Pärchen. Symbolfoto: Pascal Höfig
Pärchen. Symbolfoto: Pascal Höfig

Frühlingsgefühle: Wenn die Uhren anders ticken

Er liebt mich, er liebt mich nicht …

Die Vögel zwitschern, die Sonne scheint, die Blüten blühen, der Frühling ist wieder da, mit all seinen Farben und Düften. Kein Wunder, dass wir da auch mal Schmetterlinge im Bauch verspüren. Doch woran liegt es, dass wir genau in dieser Jahreszeit die allseits bekannten „Frühlingsgefühle“ entwickeln?  Hierzu hat uns der Diplompsychologe und Coach Lorenz Wohanka Frage und Antwort gestanden.

Würzburg erleben (WE): Was sind eigentlich „Frühlingsgefühle“?

Lorenz Wohanka: Nun, fragt Euch selbst, wie es Euch jetzt geht: Der Mensch meint fast zu platzen, hat Lust auf die Welt, das Aus-dem-Haus-Gehen und Aus-sich-heraus-Kommen. Viele nehmen war, dass man sich offenbar leichter verliebt. Wenn wir die Frage nach der biologischen Basis und dem psychologischen Verständnis der Frühlingsgefühle stellen, wird es ein wenig komplexer, zumal es jede Menge Mythen dazu gibt.

WE: Ist es denn dann auch ein Mythos, dass man sich im Frühjahr leichter verliebt?

Lorenz Wohanka: Nein, sicher nicht, Menschen erleben das alljährlich. Nur die vermittelnden Prozesse und Ursachen sind andere als allgemein vermutet. Die Menschen glauben, dass Hormone – insbesondere Sexualhormone – verrückt spielen, wenn es wärmer und heller wird. Dem ist aber nicht so. Hormonelle Regelkreise sind ziemlich stabil eingetaktet, da läuft so leicht nichts aus dem Ruder. Was aber eine große Regulierende Rolle spielt, ist das Tageslicht.

Da es heller wird, sinkt die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin deutlich, dafür steigen die Spiegel von Serotonin und anderen Hormonen wie Adrenalin und Dopamin an, die uns Menschen das leben aktiver erleben lassen. Dann kommen plötzlich noch andere biologische, kulturelle und soziale Faktoren ins Spiel. Plötzlich ist der Mensch aktiver, mit anderen unterwegs – und überall, wo man auf andere trifft, steigt sofort die Wahrscheinlichkeit, sich zu verlieben.

WE: Ist man also psychologisch „anfälliger“ für die Liebe, wenn die Sonne scheint? 

Lorenz Wohanka: Ja denn die Sonne macht alles leichter, weil bunter, schöner und wärmer. Ein Beispiel: Kaum lässt die Sonne es zu, beginnen wir, die winterliche Verhüllungsorgie aus dicken Hosen, Mänteln, Schals und Mützen hinter uns zu lassen. Zum Vorschein kommen Frauen und Männer, die sich – geschmackvoll und attraktiv gekleidet – wunderschön mit allen biologischen Reizen präsentieren. Männer schauen Frauen in Miniröcken nun einmal gerne auf die Beine und auf alle anderen schönen Formen und Reize.

Die Frauen wiederum werden angezogen von kräftigen, männlichen Körpern und einer attraktiven, starken Haltung wie auch dem berühmten knackigen Po. Im Frühling sieht man wieder helle, kräftige Fraben, alles sprießt und gedeiht: Da machen wir Menschen auch einfach mit. Das gilt übrigens genauso, wenn Männer sich in Männer und Frauen sich in Frauen verlieben. Verlieben und Lieben haben aber noch ganz andere Anteile als die primäre Äußerlichkeit, wie uns allen aus täglicher Erfahrung bewusst ist.

Nutzt die Flowerpower

Also raus an die frische Luft und lasst euren Frühlingsgefühlen freien Lauf! Jetzt ist die beste Zeit, neue und interessante Menschen kennen zu lernen. Gerade jetzt bei Sonnenschein und guter Laune seid ihr nicht auf Amors Hilfe angewiesen. Genießt die vielen Farben,Gerüche und Eindrücke und lasst es Euch gut gehen. Dann trefft ihr vielleicht im Biergarten auf die Frau eurer Träume oder sitzt ganz zufällig neben eurem Traumprinzen auf der Parkbank.

Balken

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