Neues Gadget "Fidget Spinner". Foto: Dominik Ziegler
Neues Gadget "Fidget Spinner". Foto: Dominik Ziegler

Hype an Würzburger Schulen: Fidget Spinner

Kann nichts, hat aber jeder

Mal wieder ein Hype, der wie aus dem Nichts kam: Auf einmal starren Jugendliche nicht mehr nur aufs Handy, sondern auf kleine, sich wild drehende Spielzeuge in ihren Händen. Diese kaum zehn Zentimeter großen Gadgets können eigentlich nicht viel – außer die Hände beschäftigen. Doch diese Eigenschaft reicht scheinbar schon aus, um einen Hype auszulösen.

Ursprünglich sollten die sogenannten Fidget Spinner nur in die Hände von Kindern mit ADHS gehören und ihnen bei der Konzentration helfen. Doch mittlerweile wirbeln und kreiseln fast alle Kids – und das auch im Unterricht.

Würzburgs Lehrer sind genervt

Die Lehrer treibt der neue Trend in den Wahnsinn, denn die bessere Konzentration verlagert sich doch eher auf den sich drehenden Fidget Spinner als auf den Unterricht. Deswegen sind sie an einigen Schulen bereits verboten. Wir haben in Würzburgs Klassenzimmern nachgefragt: Wie nervig sind die Hype-Propeller?

Wo sind die Grenzen?

Ein Lehrer einer Mittelschule in Würzburg sieht sich in der Zwickmühle: „Neulich hatte ich so ein Teil das erste Mal in der Hand. Ich kann mir schon vorstellen, dass sie beispielsweise bei ADHS-Patienten helfen – aber wo soll man da die Grenze ziehen? Am Unterricht sollen ja trotzdem noch alle teilnehmen können“. Laut Aussage des Lehrers schlagen die kleinen Gadgets im Schulalltag ein wie eine Bombe: An der Schule im Würzburger Westen dreht sich gerade alles um Fidget Spinner. „Wir mussten sogar eine Lehrerkonferenz deswegen einberufen“, erzählt er weiter, „und haben uns entschieden, die Spielzeuge sowohl im Unterricht als auch in den Pausen uneingeschränkt zu verbieten“.

In diesem Fall ist noch keiner zu Schaden gekommen, die Schüler waren bisher „nur“ vom Unterrichtsgeschehen abgelenkt. In den USA, wo das Trendspielzeug herkommt, mussten zahlreiche Schüler schon wegen ausgeschlagenen Zähnen und Schnittwunden verarztet werden – schlechter Verarbeitung der Spinner sei Dank.

Überall restlos ausverkauft

An vielen anderen Würzburger Schulen scheint der Trend jedoch noch nicht in diesem Ausmaß angekommen zu sein. Viele Lehrer sind der Ansicht, dass der Hype schnell wieder abflauen wird – und dennoch sind Fidget Spinner in allen Größen und Formen derzeit überall restlos ausverkauft.

Wenn die kleinen Fingerspielzeuge sich also weiterhin so gut verkaufen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie wirklich an allen Schulen Einzug halten werden. Und dann stellt sich der Lehrerschaft die Frage: Wer darf sie im Unterricht benutzen und wer nicht? Helfen sie wirklich bei Konzentrationsproblemen? Man darf gespannt sein, denn so eine Welle hat seit dem Tamagotchi kaum ein Spielzeug ausgelöst…

BalkenAnzeige

Wohnen in Würzburg

Auf der Suche nach einer WG oder Wohnung? Über neue Wohnungsangebote, Gesuche und Themen rund ums Wohnen informieren wir auf unserer Facebook-Seite Wohnen in Würzburg.

- ANZEIGE -

Kommentare zum Artikel

Kommentare zum Artikel

AUCH INTERESSANT