Arbeitsamt, Job, Arbeitssuchend
Foto: Pascal Höfig

Arbeitsmarktreport April 2017

Wirtschaft brummt – Arbeitsmarkt profitiert

Die solide wirtschaftliche Verfassung und die fortgesetzte Frühjahrsbelebung haben sich günstig auf den regionalen Arbeitsmarkt ausgewirkt. Mit 7.450 wurden so wenige arbeitslose Frauen und Männer in einem April gezählt wie zuletzt vor 26 Jahren. Die Arbeitslosenquote verringerte sich gegenüber März um 0,2 Prozentpunkte auf 2,6 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch um 0,3 Prozentpunkte darüber. Der lokale Arbeitsmarkt erwies sich damit weiterhin als aufnahmefähig und zeigte sich von den globalen Unsicherheiten wenig beeindruckt.

Weniger Langzeitarbeitslose

Eugen Hain, Leiter der Agentur für Arbeit Würzburg, zur aktuellen Entwicklung: „Der heimische Arbeitsmarkt ist mit einem ordentlichen Drive ins zweite Quartal 2017 gestartet. Und es sieht so aus, dass er auch in den kommenden Monaten mit Volldampf seine Bahnen ziehen wird.

Im Schlepptau dieser hervorragenden Entwicklung wird auch die Dynamik hinter dem statistischen Zahlenwerk sichtbar. Der Rückgang bei den Langzeitarbeitslosen zeigt anschaulich, dass bei sehr guter Konjunktur letztlich auch Personengruppen, die es am Arbeitsmarkt besonders schwer haben, von der steigenden Kräftenachfrage profitieren.

Vor dem Hintergrund der demografischen Faktenlage müssen wir das vorhandene Potential an Arbeitskräften zukünftig stärker und besser nutzen. Es wäre daher schön, wenn sich diese erfreuliche Entwicklung verfestigen würde. Man kann es drehen, wie man will: Menschen mit wie auch immer gearteten Handicaps einzustellen, ist im Regelfall keine soziale Wohltat, sondern ein Gebot der ökonomischen Vernunft.

Zu- und Abgänge spiegeln hohe Dynamik wider

Im betrachteten Berichtszeitraum haben sich 2.760 Personen arbeitslos gemeldet. Im Gegenzug haben 3.200 Frauen und Männer ihre Arbeitslosigkeit wieder beendet. Die hohen Bewegungszahlen verdeutlichen, dass der Arbeitslosenbestand kein festes Gebilde ist, sondern einer hohen Dynamik unterliegt. Ursächlich ist hierfür vor allem die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen. Aufgrund gut gefüllter Auftragsbücher wird vielerorts zusätzliches Personal benötigt. Der in der Folge ausgelöste Stellenboom fördert jedoch auch die Wechselbereitschaft der in Beschäftigung stehenden Arbeitnehmer.

Viele Betriebe stehen daher vor der Herausforderung, nicht nur Personal für zusätzliche Arbeitsstellen zu rekrutieren, sondern auch frei gewordene Stellen neu besetzen zu müssen. Von den 2.760 zugegangen Personen haben zuvor 1.020 eine Ausbildung, Beschäftigung oder selbständige Tätigkeit ausgeübt. Das waren rund drei Prozent weniger als vor einem Jahr. Von den 3.200 abgegangen Frauen und Männern haben 1.270 wieder eine dieser drei Erwerbsformen aufgenommen. Das waren zwar 40 weniger als vor einem Jahr, jedoch bewegt sich die absolute Zahl auf einem stabil hohen Niveau.

Entwicklung einzelner Personengruppen

Etwa ein Viertel der 7.500 Arbeitslosen waren Nichtdeutsche (1.790) oder 55 Jahre und älter (1.820). Mit 1.630 Betroffenen war rund jeder Fünfte seit mindestens einem Jahr ohne Beschäftigung und damit langzeitarbeitslos. Etwa jeder Zehnte zählte zu den Jugendlichen unter 25 Jahre (790) oder war schwerbehindert (740).

Während die Arbeitslosigkeit von Ausländern in den zurückliegenden Monaten kontinuierlich anstieg, war im April erstmals wieder ein Rückgang gegenüber März um vier Prozent und gegenüber April des Vorjahres um rund sechs Prozent zu beobachten. Hintergrund dieser Entwicklung ist, dass inzwischen vermehrt Personen mit Fluchthintergrund Qualifizierungsangebote wahrnehmen und damit dem Arbeitsmarkt vorübergehend nicht zur Verfügung stehen. Deutlich Rückläufig gegenüber 2016 war auch die Langzeitarbeitslosigkeit mit 17 Prozent.

Der Bestand der unter 25-Jährigen verringerte sich um neun und der der Schwerbehinderten um knapp drei Prozent. Um etwas mehr als ein Prozent ist dagegen die Arbeitslosigkeit der über 55-Jährigen angestiegen.

Stellenentwicklung

Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern blieb nach wie vor sehr hoch. Im April wurden 1.620 sozialversicherungspflichtige Stellen an die Arbeitsagenturen und Jobcenter gemeldet, 480 mehr als vor einem Jahr. Der Bestand erhöhte sich hierdurch in den zurückliegenden zwölf Monaten um 1.290 auf 4.860 offene Stellen. In der Mehrzahl wurden Arbeitskräfte in den Bereichen Verkauf, Maschinen- und Fahrzeugtechnik, Mechatronik und Elektronik, Verkehr und Logistik, Medizin, Hotel und Gastronomie sowie in der Lebensmittelherstellung gesucht.

Entwicklung in den Regionen

In den drei Landkreisen des Agenturbezirkes und in der Stadt Würzburg waren im April weniger Menschen arbeitslos als im Vormonat und Vorjahr. Gegenüber April 2016 verringerte sich die Arbeitslosenquote in der Stadt um 0,6 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent. Die Veränderung fiel damit so hoch aus wie in den drei Landkreisen zusammen. Im Landkreis Main-Spessart verringerte sich die Quote um 0,3 Prozentpunkte auf genau zwei Prozent, im Landkreis Kitzingen um 0,2 Prozentpunkte auf 2,6 Prozent und im Landkreis Würzburg um 0,1 Prozentpunkte auf 2,2 Prozent.

Alle Landkreise unterboten damit deutlich die 3-Prozent- Schwelle. Absolut betrachtet waren mit 2.760 die meisten Frauen und Männer in der Stadt Würzburg arbeitslos. Im Landkreis Würzburg waren es 1.980 und im Landkreis Main-Spessart 1.460. Die wenigsten Arbeitslosen wurden mit 1.300 im Landkreis Kitzingen gezählt.

Entwicklung am Ausbildungsmarkt

Von Oktober bis April wurden der Ausbildungsvermittlung 3.570 freie Ausbildungsstellen gemeldet. Das waren 40 oder rund ein Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Zeitgleich haben sich 3.360 Jugendliche als Bewerber für eine Ausbildungsstelle vormerken lassen. Ein Plus von 90 oder knapp drei Prozent gegenüber 2016. Im April standen den 1.800 unbesetzten Ausbildungsstellen noch 1.480 unversorgte Jugendliche gegenüber.

Die meisten freien Ausbildungsstellen gab es noch als Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Verkäufer/in, Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r, Koch/Köchin, Kaufmann/-frau im Büromanagement und als Bankkaufmann/-frau.

Entwicklung in den Rechtskreisen

In den Arbeitsagenturen Würzburg, Kitzingen und Lohr wurden 4.170 arbeitslose Menschen betreut. Das waren 440 weniger (-10 Prozent) als im März und etwa so viele wie vor einem Jahr. Ein umgekehrtes Bild ergibt sich in den Jobcentern. In der Grundsicherung waren mit 3.330 Betroffenen ähnlich viele arbeitslos wie im März, jedoch 740 weniger (-18 Prozent) als im April 2016.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Arbeitsagentur Würzburg.

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