Forderung der Grünen Jugend Würzburg auf ihrer Facebookseite. Screenshot: www.facebook.com/gjwuerzburg/
Forderung der Grünen Jugend Würzburg auf ihrer Facebookseite. Screenshot: www.facebook.com/gjwuerzburg/

Grüne Jugend gegen Auftritt von Xavier Naidoo in Würzburg

Verschwörungstheorien und Hetze

„Keine Bühne für Antisemitismus und Verschwörungstheorien – den Auftritt von Xavier Naidoo in der Posthalle absagen!“ So lautet die Botschaft der Grünen Jugend Würzburg. Zum Auftritt der Söhne Mannheims und Xavier Naidoo in der Posthalle am 11. Mai erklärt die Grüne Jugend Würzburg Folgendes in einer Pressemitteilung: Allerspätestens mit ihrem neuesten Song, dem Lied „Marionetten“, hätten Xavier Naidoo und die Söhne Mannheims bewiesen, dass sie Verschwörungstheorien und antisemitische Stereotype und Hetze verbreiten.

Antisemitismus

In „Marionetten“ heißt es zum Beispiel: „Wie lange noch wollt ihr Marionetten sein; Seht ihr nicht, ihr seid nur Steigbügelhalter; Merkt ihr nicht, ihr steht bald ganz allein; Für eure Puppenspieler seid ihr nur Sachverwalter.“ Naidoo nehme damit Bezug auf antisemitische Verschwörungstheorien, in denen behauptet wird, die Welt würde von einer dunklen, aus dem Hintergrund agierenden Macht gesteuert. Ähnliches hätte er schon 2014 in „Raus aus dem Reichstag“ getextet, als er sang: „Baron Totschild gibt den Ton an“. „Baron Totschild“ ist eine Anspielung auf die jüdische Bankiersfamilie Rothschild, der in vielen antisemitischen Verschwörungstheorien angedichtet wird, die Welt zu kontrollieren.

Gewaltaufrufe

Ebenfalls sind im Text des Liedes „Marionetten“ Gewaltaufrufe gegen Parlamentarier*innen enthalten: „Und wenn ich nur einen in die Finger bekomme | Dann zerreiß‘ ich ihn in Fetzen | Und da hilft auch kein Verstecken hinter Paragraphen und Gesetzen“. Insgesamt sei der Text des neuen Liedes der Söhne Mannheims als verschwörungstheoretisch, demokratiefeindlich und antisemitisch zu bewerten. Darüber hinaus steht Xavier Naidoo laut Grüner Jugend Würzburg der sogenannten „Reichsbüger“-Bewegung nahe, bei einer deren Veranstaltungen er 2014 auftrat.

Mitschuld

Die Grüne Jugend Würzburg wirft Xavier Naidoo darüber hinaus Feindlichkeit gegenüber Homosexuellen vor. Festzuhalten bliebe laut ihnen, dass vor allem Xavier Naidoo, aber auch die Söhne Mannheims, mit ihren Texten Verschwörungstheorien, antisemitische Stereotype und andere menschenverachtende Hetze verbreiten würden. Insbesondere nach der Veröffentlichung des Titels „Marionetten“ sei es für die Grüne Jugend absolut unverständlich, dass die Posthalle GmbH den Söhne Mannheims einen Auftritt in ihren Räumlichkeiten ermöglicht. Für antisemitischen, demokratiefeindlichen und verschwörungstheoretischen Hass dürfe es keine Bühne geben, weder in Würzburg, noch anderswo. Wer sie doch zur Verfügung stellt, mache sich mitschuldig an der Verbreitung von Menschenverachtung. Die Grüne Jugend Würzburg forderte die Posthalle GmbH auf, das Konzert der Söhne Mannheims am 11. Mai ersatzlos abzusagen.

Statement der Veranstalter

Veranstalter besagten Konzerts in der Posthalle ist ARGO Konzerte. Deren Reaktion auf die Forderung der Grünen Jugend Würzburg: „Als Veranstalter weisen wir die Forderung der ‚Grüne Jugend‘ nachdrücklich zurück. In Deutschland sind künstlerische Freiheit und Meinungsvielfalt verbrieft! Die Söhne Mannheims sind nach unserer Meinung weder als rechtsradikal noch als antisemitisch einzustufen. Hier sind ganz offensichtlich einzelne Textpassagen für einseitige und verzerrende Interpretationen herangezogen und völlig aus dem Zusammenhang gerissen worden. Wir wünschen uns eine Abkehr von dieser Art Hexenjagd und eine Versachlichung der Diskussion.“

Statement der Posthalle GmbH

Auch Joachim Schulz, Geschäftsführer der Posthalle GmbH war bereit, sich zur Pressemitteilung der Grünen Jugend Würzburg zu äußern: „Wir haben als Spielstätte keinen Einfluss auf die Durchführung oder Absage der Show, da zwischen uns und einem etablierten Veranstalter ein gültiger Vertrag abgeschlossen wurde. Unabhängig davon, ob wir die Inhalte oder Interpretationen von Textzeilen oder Aussagen eines Künstlers für richtig halten, diskutieren wir lieber mit ebenjenen über Inhalte, statt Künstler, Bands oder Menschen auszugrenzen und darüber zusätzliche Identifikation zu produzieren.“

Balken

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