Eva Pleticha-Geuder zeigte Bücher aus einer aktuellen Schenkung - Foto: Luisa Kleinschrodt
Eva Pleticha-Geuder zeigte Bücher aus einer aktuellen Schenkung - Foto: Luisa Kleinschrodt

200 Jahre Fränkische Landeskunde: Zu Gast in der Universitätsbibliothek

Einer „Schatzkammer“ voll Franken

Die Abteilung „Fränkische Landeskunde“ in der Uni-Bib liegt im obersten Geschoss und wird nur zu bestimmten Zeiten geöffnet. Hier befinden sich Berge von Büchern, die von Franken und speziell Unterfranken handeln oder zumindest hier verfasst wurden. Eva Pleticha-Geuder, die Leiterin der Abteilung der Fränkischen Landeskunde in der Universitätsbibliothek in Würzburg und Katharina Boll-Becht treffen sich mit uns zum Interview und zeigen uns ihre „Schatzkammer“ voller Bücher.

Was genau sind die Aufgaben der Abteilung „Fränkische Landeskunde“?

Eva Pleticha-Geuder: Wir recherchieren, erwerben, verzeichnen und archivieren das Material. Als Fachreferentin bestelle ich das Material zunächst im Buchhandel, katalogisiere es, erschließe es sachlich, bis es dann schließlich entweder in den Lesesaal und/oder in das Magazin gelangt.

Zur Geschichte des Bestandes – Seit wann wird er gepflegt?

Eva Pleticha-Geuder: Die Abteilung „Fränkische Landeskunde“ wird seit 200 Jahren in dieser Art betrieben. Seit 1962 gibt es die unterfränkische Bibliographie, 1996 wurde das Verfahren der Erfassung geändert. Seit etwa 20 Jahren wurden hier an die 130.000 Titel erfasst, die im Moment in der EDV verfügbar sind. All das Material, welches gerade gesammelt wird, scheint im Moment nicht sehr bedeutsam zu sein, für die historische Forschung ist es jedoch sehr wichtig und interessant.

Wie kommt es zum Erwerb im Einzelnen?

Eva Pleticha-Geuder: Der Neuzugang kommt über Kauf, Pflicht, Tausch und Geschenk ins Haus. Darüber hinaus wird – soweit es finanziell möglich ist – versucht, fehlende ältere Literatur antiquarisch zu erwerben.

Was genau ist das Pflichtstückrecht?

Pleticha-Geuder: Das bayerische Pflichtstückgesetz fordert, dass von jeder in Bayern veröffentlichten Publikation zwei Exemplare an die Bayerische Staatsbibliothek in München, zwei weitere an die Nationalbibliothek in Frankfurt und ein Exemplar bei uns abgeliefert werden müssen. Leider funktioniert das sowohl bei großen Verlagen, als auch bei Privatleuten nicht immer sehr gut.

Ist die Sammlung für jeden zugänglich?

Eva Pleticha-Geuder: Ja, sie ist für jeden zugänglich.

Warum sollte man sich als Würzburger diese Abteilung anschauen? Was gibt es Besonderes zu entdecken?

Eva Pleticha-Geuder: Egal, was gesucht wird, alles was in Franken verfasst wurde oder inhaltlich um Franken handelt, ist hier zu finden. Sie finden z.B. das Kochbuch der Würzburger Kickers, alle Infos zu Dirk Nowitzki, alles vom trockenen wissenschaftlichen Sachbuch, bis hin zu Bildbänden, Reiseführern, Ortschroniken usw.

Gibt es Bücher im fränkischen Dialekt?

Eva Pleticha-Geuder: Ja natürlich, wir haben zum Beispiel Asterix und Obelix, Max und Moritz und die Bibel im fränkischen Dialekt. Einen unterfränkischen Dialekt-Atlas haben wir auch im Angebot, die Nachfrage solcher Bücher ist allerdings sehr gering.

Was ist Ihr liebster historischer Platz in Würzburg?

Eva Pleticha-Geuder: Die Festung, da mir der schöne Blick auf die Stadt besonders gefällt.

Katharina Boll-Becht: Der Hofgarten, weil ich ihn ungeheuer interessant angelegt und für einen Barock-Garten sehr außergewöhnlich finde.

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