Andreas ist leidenschaftlicher Pole-Dancer - Foto: Pascal Höfig
Andreas ist leidenschaftlicher Pole-Dancer - Foto: Pascal Höfig

Reine Frauensache?…Fehlanzeige

Pole Dance die Leidenschaft an der Stange zu tanzen

Pole Dance ist was für Frauen und Männer kommen damit nur in Berührung, wenn sie zuschauen? Falsch gedacht! Auch Männer wagen sich an die Stange und lassen teilweise sogar die Frauen alt aussehen. Dass Pole Dance nicht nur ein bisschen um die Stange wackeln und dabei hübsch aussehen ist, beweist Andreas, ein leidenschaftlicher Stangentänzer. Es ist ein knallharter Sport, bei dem blaue Flecken, liebevoll „Pole Kisses“ genannt, an der Tagesordnung stehen.

1. Du machst Pole Dance als Mann, wie kamst du dazu?

Ich bin über eine alte Schulkameradin zu der Sportart gekommen. Damals saß ich neben ihr in der Schule und erfuhr, dass sie Poledance schon seit vielen Jahren betreibt. Nachdem ich selbst schon sehr lange leidenschaftlicher Tänzer im kommerziellen Bereich bin, war ich sofort daran interessiert, in einen neuen tänzerischen und akrobatischen Bereich einzusteigen.

2. Wie lange machst du jetzt schon Pole Dance?

So ca. um die 2 ½ Jahre.

3. Wo hast du das erste Mal mit der Stange getanzt?

Das erste Mal habe ich zuhause bei meiner Klassenkameradin trainiert, mit ihr als meinen persönlichen Coach. Wir trafen uns anfangs regelmäßig einmal die Woche und sie versuchte mich stets bis an’s Limit zu pushen. Ich war nach der ersten Pole Stunde Feuer und Flamme und habe Youtube Videos und Tutorials geradezu verschlungen. Pole Dance ist wie eine Sucht für mich geworden.

4. Hattest du schon Auftritte oder hast du auf Meisterschaften getanzt?

Auftritte hatte ich bis jetzt erst wenige, aber sie zählen zu den schönsten Momenten im Pole Dance. Die wochenlangen Vorbereitungen und Trainingsstunden, die Wahl der passenden Musik und natürlich das Adrenalin, das man im Körper spürt kurz bevor’s losgeht. Ich liebe es! Auf Meisterschaften selbst bin ich noch nicht gewesen, habe aber vor dies demnächst in Angriff zu nehmen.

5. Ist Pole Dance für dich nur ein Hobby oder kannst du dir auch vorstellen, damit mal dein Geld zu verdienen?

Momentan ist es eher ein Hobby für mich, aber vorstellen davon zu leben, könnte ich mir auch. Ich werde mal schauen wie es sich für mich in der Zukunft mit dem Pole Dance so ergibt.

6. Was machst du neben dem Pole Dance sonst noch?

Zurzeit bin ich im letzten Jahr einer Ausbildung zum Kinderpfleger und danach habe ich vor, auf der BOS mein Abitur nachzuholen. Was dann kommt, entscheide ich spontan.

Wie schon gesagt, tanze ich neben dem Poledance noch und mache viel Sport. Ansonsten unternehme ich viel mit meinen Freunden und versuche, so oft es geht Reisen und Ausflüge zu unternehmen.

7. Poledance ist sehr anstrengend, machst du noch Kraftsport zusätzlich oder wie hältst du dich fit?

Ja in der Tat, das ist es. Wobei nicht nur Stärke, sondern auch Durchhaltevermögen und Schmerzresistenz gefragt sind, da einige Figuren ziemlich an der Haut reiben und diese in Mitleidenschaft zieht. Blaue Flecken sind vorprogrammiert. Vor allem setzt sich Pole Dance aus den großen Teilbereichen Flexibilität und Kraft zusammen. Viele der fortgeschritteneren Figuren benötigen einen dieser Bereiche, wenn nicht aber sogar beide in Kombination.

Ich selbst betreibe neben Pole Dance noch Calisthenics und Tanztraining. Calisthenics ist eine Sportart, bei der nur mit dem eigenen Körpergewicht trainiert wird. Das Calisthenicstraining selbst hilft mir sehr beim Erlernen neuer Figuren an der Stange. Durch die vielen Klimmzüge, Dips und dem Erlernen einiger Bodyweight Tricks wie Handstand, Hangwaage und der Planche, steigert sich meine Maximalkraft, meine Körperspannung und meiner Koordination enorm.

Viele Bodyweight Tricks ähneln den Pole Dance Figuren oder schaffen zumindest eine solide Basis für diese. Durch meine jahrelange Tanzerfahrung im kommerziellen Bereich ist es mir möglich, Musikalität mit der Akrobatik des Pole Dance zu kombinieren und daran zu wachsen. Zudem dehne ich mich zuhause so oft ich kann, um den anspruchsvollen Figuren gerecht zu werden.

8. Wie oft trainierst du die Woche für’s Pole Dance?

Zurzeit trainiere ich einmal die Woche und wenn ein Auftritt bevorsteht, dann erhöhe ich das Pensum.

9. Hast du zuhause auch eine Stange?

Ja. Die habe ich mir gekaufte, nachdem ich die Grundübungen beherrschte und mich bereit fühlte selbstständig an neuen Figuren zu arbeiten. Sie steht in meinem Zimmer. Sogar mein Bettgestell musste daran glauben, damit ich genug Platz zum Tanzen haben konnte.

10. Ist Pole Dance ein teures Hobby?

Meine Stange hat knapp 300 Euro gekostet und in diesem Bereich sollte man sich auch auf jeden Fall bewegen, um die größtmögliche Sicherheit garantieren zu können. Natürlich kann man sich auch in einem Polestudio anmelden und einen monatlichen Beitrag bezahlen um die Figuren unter der Anleitung eines erfahrenen Lehrers gezeigt zu bekommen. Oder man macht beides, so wie ich und kann dann jederzeit die im Kurs gelernten Figuren, zuhause üben.

11. Trainierst du nur zuhause oder auch in einem Kurs? Wenn ja in welchem?

Größtenteils trainiere ich allein zuhause, aber ich versuche regelmäßig, einmal die Woche im freien Training im Würzburger Polestudio „Vertical“ zu trainieren. Dort eröffnen sich aufgrund der gegebenen Raumhöhe im Studio ganze neue Dimensionen, die gewisse Pole Dance Figuren überhaupt erst möglich machen.

Wer sich überlegt mit dem Poledance anzufangen, dem kann ich dieses Studio nur empfehlen. Super schönes Studio, tolle Trainerinnen und alle sehr herzlich. Die Männer aus Würzburg, die schon immer Mal an der Stange tanzen wollten, sich aufgrund des Damenüberschusses aber bisher nicht getraut haben, sollten unbedingt mal einen Kurs im „Vertical“ besuchen. Hier ist „Mann“ nicht allein.

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