Fasching - die 5. Jahreszeit. Symbolfoto: Pascal Höfig
Fasching - die 5. Jahreszeit. Symbolfoto: Pascal Höfig

Fasching: Feiern bis zum Umfallen?

Ein anonymer Gastbeitrag.

Helau!

Für mich als Faschingsfanatiker ist es selbstverständlich, die fünf Faschingstage voll auszukosten. Von Freitag bis Dienstag ist gute Stimmung, verrückte Verkleidungen und Alkohol angesagt. Ich erzähle euch mal von meinem ersten Faschingstag, von meinen persönlichen Eindrücken und den Schattenseiten des Faschings.

Vorfreude

Nach der Arbeit schnell nach Hause, aus den Alltagsklamotten raus und rein in mein Kostüm. Der Faschingsumzug beginnt um circa 19 Uhr, weshalb ich mich mit dem Schminken und Umziehen beeilen muss. Da ich vor allem am ersten Faschingstag nicht nüchtern bleiben möchte, beschließe ich, zu meiner Cousine ins Nachbardorf zu fahren und später bei ihr zu übernachten.

Vorglühen

Bei meiner Cousine angekommen geht es auch schon los mit dem Vorglühen. Den restlichen Alkohol füllen wir uns als „Mische“ in eine Plastikflasche und nehmen sie als „Proviant“ mit. Schließlich gehört zumindest ein bisschen Alkohol irgendwie zum Fasching dazu. Beim Faschingsumzug angekommen, mischen sich meine Freundinnen und ich gleich unter die Menge und grölen „Atemlos“ mit dem hauptsächlich jungen, angeheiterten Partyvolk mit.

Erbrochenes

Umringt von teilweise 13-Jährigen, die sich als sexy Krankenschwester verkleidet haben und ihre Wodka-Flasche ständig mit sich tragen, tanzen wir zur Party-Musik, die von den Wägen schallt. Jetzt macht sich auch der Alkohol bei uns so langsam bemerkbar. Wir sind gut drauf, die Stimmung ist ansteckend, die Hemmschwelle sinkt. Plötzlich fallen uns zwei junge Mädchen auf, die hinter uns auf dem Boden sitzen, umringt von ihrem eigenen Erbrochenen. Wir beobachten kurz die Situation, sehen, dass ihnen bereits von Bekannten geholfen wird und stellen – unseren Blick wieder auf den Umzug gerichtet – fest, dass wir niemals so enden möchten.

Die Feierei

Nach gut einer halben Stunde treffen wir Freunde von uns, schließen uns ihnen an und tanzen und singen dem Umzug hinterher. Wir laufen den Wägen hinterher und treffen immer wieder auf neue bekannte Gesichter. Wir laufen an Familien und Kindern vorbei, die die einzig Nüchternen an diesem Abend sein werden.

Auf einmal wird einem Jugendlichen im Bärenkostüm ein Leitpfosten vom Straßenrand in die Hände gegeben, er wird von den Leuten gefeiert, es werden Bilder von ihm mit dem Leitpfosten gemacht und Bewunderung zugesprochen. Die Stimmung wird immer ausgelassener, die Hemmschwelle sinkt bis auf den Nullpunkt, die Leute übergeben sich, lassen ihre Hüllen fallen und feiern es regelrecht, stecken Fremden ihre Zunge in den Hals.

Erschöpft

Meine Freundinnen und ich haben jetzt aber langsam genug, uns steht nach stundenlangem Feiern die Erschöpfung ins Gesicht geschrieben. Die anderen werden noch bis in die Nacht feiern, wir lassen uns zum Glück um halb elf mit dem Auto abholen. Am nächsten Morgen geht es schließlich weiter, und ausgeschlafen lässt es sich nunmal besser feiern.

Anmerkung der Redaktion

Gastbeiträge geben nicht automatisch die Meinung der Redaktion wieder. Sie sollen zur Debatte anregen  – so wie auch jeder gute Kommentar auf Facebook. Wir geben deshalb allen unseren Lesern die Chance, ihre Meinung bei uns zu veröffentlichen und diese diskutieren zu lassen. Wir freuen uns über Gastbeiträge zu allen Themen an: redaktion@wuerzburgerleben.de.

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