Die aktuelle Arbeitsmarktentwicklung in Würzburg

Winter treibt die Quote an

Der regionale Arbeitsmarkt ist ohne große Überraschung in das Jahr 2017 gestartet. Die Zahl der arbeitslosen Menschen ist von Dezember auf Januar aus jahreszeitlichen Gründen um 1.230 auf 8.830 angestiegen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich hierdurch um 0,5 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent. Im Vorjahr lag diese noch um 0,1 Prozentpunkte darüber (9.010 Arbeitslose). Zum Jahresanfang ist eine Zunahme der Arbeitslosigkeit aufgrund der Winterpause üblich und auf das Ende des Weihnachtsgeschäftes im Einzelhandel und in der Logistikbranche zurückzuführen.

Ebenso sinkt in den Wintermonaten die Beschäftigung in den Außenberufen, was üblicherweise mehr arbeitslose Männer nach sich zieht. Der Anstieg gegenüber Dezember war in dieser Höhe erwartet worden. Er fiel sogar etwas geringer als im Durchschnitt der zurückliegenden Jahre.

Weiterer Verlauf

„Der heimische Arbeitsmarkt ist erwartungsgemäß gut ins neue Jahr gestartet“, stellt Eugen Hain, Leiter der Agentur für Arbeit Würzburg fest. „Da die Märkte erfahrungsgemäß bereits auf Stimmungen reagieren (können) bleibt abzuwarten, ob bzw. inwieweit im Verlauf des Jahres Einschnitte wie der Brexit oder eine eventuell veränderte Außenhandelspolitik der USA auch die mainfränkische Wirtschaft tangieren werden. Eine gewisse Spannung liegt in der Luft. Insbesondere auf die stark exportorientierte Industrie, wie der Maschinen- und Fahrzeugbau oder die Kfz-Zulieferindustrie würden sich Turbulenzen oder gar Restriktionen unmittelbar auswirken“, so Hain weiter.

Gebremste Dynamik

Im Januar haben sich 3.430 Personen arbeitslos gemeldet. 770 mehr als im Dezember und 160 weniger als vor einem Jahr. Rund 2.180 Frauen und Männer haben die Arbeitslosigkeit wieder beendet. Ein Minus von 440 gegenüber dem Vormonat und von 130 gegenüber dem Vorjahr. Nach einer vorangegangen Erwerbstätigkeit in Form einer Beschäftigung, Ausbildung oder selbständigen Tätigkeit meldeten sich 1.950 Personen arbeitslos.

710 der abgemeldeten Personen gaben an, künftig wieder eine solche Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Im Vorjahresvergleich habe sich 170 Personen weniger nach einer vorherigen Erwerbstätigkeit gemeldet. Gleichzeitig sind 60 Personen weniger in eine solche eingemündet.

Verschiedene Entwicklungen

Von Dezember auf Januar ist der Bestand der arbeitslosen Männer um knapp 20 Prozent auf 5.290 angewachsen. Er lag damit auf einem ähnlichen Niveau wie vor einem Jahr. Die Arbeitslosigkeit von Ausländern ist aufgrund der Flüchtlingsmigration ebenfalls um rund zwanzig Prozent auf 2.110 gestiegen.

Im Vorjahresvergleich bedeutet das jedoch ein Plus um mehr als einem Viertel. Aufgrund der Altersstruktur der Migranten ist auch der Bestand der unter 25-Jährigen um rund acht Prozent (gegenüber 2016) auf 880 angewachsen. Rückläufige Bestände waren dagegen bei den Älteren und Langzeitarbeitslosen zu verzeichnen. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen verringerte sich um elf Prozent auf 1.760, die der Älteren (50 Jahre und älter) um etwa vier Prozent auf 3.070.

Gemessen an allen Arbeitslosen ist etwa jeder Dritte Arbeitslose 50 Jahre und älter, jeder Vierte Ausländer, jeder Fünfte langzeitarbeitslos und jeder Zehnte jünger als 25 Jahre.

Arbeitskräftenachfrage

Die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern war zwar aus jahreszeitlichen Gründen rückläufig, lag jedoch um mehr als zehn Prozent über dem Vorjahresergebnis. Im Januar wurden den Arbeitsagenturen und Jobcentern im Agenturbezirk 1.000 freie (sozialversicherungspflichtige) Stellen gemeldet.

Der Stellenbestand umfasste 4.130 Jobangebote. Das war fast ein Viertel mehr als vor einem Jahr. Besonders gesucht waren Arbeitskräfte in den Bereichen Verkauf, Maschinen- und Fahrzeugtechnik, Mechatronik und Elektronik, Verkehr und Logistik, Medizin sowie in der Zeitarbeit.

Landkreis und Stadtgebiet

Gegenüber Dezember ist die Arbeitslosigkeit in den drei Landkreisen des Agenturbezirks etwa doppelt so stark gestiegen wie in der Stadt Würzburg. Der Landkreis Main-Spessart verzeichnete mit 21 Prozent den höchsten Zuwachs, im Landkreis Kitzingen betrug das Plus circa zwanzig Prozent und im Landkreis Würzburg 18 Prozent.

Das Stadtgebiet hatte dagegen -aufgrund der geringeren saisonalen Ausschläge- einen verhältnismäßig geringen Zuwachs um zehn Prozent. Die Landkreise Main-Spessart (1.870 Arbeitslose) und Würzburg (2.310 Arbeitslose) lagen mit einer Quote von 2,5 Prozent jeweils gleichauf. Der Landkreis Kitzingen (1.660 Arbeitslose) konnte eine Quote von 3,3 Prozent vorweisen, die Stadt Würzburg (2.990 Arbeitslose) von 4,2 Prozent. Gegenüber Januar 2016 blieben damit die Quoten in den Landkreisen Kitzingen und Würzburg unverändert. In Main-Spessart verringerte sie sich dagegen um 0,3 und in der Stadt um 0,2 Prozentpunkte.

In den Rechtskreisen

In den Arbeitsagenturen Würzburg, Kitzingen und Lohr waren 5.300 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. In den vier Jobcentern des Agenturbezirks wurden 3.540 arbeitslose erwerbfähige Leistungsberechtigte betreut. Der Arbeitslosenbestand erhöhte sich gegenüber Dezember in der Arbeitslosenversicherung um 1.240 Personen.

In der Grundsicherung verringerte er sich dagegen geringfügig um 10 Betroffene. Der deutliche Anstieg in der Arbeitslosenversicherung hat vor allem saisonale Gründe. Viele Personen, die sich im Januar arbeitslos gemeldet haben, haben aufgrund der vorangegangen Beschäftigung einen Anspruch auf Arbeitslosengeld erworben. Ansprechpartner hierfür sind die Arbeitsagenturen.

Jobs in und um Würzburg

Auf unserer Jobplattform Lieblingsjobs findet Ihr immer aktuelle Stellen zu verschiedenen Kategorien. Egal ob Minijob, Teil- oder Vollzeitstelle, Jobsuchende halten wir hier auf dem Laufenden. Auf der Facebook-Seite Arbeiten in Würzburg gibt es neben aktuellen Stellen auch Artikel rund um das Thema Arbeiten.

Der Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Bundesagentur für Arbeit Würzburg.

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