Provisorisches Labor in einem Klassenzimmer. Foto: Jochen Hövekenmeier
Provisorisches Labor in einem Klassenzimmer. Foto: Jochen Hövekenmeier

DAHW: Leben in Mwanza Teil 3 – Mwanza und Würzburg

Ein Gastbeitrag von Jochen Hövekenmeier von der DAHW. 

Das Bugando Hospital in Mwanza

Ein halbwegs freier Tag, endlich. Nach einigen Tagen auf Ijinga, der kleinen Insel im Victoriasee, habe ich einige Termine in Mwanza. Zum Beispiel im Bugando Hospital, das – ebenso wie die Universität – die Erzdiözese Mwanza aufgebaut hat und auch heute noch betreibt.

Viele andere Einrichtungen dieser Art wurden im Laufe der Zeit verstaatlicht, doch hier in Mwanza nicht. Vielleicht liegt das Erfolgsgeheimnis des Hospitals auch darin, dass es eben nicht in staatlicher Hand ist, sondern von Menschen geführt wird, für die das Gebot der Nächstenliebe keine leere Hülse ist.

Mehr als 100 Untersuchungen pro Tag

Jedenfalls hat sich das Bugando Hospital einen sehr guten Ruf erarbeitet. So verwundert es nicht, dass zwar das Geld für das Forschungsprojekt auf Ijinga aus Deutschland kommt, mit Andreas Müller und Uwe Ziegler auch zwei Tropenmediziner aus Würzburg derzeit vor Ort sind, die Koordinierung aber in den Händen der beiden Ärzte vom Bugando Hospital liegt.

Jetzt im Kampf gegen Schistosomiasis helfen!

Humphrey Mazigo und Godfrey Kaatano sind zwei erfahrene Mediziner, die viel Wissen und Erfahrung in die Erforschung der Bilharziose einbringen. Nicht zu vergessen natürlich das Bugando-Team aus Labor und Registratur, ohne das der reibungslose Ablauf von mehr als 100 Untersuchungen pro Tag gar nicht möglich wäre.

Würzburg Road: Spuren einer Städtepartnerschaft

Wie oft ich hier in Mwanza schon auf die Städtepartnerschaft mit Würzburg angesprochen wurde, vermag ich gar nicht mehr zu zählen. So gehe ich also die Würzburg Road entlang, die von der Stadtmitte aus direkt zum Hospital führt.

Vorbei an Hütten, die so aussehen, als ob sie schon vor Jahrzehnten aufgegeben wurden. Und trotzdem wohnen darin Menschen, ganze Familien auf engstem Raum. Vorbei aber auch an prachtvollen Villen, die oft noch aus der Kolonialzeit stammen und heute komfortable Hotels oder Wohnhäuser für reiche Geschäftsleute sind.

Man versteht sich

Freundlich gegrüßt werde ich jedenfalls ausschließlich aus den Häusern der armen Menschen, die immerzu fragen, woher ich komme und mit der Antwort Würzburg auch sogleich angenehme Gespräche beginnen.

Die Kommunikation gelingt, auch wenn ich kein Kisuaheli spreche und die Kenntnisse der englischen Sprache bei Menschen mit lediglich einfacher Bildung eher als rudimentär zu bezeichnen ist. Mit Händen und Füßen, mit Kritzeleien auf Papier oder kleiner Hilfe durch Nachbarn gelingt es aber immer, den jeweils anderen halbwegs zu verstehen. Echte Partnerschaft muss halt gelebt werden, so wie hier in Mwanza.

Jetzt weiterlesen: Leben in Mwanza Teil 1 – Die Insel der Kranken  

Jetzt weiterlesen: Leben in Mwanza Teil 2 – Kinder von Ijinga

Im Kampf gegen eine heimtückische Krankheit

Die Deutsche Lepra- und Tuberkulose e.V. möchte gemeinsam mit dem Missionsärztlichen Institut Würzburg über die Städtepartnerschaft zwischen Würzburg und Mwanza aufklären. In der Stadt in Tansania leben die Menschen in erschreckend einfachen Verhältnissen ohne Strom und fließendes Wasser. Die DAHW hat es sich zur Aufgabe gemacht, vor Ort die Gesundheitsaufklärung und Medikamentenversorgung zu verbessern, denn fast 97 Prozent der Schulkinder sind in Mwanza an Bilharziose, einem heimtückischen Wurmbefall, erkrankt. Obwohl es wirksame Medikamente gibt, kommt es durch das verseuchte Wasser oftmals zu einer Neuansteckung. Zwei Ärzte aus Würzburg sind vor Ort und versuchen durch Untersuchungen und Aufklärung der Krankheit entgegen zu wirken.

Der Journalist Jochen Hövekenmeier war vor Ort und hat seine Eindrücke über das Leben in Mwanza mit der Krankheit in seinen Texten festgehalten. Seit sechs Monaten ist er wieder zurück in Deutschland und siehe da, es hat sich etwas getan – in der Schule wurde inzwischen eine Regenwasserrinne errichtet und zwei neue Klassenzimmer sind in Bau. 

Bilharziose

Die Krankheit Bilharziose wird auch Schistosomiasis bezeichnet und gilt als heimtückische Erkrankung aus dem Wasser. Gerade in den Teilen des Landes, in denen die Armut vorherrschend ist, leiden die Menschen oft an der Tropenkrankheit. Die Parasiten sind so winzig, dass sie mit dem bloßen Auge kaum sichtbar sind. Dennoch sind sie so gefährlich, dass bereits kurzer Kontakt ausreicht um sich zu infizieren. Beim Baden, Wäsche waschen oder Fischen, bohren sich die Parasiten durch die Haut und entwickeln sich dort zu Würmern. Im Körper produzieren die Würmer Tausende von Eiern und hinterlassen Schäden an Milz, Darm und Leber. Dies führt in vielen Fällen zum Tod.

Jetzt helfen! 

Die produzierten Eier der Würmer, gelangen über den Kot und den Urin des Menschen wieder in das Wasser. Dort lebt eine spezielle Art einer Wasserschnecke, die die Entwicklung des Parasiten begünstigen und somit wieder neue winzige Larven ausstoßen. Ein niemals endender Kreislauf. Durch Eure Spende könnt Ihr die Arbeit der DAHW und der Missionsärztlichen Klinik in Mwanza unterstützen – hier findet Ihr weitere Infos! 

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