Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Würzburg-Schweinfurt - Foto: Pascal Höfig
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Würzburg-Schweinfurt. Foto: Pascal Höfig

Weniger Auszubildende in mainfränkischen Betrieben

IHK zieht Ausbildungsbilanz

In Mainfranken herrscht bei den Ausbildungsplätzen aktuell ein klarer Bewerbermarkt. Die mainfränkischen IHK-Unternehmen konnten im Jahr 2016 insgesamt 3.773 neue Ausbildungsverträge abschließen. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Minus von 137 Verträgen (3,5 Prozent). Ein Trend, der wenig überraschend kommt, wie der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der IHK Würzburg-Schweinfurt Max-Martin W. Deinhard bei der Präsentation des jüngsten IHK-Bildungsreportes für die Region erklärt: „Bereits seit einigen Jahren sinkt die Zahl der Schulabgänger deutlich.

Der Bewerbermarkt schrumpft zusätzlich, weil Jugendliche vermehrt weiterführende Bildungswege anstreben. Die Ausbildungszahlen liegen jedoch trotz rückläufiger Schülerzahlen auf hohem Niveau, weil die Betriebe in den vergangenen Jahren ihr Ausbildungsengagement gesteigert haben.“

Werbung für die duale Berufsausbildung

Dabei bietet heute eine duale Berufsausbildung Chancen wie selten zuvor. In Zeiten, in denen Fachkräfte rar sind, zählen dazu nicht nur gute Weiterbildungsmöglichkeiten, sondern auch interessante Karriereschritte. Um diese Jugendlichen und deren Eltern bewusster zu machen, haben das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, und die bayerischen Wirtschaftskammern die Kampagne „Elternstolz“ ins Leben gerufen.

Auch in Mainfranken zeigen seit letztem Jahr in einer Berufsausbildung stehende Jugendliche und ihre stolzen Eltern auf Plakaten, im Kino und im Radio, welche Zukunftsperspektiven ihnen ihre berufliche Aus- und Weiterbildung eröffnet hat. Darüber hinaus bietet die IHK Würzburg-Schweinfurt mit so genannten „IHK-AusbildungsScouts“ Berufsorientierung an weiterführenden Schulen an. Eigens hierfür geschulte Auszubildende verschiedener Berufe stellen als „Scouts“ an allgemeinbildenden Schulen in Mainfranken ihre Ausbildungsberufe und Erfahrungen vor.

Auch Flüchtlinge potenzielle Bewerbergruppe

Bei der Erläuterung des Bildungsreportes informierte Deinhard, dass auch die Gruppe der Geflüchteten eine potenzielle Bewerbergruppe darstelle, auch wenn ihre Bedeutung für die Bekämpfung des gegenwärtigen Fachkräfteengpasses nicht überbewerten dürfe. Unter den Flüchtlingen gäbe es viele leistungsbereite Menschen, die sich für eine duale Berufsausbildung interessieren. Integration sei jedoch erst zielführend, wenn sie über die notwendigen Sprachkenntnisse verfügen. „Das erfordert verschiedene Qualifizierungsmaßnahmen und ein durchdachtes Konzept aller beteiligten Institutionen.“, so Deinhard.

Die IHK bietet in diesem Zusammenhang Maßnahmen von Alphabetisierungskursen über Seminare zur Kultur und Geschichte Deutschlands, bis hin zu speziell abgestimmten IT-Kursen. Besonders betonte der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer die Netzwerkarbeit in der Region: „Durch das Regionalnetzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge in Mainfranken“, das am 13. Oktober 2016 in Würzburg gegründet wurde, wollen wir betriebliches Engagement sichtbar machen und den Erfahrungsaustausch unter den Unternehmen fördern.“

Interkulturelle Schulungen

Mit Blick auf die Flüchtlinge liegt der Schwerpunkt darin, ihren Übergang in das Berufsleben vorzubereiten. Dazu hat die IHK zwei Ausbildungsplatzakquisiteure eingestellt, die in der Region aktiv den Matchingprozess zwischen Betrieb und Flüchtling begleiten sollen. Die regionale Integrationsförderung basiert auf dem „Integrationspakt“ der bayerischen Staatsregierung zusammen mit den bayerischen IHKs und den Spitzenverbänden der bayerischen Wirtschaft. Dessen Maßnahmenplan sieht vielfältige Unterstützungsangebote vor, unter anderem interkulturelle Schulungen für Ausbildungs- und Personalverantwortliche.

Auch zusätzlicher berufsbezogener Sprachunterricht für Flüchtlinge an den Berufsschulen gehört zu den bereits umgesetzten Angeboten. Mit „check.work“ bietet die IHK außerdem einen digitalen Kompetenztest für Geflüchtete an, um deren Vorkenntnisse so für potenzielle Arbeitgeber transparent zu machen.

Dieser Artikel basiert auf einer Pressemitteilung der IHK Würzburg-Schweinfurt.

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