Markus Würth wird im Guttenberg Forst gefunden - an einen Baum gefesselt. Foto: Pascal Höfig
Markus Würth wird im Guttenberg Forst gefunden - an einen Baum gefesselt. Foto: Pascal Höfig

Würth-Entführung: Wer kennt die Stimme des Täters?

Unternehmersohn entführt

FULDA / GIESSEN / SCHLITZ. Am Mittwoch, den 17. Juni 2015, wurde der 50-jährige Sohn der Unternehmerfamilie Würth in Schlitz-Sassen entführt.

Markus Würth ist der Sohn von Reinhold Würth, einem der erfolgreichsten Unternehmer Deutschlands. Durch einen Impfschaden ist Markus Würth seit frühester Kindheit geistig beeinträchtigt.

Am 17. Juni 2015 wird der damals 50-Jährige aus einer Wohneinrichtung entführt.

Das Opfer konnte am frühen Morgen des Folgetages in einem Waldgebiet bei Würzburg-Kist an einen Baum gefesselt aufgefunden werden.

Tonbandaufzeichnung mit Stimme des Erpressers

Seitdem fahnden die Kriminalpolizei Fulda sowie die Staatsanwaltschaft Gießen in einer Sonderkommission (Soko) nach dem oder den unbekannten Entführern. Wichtigste Spur ist eine Tonbandaufzeichnung mit der Stimme des Erpressers.

Hier die Tonbandaufzeichnung mit der Stimme des Erpressers

Sprachwissenschaftler haben die gesprochenen Worte, sprachliche Eigenheiten sowie den Akzent analysiert und darauf aufbauend gemeinsam mit den Strafverfolgungsbehörden ein Täterprofil erstellt.

Beschreibung des Anrufers

Danach handelt es sich bei dem Sprecher um einen 40 bis 52 Jahre alten Mann, der mit hoher Wahrscheinlichkeit in den Ländern Serbien, Kosovo, Montenegro oder Mazedonien geboren und aufgewachsen ist.

Er ist vermutlich bereits vor dem Jahr 2001 nach Deutschland eingereist und hatte mehrere Jahre seinen privaten oder beruflichen Lebensmittelpunkt im Großraum Frankfurt und Offenbach am Main.

Möglicherweise lebt der Mann auch heute noch dort.

Beruflich ist der Sprecher wahrscheinlich im Umgang mit Menschen geübt.

Die Ermittlerinnen und Ermittler glauben, dass er beispielsweise im Dienstleistungsgewerbe tätig oder tätig gewesen sein könnte.

Er könnte auch als Fahrdienstleister für Personen oder als Bote arbeiten bzw. gearbeitet haben. Denkbar ist auch eine Beschäftigung im sozial-karitativen Bereich oder in der Gastronomie.

Telefonhotline eingerichtet

Die Stimme kann man sich auf der Telefonhotline der Fuldaer Kripo unter der Rufnummer 0800 / 181 2077 noch einmal anhören. Auch im Internet ist die Stimme unter http://k.polizei.hessen.de/1136496702 abrufbar.

Neben der Stimme haben Polizei und Staatsanwaltschaft eine Vielzahl von Hinweisen und Spuren überprüft und ausgewertet.

Der Sprecher hat sich danach offenbar bereits mehrere Monate vor der Entführung im Rhein-Main-Gebiet aufgehalten.

In Aldi-Märkten in der Sprendlinger Landstraße in Offenbach, in Frankfurt, Darmstadt und Maintal hat er sogenannte „Cash-Codes“ gekauft, um damit ein Guthaben auf sein Handy zu laden.

30.000 Euro Belohnung ausgesetzt

Mit Ausstrahlung der Fahndung in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY“ starteten Staatsanwaltschaft und Polizei eine neue Öffentlichkeitsfahndung nach dem oder den Entführern.

Zugleich haben sich die Beamtinnen und Beamten mit persönlichen Anschreiben an Menschen, die aus dem ehemaligen Jugoslawien stammen und die nun im Rhein-Main-Gebiet wohnen, gewandt.

Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters oder der Täter führen, ist eine Belohnung in Höhe von insgesamt 30.000 Euro ausgesetzt.

Hinweise bitte an die Polizei in Fulda, Tel. 0800 / 181 2077, jede andere Polizeidienststelle oder über die Onlinewache der Hessischen Polizei, die rund um die Uhr im Internet unter www.polizei.hessen.de/onlinewache erreichbar ist.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Polizeipräsidium Osthessen.

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