Das beheizbare Schwimmbad vor 1987. Archiv: Steinburg
Das beheizbare Schwimmbad vor 1987. Archiv: Steinburg

120 Jahre Steinburg – die Geschichte des Traditionshauses

Schlosshotel über Würzburg

Das wunderschöne Schlosshotel, das weit über Würzburgs Grenzen hinaus in der Welt bekannt ist, feiert in diesem Jahr seinen 120. Geburtstag. So gut wie jeder Würzburger wird schon einmal die sagenhafte Aussicht aus den Weinbergen auf die Stadt genossen haben. Vielleicht war der ein oder andere auch schon einmal Gast der Steinburg und konnte das wunderschöne Ambiente genießen. Zum Jubiläum wagen wir einen Blick in die Historie des Schlosshotel Steinburg!

Seit 1897 ein Wahrzeichen Würzburgs

Die Bauarbeiten für die Steinburg begannen im Jahr 1897. Das damalige Bauwerk hatte sogar ziemlich große Ähnlichkeit zum heutigen Schlosshotel. Jedoch besaß die Steinburg zu dieser Zeit noch ihren Turm und die Zinnen an den Burgmauern. Zudem war das Bauwerk anders als heute nicht zwei-, sondern nur einstöckig. Nach einer Bauzeit von neun Monaten errichtete Peter Schneider im Jahr 1898, auf den ehemaligen Grundfesten der hohenlohischen Burg, das „Restaurant zur Steinburg“. Neben der Steinburg erbaute Schneider auch die Restaurants „Walfisch“ und „Die Schiffbäuerin“. Mittlerweile wacht die Steinburg seit 120 Jahren über die Stadt und ist als Wahrzeichen am „Würzburger Stein“ ein nicht mehr wegzudenkender Bestandteil von Würzburg.

Der Traum vom Ausflugslokal

Die Steinburg befindet sich nun seit 80 Jahren im Besitz der Familie Bezold. Gründer Hans Bezold träumte damals von einem eigenen Ausflugslokal und erfüllte sich diesen Wunsch als er die Steinburg im Jahr 1937 vom Bürgerspital erwarb. Damit waren jedoch auch einige Pflichten verbunden. So sollte das Kennzeichen der Steinburg, der Turm, der erhaben über das Schloss wachte, abgetragen werden, da er laut dem damaligen Stadtrat nicht in das Landschaftsbild von Mainfranken passte.

Durch diese Vorgabe verpflichtet, setzte Hans Bezold die radikale Umbaumaßnahme in Gang. Somit verlor die Steinburg innerhalb eines halben Jahres alle typischen Charakteristika eines Schlosses wie z.B die Zinnen entlang der Dachlinie, Stuckdecken und Holzvertäfelungen. Am 14. August 1937 nahmen die Umbaumaßnahmen ihr Ende und der Eröffnung des Restaurants stand nichts mehr im Wege. Die Steinburg erstrahlte nun nicht mehr durch ihre zahlreichen historischen Andenken, sondern durch helle, vornehme und behagliche Innenräume.

Verheerende Kriegsschäden

Leider blieb auch die Steinburg bei der Bombardierung am 16. März 1945 nicht unbeschadet. Zudem wurde die sonst so beliebte Aussicht vom Schloss aus zu einem wahren Albtraum. Die Familie Bezold erlebte das komplette Ausmaß der verheerenden Bombardierung von der Steinburg aus.

Nach der Bombardierung war so gut wie nichts mehr von dem wunderschönen Schloss vorhanden – die Bombardierung forderte volle 70 Prozent des Anwesens ein. Zudem mussten alle Angestellten die Steinburg unmittelbar danach verlassen um eine Unterkunft für die Amerikaner bieten zu können. Einzig Hans Bezold und sein Sohn durften im Erkerzimmer wohnen bleiben.

Das Schlosshotel als UKW-Außenstation des BR

Aber nicht nur die Amerikaner genossen die Zeit auf der Steinburg sehr. Der Bayerische Rundfunk quartierte sich in der Zeit von 1950 bis 1957 im Schloss ein und übertrug vom Obergeschoss aus die Sendungen aus München. Das heutige Schlosshotel galt zur damaligen Zeit als eine der ersten UKW-Außenstationen Bayerns.

Der Wiederaufbau

Mit jungen 20 Jahren übernahm Franz Bezold nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1951 die Leitung des Hauses. Im Zuge des Wiederaufbaus der Stadt begann der angehende Hotelier in den 50er-Jahren mit der Sanierung der Steinburg. Hierbei leistete er liebevolle Renovierungsarbeiten am hinteren Schlossteil, wobei Küche, Sanitärräume und die heute noch beliebten Turmzimmer entstanden.

Die ersten sieben Hotelzimmer wurden im Jahr 1958 fertiggestellt. Darauf folgte 1961 ein weiteres Stockwerk sowie ein beheizbares Schwimmbad, welches zur damaligen Zeit als einziger beheizbarer Freiluftpool weit und breit galt. Hoch über der Stadt ist hierbei die Aussicht – damals wie heute – einfach sagenhaft. Durch die eigenen, hohen Ansprüche und das Streben nach Perfektion der Familie wurde das Schlosshotel ein bekanntes und beliebtes Reiseziel und das weit über die Grenzen der Stadt hinaus. Die Steinburg ist auch heute noch in Familienbesitz und wird von Lothar Bezold und seinem Team weiterhin gehegt und gepflegt.

Tag der offenen Tür am 22. Juli

Zur Feier des Jubiläums und der turbulenten Geschichte des Traditionshauses lädt die Steinburg alle Würzburger am 22. Juli ganz herzlich zu einem Tag der offenen Tür ein. Ihr könnt das gesamte Haus mit seinen Zimmern und Veranstaltungsräumen erkunden und nach Herzenslust an verschiedenen Essenständen schlemmen. Auch für Kinder wird jede Menge geboten sein – einfach vorbeischauen und genießen!

Hard Facts

  • Wo? Schlosshotel Steinburg (Reußenweg 2)
  • Wann? 22. Juli 2017 von 12 bis 18 Uhr, von 18 bis 23 Uhr gibt’s noch einen Livemusik-Abend im Refugium
  • Eintritt? frei!
  • Weitere Infos? Findet Ihr hier
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