Christian kochte heute im Randersackerer Teufelskeller für seine Mitstreiter – und servierte erstklassigen Wein. Screenshot: Würzburg erleben
Christian kochte heute im Randersackerer Teufelskeller für seine Mitstreiter – und servierte erstklassigen Wein. Screenshot: Würzburg erleben

4. Folge „Mein Lokal, Dein Lokal“ in Würzburg: Teufelskeller

Fränkischer Familienbetrieb

Am vorletzten Tag der „Mein Lokal, Dein Lokal“ – Woche geht es nach Randersacker. Am Fuße einer Weinlage liegt der „Teufelskeller“. Der Familienbetrieb von Christian Krenig (40) wurde nach der Weinlage Teufelskeller benannt. Im Lokal werden nur Weine aus dem Weingut seines Bruders ausgeschenkt. Seine Mitkonkurrenten möchte er mit selbstgemachten Bratwürsten und Schäufele überzeugen. Heute durfte auch wieder die Dame im Bunde, Quynh-Giao Le, bei der Punktvergabe mitmischen. Gestern waren die Herrschaften bei ihr im Phamous zu Gast.

Erstes Vorfühlen

Zum Start lud der Wirt den Kommentator erst einmal zu einem Schoppen ein – und erklärte das Würzburger Kult-Gebinde. Während sich die anderen Kandidaten auf den Weg nach Randersacker machten, leistete Christian schon mal Vorarbeit in der Küche und bereitete seine selbst gemachten Bratwürste mit ebenso selbst gemachtem Sauerkraut zu.

Alles zu „Mein Lokal, Dein Lokal“ in Würzburg

Sebastian und Ralf fühlten sich zunächst etwas alleine in der Küche – Chef Christian ist Koch und damit der einzige in der Küche des Teufelskellers. „Richtig cool“ und „richtig rustikal, wie in der Kindheit“ fanden Quynh und Benedikt den urigen Gastraum. Knöchle, Schweineschmalz, Kotelett – deftig, aber einladend wirkte der Kühlraum der Küche für Ralf und Sebastian. So einladend, dass Sebastian gleich selbst Hand anlegte und Schweinedarm zu Bratwürsten füllte.

Vorspeise

Der Abend konnte kommen und Christian fing an typisch fränkisches in seiner Küche zu zaubern, nachdem „Servicefee Franzi das Kleingedruckte“ ausgeteilt hatte. Nicht das erste Mal diese Woche kam Angemachter Camembert aka Obatzda auf den Tisch und das direkt selbst angemacht. Das lobte Sebastian und Ralf ließ ihn sich schmecken und war sogar „mehr als 100% zufrieden“ mit der sehr sehr leichten, locker aufgeschlagenen Vorspeise. Einzige „Kritik“: Es wäre sogar etwas zu viel gewesen im Menü.

Sternekoch Benedikt ließ sich den Bratworschtsalat schmecken und lobte die sehr gute Bratwurst. Auch hier stimmte Sebastian aus der Erks Stube in das Lob ein. „Einfach lecker“ bemerkte er, „mit einer gewissen Schärfe, aber sehr gut“ meinte Ralf. Die Cremesuppe vom Muskatkürbis ließ Sebastian aber nur bedingt gut davonkommen: Tolle Farbe und schöner Schaum, aber die Suppe hätte für ihn „zu viel Bums“. Auch Quynh ließ Kritik verlauten, ihr Sandwich sei zu trocken gewesen.

Hauptgericht

Zum Hauptgericht wurde ein Stück Schulter vom Schwein mit der Knochensäge bearbeitet – Schäufele-Chirurgie vom Feinsten sozusagen. Für Christian als gelernten Metzger aber ganz normal und für Benedikt klasse und ganz viel Tradition. Diese zog sich durch den gesamten Hauptgang, der zum Großteil sehr deftig und fränkisch ausfiel.

Sebastian gönnte sich sein Kotelett mit Kartoffelsalat und befand es „genau richtig“ und so wie er es mag. Nur beim Kartoffelsalat fehlte ihm etwas Säure. Quynhs Hühnchenfiletstreifen in Kokospanade mit Karotten, Ingwer und Zwiebeln war eine „Geschmacksexplosion“, mit der sie so gar nicht gerechnet hatte. Auch sie hatte eine kleine Kritik: Das zitronige Aroma sei zwar toll, aber für ihren Geschmack etwas zu sauer.

Bei Ralf und Benedikt rutschte Christian wohl der Salzstreuer aus. Der Chef der Martinsklause lobte die superleckere, gut gewürzte und weiche Zunge. Die Soße und auch der Gurkensalat seien aber zu salzig gewesen. Nach kurzem Probieren der Soße stimmte auch Koch Christian zu – die Soße sei ihm zu stark reduziert worden. Benedikt lobte das Schäufele als „Hammer“, die Knödel seien aber heftig versalzen. Der Chef nahm es aber gelassen und stimmte den Konkurrenten zu, die das professionelle Verhalten lobten. „Das fränkische Konzept die Speisen würzig zu halten um den Getränkeumsatz zu fördern muss eingehalten werden“, scherzte der Teufelskeller Chef im Nachhinein.

Dessert

Würde der vierte Tag bei „Mein Lokal – Dein Lokal“ in Würzburg einen süßen Abschluss finden? Und wie – so sehr, dass nicht einmal Christian damit rechnete! Sebastian und Benedikt genossen das Joghurteis mit Fruchtsoße und lobten es sprichwörtlich in den Himmel. Dabei fielen Worte wie „hellauf begeistert“, „sensationell“ und „mega-mega-mega-geil“.

Café-Baileys-Pannacotta, ein Schokoküchlein mit flüssigem Kern und ein Hauch Fruchtsalat – Ralf und Quynh entschieden sich beim Dessert für diese Kombination, die von der „Phamous Lounge“-Besitzerin als „göttlich“ bezeichnet wurde. Auch Ralf hatte für das „erstklassige Dessert“ nur Lob übrig. Als Christian sich seine Kritik abholen wollte, stand Sebastian schnurstracks auf und küsste den Teufelskeller-Chef für das hammermäßige Dessert – dieser wirkte sichtlich verdutzt und brachte schließlich die Rechnung.

Bewertung

Wie würde die Bewertung an Tag 4 ausfallen? Zunächst las Sebastian den Preis vor – insgesamt 219,60 Euro. Aber der Dessertwein, eine edelsüße Scheureben Beerenauslese, schlug bereits mit 75 Euro zu Buche! Die Konkurrenz lobte das Preis-Leistungsverhältnis als eine „sehr sehr faire Geschichte“ und gingen sogar noch etwas weiter. Christian würde sich sogar etwas unter Wert verkaufen und könnte für die Qualität etwas mehr nehmen.

Ralf kündigte bereits seine Rückkehr an und gab Christian für seinen Teufelskeller 7 Punkte. Alle anderen Mitstreiter vergaben sogar 8 Punkte für den Abend. Mit 31 Punkten teilt sich das Randersackerer Lokal im Moment den 1. Platz mit Sebastians Erks Stube.

Morgen steht dann das große Finale bei Sternekoch Benedikt Faust im Kuno 1408 an. Dann wird sich entscheiden, wer von den Würzburger Gastronomen den „Goldenen Teller“ sein Eigen nennen darf und 3.000 Euro Preisgeld gewinnt. Pünktlich um 17.55 Uhr geht es los bei kabel eins.

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