Bei der Preisverleihung in München: die Vertreter des Dialektpreises. Foto: Astrid Schmidhuber
Bei der Preisverleihung in München: die Vertreter des Dialektpreises. Foto: Astrid Schmidhuber

Preis für Dialektforscher

Verdienste im Bereich Dialektpflege

Zum ersten Mal haben Bayerns Kultus- und Heimatminister den Dialektpreis Bayern verliehen. Zu den Ausgezeichneten gehört  auch das Unterfränkische Dialektinstitut der Universität Würzburg.

Am Montag, 20. März, haben in München Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle und Heimatminister Dr. Markus Söder zum ersten Mal den „Dialektpreis Bayern“ an zehn Personen und Projekte verliehen. Der Preis ist mit je 1.000 Euro dotiert und würdigt besondere Verdienste im Bereich der Dialektpflege.

Unterfränkisches Dialektinstitut ausgezeichnet

Unter den Preisträgern befindet sich auch das Unterfränkische Dialektinstitut (UDI), ein Projekt, das am Lehrstuhl für deutsche Sprachwissenschaft der Universität Würzburg angesiedelt ist. Es ist das einzige Zentrum für Dialektforschung in Unterfranken, das auch in Zukunft die Dialektsituation dokumentiert.

So ist beispielsweise der Sprachatlas von Unterfranken eines der größten Projekte des UDI. In 182 unterfränkischen Ortschaften wurden dafür bei älteren Ortsbewohnern Dialektbefragungen durchgeführt und auf Tonband aufgezeichnet. 2002 fand diese Datenerhebung ihr Ende, seit 2009 liegt der Atlas vollständig publiziert vor. Aktuell werden diese Daten auf vielfältige Weise weiterverarbeitet und mit Hilfe zeitgemäßer Informations- und Kommunikationstechnologie für ein breit gefächertes Publikum aufbereitet und komfortabel zugänglich gemacht.

Öffentliches Mundartarchiv

Weitere Aufgaben sind:

  • Das UDI betreut die Arbeiten an BayDat, der bayerischen Dialektdatenbank, die Sprachatlasdaten aus ganz Bayern zusammenfasst, speichert und abrufbar macht.
  • Das UDI ist die Anlaufstelle, in der alle Interessierten fundierte Auskünfte zu dialektologischen Fragen zum unterfränkischen Dialekt erhalten.
  • Das UDI sammelt, überprüft, systematisiert und archiviert bereits existierende Sammlungen von Mundarttexten und -wörtern und macht sie als Mundartarchiv der Öffentlichkeit zugänglich.
  • Das UDI gibt dialektologische Hilfestellung für Mundartdichter, Heimatpfleger, Lehrer, Schüler und alle, die sich für den unterfränkischen Dialekt interessieren.

Dialekt ist Heimat

„Dialekt ist ein Stück Heimat und gelebte Kultur. Die Preisträger tragen durch ihr Schaffen und ihre Projekte dazu bei, dass Dialekt aktiv gepflegt wird, und bereichern damit unsere Kulturlandschaft nachhaltig. Sie zeigen, dass Mundart und ihre Pflege nach wie vor einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft im Freistaat genießt. Dieses Engagement würdigen wir nun mit dem Dialektpreis Bayern“, betonte bei der Preisverleihung in München Kultusminister Ludwig Spaenle.

Heimatminister Söder hob hervor: „Bayern ist mit seiner Natur, seiner Kultur, seiner Tradition und seinem besonderen Lebensgefühl auf der ganzen Welt berühmt und schon fast zu einem Synonym für Heimat geworden. Zur Heimat gehört vor allem der heimische Dialekt – die Heimatsprache. Sie gibt das vertraute Gefühl der Verbundenheit und Zusammengehörigkeit. Die Preisträger tragen dazu bei, die regionale Vielfalt der heimischen Dialekte zu pflegen und für die kommenden Generationen zu erhalten.“

Der Dialektpreis

Je ein Preis ging an jeden Regierungsbezirk Bayerns – mit einer Ausnahme: In Schwaben wurden für die Sprachregionen Allgäu und Nord-/Mittelschwaben jeweils separate Preise vergeben. Für ihre individuellen Leistungen für die Mundartpflege wurden zudem zwei Sonderpreise durch die beiden Staatsminister verliehen. Die Vorschläge für die Preisträger wurden im Vorfeld von den bayerischen Bezirksheimatpflegern eingereicht.

Kontakt

Prof. Dr. Wolf Peter Klein, Lehrstuhl für deutsche Sprachwissenschaft, Tel.: (0931) 31-80485, wolfpeter.klein@uni-wuerzburg.de

Dr. Monika Fritz-Scheuplein, Lehrstuhl für deutsche Sprachwissenschaft, Tel.: (0931) 31-85631, monika.fritz-scheuplein@uni-wuerzburg.de

Zur Homepage der UDI: http://udi.germanistik.uni-wuerzburg.de/wp/

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Universität Würzburg.

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