Die unterfränkische Dinnerrunde zu Gast bei Julius. Foto: VOX / ITV Studios
Die unterfränkische Dinnerrunde zu Gast bei Julius. Foto: VOX / ITV Studios

Gastbeitrag: Das unperfekte Dinner

Ein Gastbeitrag von Frederik Löblein

Alles andere als perfekt

Das war sie also, die heiß erwartete Würzburg bzw. Franken-Ausgabe der bekannten und beliebten Vox-Vorabendshow „Das Perfekte Dinner“. Nach 2011 und 2016 fand die Dinner-Runde zum nunmehr dritten Mal in unseren Gefilden statt. Warum es aus meiner ganz persönlichen Sicht alles andere als das Perfekte Dinner gab, versuche ich Euch im Folgenden etwas näher zu erläutern.

Würzburg-untypische Kandidaten

Beginnen wir mit der Auswahl der vier Kandidatinnen und Kandidaten, der durch den Pfingstmontag verkürzten Dinner-Woche. Theresia (61, Industriekauffrau aus Triefenstein), Julius (72, ehemaliger Geschäftsmann aus Würzburg), Marion (27, Vermessungstechnikerin aus Tauberrettersheim) sowie dem 43-jährigen Immobilienmakler Sascha hatte sich die Produktionsfirma der Show aus meiner Sicht im Vorfeld für eher Würzburg untypische Kandidaten entschieden. Explizit ausnehmen von diesem Kritikpunkt möchte ich Kandidatin Marion, ihres Zeichens die 58. Fränkischen Weinkönigin aus dem Jahr 2013/2014.

Ansonsten kamen die restlichen drei Kandidaten doch eher versnobt, steif und nicht wirklich fränkisch daher, was sich auch im Verlauf der vier Sendungen ein ums andere Mal zeigen sollte. Gerade auf Immobilienmakler Sascha hatte sich die Dinner-Fangemeinde nicht erst am letzten Abend der Woche eingeschossen. So wurde auf Facebook sein Versuch den restlichen drei Kandidaten das perfekte Dinner zu kredenzen mit viel Häme und Spott begleitet. Von einem „Selbstdarsteller“ und einer „Mimose“ war dort des Öfteren die Rede.


Ein für unsere Stadt typischer Kandidat wie beispielsweise ein Student bzw. eine Studentin welche die doch eher schnöde Runde etwas aufgelockert hätte, fehlte der Sendung meiner Meinung nach leider komplett.

Un-fränksiche Menüs

Ohne jetzt auf jedes der vier Menüs im Einzelnen genau eingehen zu wollen, so gab es doch bis auf einen Abend kaum Würzburger oder Fränkische Küche zu erleben. Allein ehemalige Fränkische Weinkönigin aus Tauberrettersheim, die mit ihren blauen Zipfeln in der Vorspeise wenigstens so ein wenig fränkische Genussatmosphäre aufbringen ließ. Nur grüner Spargel allein ist es halt dann auch nicht…

Neues Showformat erntet Shitstorm

Bereits im Vorfeld der Franken-Dinner-Woche gab es unter der breiten Fangemeinde der Show heftigste Kritik am neuen Showformat. So hatte VOX seiner wohl mit bekanntesten Vorabendshow vor einigen Wochen nach ein komplettes Facelifting spendiert. Dass das nach zwölf Jahren bei der treuen Fanbase alles andere als Begeisterung und Jubelstürme auslöste, überrascht zwar nicht wirklich – der Mensch ist und bleibt halt irgendwo einfach ein Gewohnheitstier – die Masse und Direktheit der negativen Kommentare dann aber doch.

Daniel aus dem Off fehlt

Ich muss zugeben, ich habe die Show in dieser Woche das erste Mal im neuen Layout gesehen und auch mir gefiel dies auf Anhieb nicht. Neue, frische Grafiken und schicke bunte Punktetafeln sind das eine und vielleicht auch ein netter Farbklecks, allerdings kam das „neue“ Dinner doch deutlich steifer und nicht mehr so lustig wie früher bei mir an. Dazu zählt unter anderem auch die deutlich geringere Präsenz der „berühmten Stimme aus dem Off“ wie Sprecher Daniel von seinen Fans liebevoll genannt wird. Seine kurzen, meist zynischen Kommentare aber auch die ansonsten vorhandenen und ebenfalls witzig bis ironischen Untertitel-Einblendungen unter den Namen der Kandidaten gingen mir total ab.

Alle Artikel zu „Das perfekte Dinner“

Am aller schlimmsten fand ich aber die Tatsache, dass man an jedem der vier Dinner-Abende immer wieder Teile des Kamerateams bzw. der Produktionscrew im Bild erleben durfte oder durch selbiges huschen sah. Das war eindeutig der Punkt, der bei mir das frühere Zugehörigkeitsgefühl an der gepflegten Dinner-Runde völlig zunichtemachte.

5 Punkte

Somit war die dritte Ausgabe des „Perfekten Dinners“ in unserer fränkischen Heimat aus meiner Sicht also alles andere als perfekt. Getreu dem Wertungssystem der Show gebe ich VOX für diese mäßig gelungene Dinner-Woche lieb gemeinte fünf Punkte.

Anmerkung der Redaktion

Gastbeiträge geben nicht automatisch die Meinung der Redaktion wieder. Sie sollen zur Debatte anregen  – so wie auch jeder gute Kommentar auf Facebook. Wir geben deshalb allen unseren Lesern die Chance, ihre Meinung bei uns zu veröffentlichen und diese diskutieren zu lassen. Wir freuen uns über Gastbeiträge zu allen Themen an: redaktion@wuerzburgerleben.de.

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