit fest.

Motiv der Plakatkampagne "Antworten auf Salafismus" - Quelle: Bayerische Staatsregierung

Motiv der Plakatkampagne „Antworten auf Salafismus“ – Quelle: Bayerische Staatsregierung

Vorbeugung gegen Radikalisierung

Auf dem Gebiet der vorwiegend salafistischen Radikalisierung von geflüchteten Jugendlichen kommen neue Kooperationspartner auf die Jugendhilfe zu: Verfassungsschutz und operativer Staatsschutz. Mit diesen haben bereits gemeinsame Fortbildungen stattgefunden.

Der enge Schulterschluss und die Abklärung von eventuellen Signalen finden gemeinsam zwischen den Einrichtungen, der Polizei und dem Jugendamt statt.

Gerade die Folgen des so genannten „Axt-Attentates“ durch einen unbegleiteten minderjährigen Flüchtling am 18. Juli 2016 in einem Regionalzug hat einen engen Schulterschluss zwischen den Jugend- und Sicherheitsbehörden erforderlich gemacht, der inzwischen in ein gutes und effektives Netzwerk gemündet ist.

„Ich berichte des Öfteren erstaunten Kollegen aus anderen Polizeiinspektionen Bayerns, wie gut und offen hier die Kooperation zwischen den Polizei- und Jugendbehörden funktioniert“, resümierte der langjährige Leiter der Polizeiinspektion Ochsenfurt, Erster Polizeihauptkommissar Jürgen Maier, zufrieden.

Der Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Landratsamts Würzburg. 

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