Das Mainfranken Theater. Foto: Nico Manger
Das Mainfranken Theater. Foto: Nico Manger

Der Klassiker „Antigone“ am Mainfranken Theater

Tragödie

Antigone ist einer der meistgespielten Klassiker der dramatischen Literatur, am kommenden 11. Februar feiert die antike Tragödie des Sophokles in einer Inszenierung von Ramin Anaraki ihre Premiere am Mainfranken Theater. Die Figur der Antigone steht wie keine andere für das Prinzip des Widerstandes.

Antigone ist die Tragödie schlechthin: Die Titelfigur, eine der Töchter des Ödipus, begräbt ihren Bruder Polyneikes gegen den Willen von Kreon, Herrscher von Theben, und beruft sich dabei auf die Weisung der Götter. Indem sie sich über das Bestattungsverbot und somit über die staatliche Gewalt hinwegsetzt, opfert Antigone alles und riskiert für ihre Familie ihr eigenes Leben.

Radikal steht die Protagonistin dabei für das Prinzip Widerstand, bewusst bricht sie die Gesetze Kreons und wird zur Frevlerin. In unauflöslichem Widerspruch zueinander stehen in dem Stück aber nicht nur das Recht des Staates und das der Götter oder der Familie. Vielmehr behandelt die Tragödie spannungsgeladene Beziehungskonflikte, die alle unter dem verhängnisvollen Einfluss des Labdakiden-Fluches stehen.

Brisante Fragen

In Zeiten, da die Demokratie vor vielerlei Herausforderungen gestellt ist, beleuchtet die Inszenierung scheinbar eindeutige Oppositionen: Ist Kreons gewaltsam anmutendes Handeln nicht doch nachvollziehbar? Welche Motive bewegen Antigone wirklich? Inwiefern ist Privates auch politisch? Wie verhalten sich Bürger gegenüber einer neuen Staatsordnung? So entsteht ein Verhandlungsraum, über den brisante Bezüge zum politischen Zeitgeschehen hergestellt werden können – aber nicht müssen.

Rückkehr nach Würzburg

Ramin Anaraki inszeniert die Würzburger Neuproduktion der Antigone, das Bühnen- und Kostümbild stammt von Dominik Steinmann (Büro unbekannt, Berlin). Als Regieteam waren die beiden zuletzt gemeinsam am Theater in Osnabrück tätig (Das Lächeln einer Sommernacht von Ingmar Bergmann). Für Ramin Anaraki ist es nach Der Bus von Lukas Bärfuss die zweite Regiearbeit am Mainfranken Theater.

Der Bühnenbildentwurf vereint zwei unterschiedliche Welten: eine konkrete, die auf einen Raum der staatlichen Ordnung hinweist, sowie eine abstrakte Welt, die archaisch bleibt und das Entstehen von Kulturen befragt. Die Kostüme prägt eine außergewöhnliche Ästhetik, die Codes unterschiedlicher kultureller Zeichensysteme und aktueller Modestile zitiert und verfremdet.

Antigone

Regie: Ramin Anaraki
Ausstattung: Dominik Steinmann (Büro unbekannt)
Dramaturgie: Antonia Tretter

Mit: Hannes Berg, Bastian Beyer, Helene Blechinger, Alexander Koll, Miriam Morgenstern, Eberhard Peiker, Cedric von Borries, Georg Zeies

Premiere:
Sa., 11.2.17 | 19:30 Uhr | Mainfranken Theater Würzburg | Großes Haus

Weitere Termine:
15:00 Uhr: 9.4.
19:30 Uhr: 15.2. | 18.2. | 25.2. | 3.3. | 5.3. | 8.3. | 10.3. | 19.3. | 26.3. | 29.3. | 6.4. | 16.5.

Weitere Informationen und Tickets (Webshop) unter http://www.mainfrankentheater.de bzw. www.mainfrankentheater.de/webshop. Theaterkasse: Tel. (0931) 3908-124 | karten@mainfrankentheater.de.

Der Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Mainfranken Theaters Würzburg.

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