Die Posthallen am Hauptbahnhof Würzburg. Foto: Pascal Höfig
Die Posthallen am Hauptbahnhof Würzburg. Foto: Pascal Höfig

Bismarckquartier: Das wird aus dem Postareal

Es tut sich was!

Es tut sich so langsam was am Würzburger Bahnhof. Vor Kurzem wurden die Pavillons abgerissen, das Bahnhofsgebäude wird nach und nach modernisiert und jetzt wurde dem neuen Konzept für das Postareal im Stadtrat zugestimmt. In Zukunft wird das Gelände der ehemaligen Posthallen inklusive Posthochhaus zum „Bismarckquartier“.

Architekten-Wettbewerb

Es sollen Hotels, ca. 300 bis 400 Zwei- bis Vierzimmerwohnungen , etwa 14.000 Quadratmeter neue Büroflächen und Geschäfte für die Nahversorgung entstehen, das plant die Bismarckquartier GmbH in Absprache mit der Stadt. Bereits Ende 2019 oder Anfang 2020 könnte es los gehen mit den Bauarbeiten, so Niko Rotschedl, Geschäftsführer der Bismarckquartier GmbH.

Ende der Posthalle als Veranstaltungshalle?

Natürlich kann es sich auch länger hinziehen, je nach dem, wie der Architekten-Wettbewerb verläuft. „Im Moment befinden wir uns noch in der Terminfindung. Sobald alle Termine mit Jurymitgliedern und Verantwortlichen abgestimmt sind, beginnt die Auslobung“, so Rotschedl. Die Auslobung wird an 17 nationale und internationale Architektenbüros geschickt.

Aus den Entwürfen wird die Jury, die aus zehn renommierten Architekten und Stadtplanern, den Geschäftsführern der Bismarckquartier GmbH Alexander Weigand und Niko Rotschedl, Stadtbaurat Christian Baumgart, Oberbürgermeister Christian Schuchardt und mehreren Stadträte besteht, den Besten auswählen. Daraufhin folgt dann die Ausarbeitung des Bebauungsplans. Ziel ist es, dass Ende des Jahres bereits der Architekt feststehen soll, so Rotschedl.

Urbanes grünes Quartier

Wie soll nun das neue Stadtquartier genau aussehen? „Das Gelände wird vollständig bebaut und mit vielen Grünflächen aufgewertet werden. Wir möchten ein urbanes, grünes Wohnquartier – ähnlich den Lenbach Gärten in München – schaffen. Es soll keinen Oberflächenverkehr geben, die Anlieferungen für Hotel und Geschäfte soll zum Beispiel alles unterirdisch erfolgen“, erklärt Niko Rotschedl. Es wird großen Wert auf nachhaltiges Bauen und Umweltschutz gelegt, beispielsweise wird zur Wärmedämmung der Gebäude kein Styropor verwendet werden. Die Dächer der Gebäude sollen begrünt werden und auf den Freiflächen Bäume und Büsche gepflanzt werden.

Wohin mit dem Kreativquartier?

Für Jojo Schulz ist die Posthalle das Kreativquartier Würzburgs schlechthin. Aufgrund der günstigen Lage und bezahlbarer Mieten gibt es zahlreiche Kreativbüros; viele Kleinstbetriebe haben sich hier gebildet, viele von ihnen sind inzwischen gewachsen und haben sich im Gebäude ausgedehnt. Daneben gibt es eine Tanzschule, eine Trommelgruppe und Würzburgs einzige Indoor 3D Minigolfanlage. Das ist tatsächlich Kunst und absolute Kreativität, die hier stattfindet. Das Ganze wird ergänzt von einem Crossfit Studio, Lasertag, Lagerflächen und ähnlichem.

Wohin die vielen Konzerte und Veranstaltungen, die im Moment noch in der Posthalle statt finden – und auch die Mieter – ausweichen müssen, ist noch nicht wirklich klar. „Die Gespräche mit Verwaltung und Politik vertiefen sich, allerdings mit noch keinem erkennbaren Ergebnis. Sowohl Verwaltung als auch Politik sehen die Wichtigkeit und Wertigkeit des Spielbetriebes der Posthalle. Bei der Suche nach einem potentiellen neuen Standort möchte uns die Verwaltung helfen, allerdings nur im Bezug auf leerstehende Gebäude“, so Jojo Schulz, Chef des Veranstaltungsbetriebes.

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