Der Berliner Ring stellt Autofahrer vor zahlreiche Herausforderungen. - Foto: Bas Bergervoet
Der Berliner Ring stellt Radfahrer vor zahlreiche Herausforderungen. - Foto: Bas Bergervoet

Berliner Ring: Der Kreisverkehr ist gar kein Kreis

Ein Gastbeitrag von Bas Bergervoet.

Halber Kreis mit komplexer Umleitung

Ein Punkt an dem ich oft vorbeifahre ist der Berliner Ring. Ein wichtiger dreispuriger Kreisverkehr mit 7 (!) Zu- und Ausfahrten, der nordöstlich gelegene Viertel wie Grombühl, Versbach, Lengfeld und Lindleindsmühle mit der Würzburger Innenstadt verbindet. Nur, für Radfahrer ist der Kreisverkehr am Berliner Ring gar kein Kreis. Es ist eher ein halber Kreis mit einer komplexen Umleitung.

„Kreis“verkehr…

Ich versuche mal eine „Runde“ um den „Kreis“verkehr zu fahren: Wenn ich vom Haugerring (Bahnhof) auf den Berliner Ring fahre, fängt es gut an. Ich kann auf einen eigenen eingezeichneten Radweg im Kreisverkehr fahren. Prima. Nach der Martin-Luther-Straße führt der Radweg mich plötzlich weg vom Kreisverkehr in die Schweinfurter Straße. Jetzt muß ich erstmal bis zu einer Fußgängerampel fahren, die 50 Meter vom Kreisverkehr entfernt liegt. Nach einem Stück geteiltem Gehsteig-Radweg bremsen mich zwei Zäune vor der nächsten Überquerung. Wenn ich nach noch einem geteilten Gehsteig-Radweg meine Runde vollenden möchte, muß ich wieder an einer weit vom Kreisverkehr entfernten Fußgängerampel die Straße überqueren.

Eine radfahrerfreundliche Lösung für den Ring

Ich bin das doch etwas anders gewohnt und verstehe nicht warum ich als Radfahrer den Umweg machen sollte. Das ist doch total unpraktisch! Radwege laufen normalerweise einfach den ganzen Kreisverkehr entlang. Ganz normal ist auch einen doppelten Radweg am Kreisverkehr entlang auf dem Radfahrer in beiden Richtungen fahren können. Das hält den Autoverkehr auch nicht mehr auf als eine Ampel. Der Autoverkehr verteilt sich dadurch sogar besser. Das könnte meiner Meinung nach auch eine gute Lösung für den Berliner Ring sein.

Wenn ich mal ein bisschen weiterträume…

Es gibt da auch noch so eine andere Lösung. In 2012 wurde in Eindhoven der „Hovenring“ eröffnet. Ein schwebender Radkreisverkehr, der über einer vielbefahrenen Autokreuzung hängt.

Sieht futuristisch aus, ist aber schon Realität! Beim Berliner Ring wäre sowas besonders toll, weil man da dann auch zwischen den Bäumen durchfahren könnte 🙂 Gut, das ist vielleicht noch etwas zu hoch gegriffen, aber solche Lösungen sind nicht komplett undenkbar.

Bas Bergervoet lebt und arbeitet in Würzburg. Er ist Sprecher der Arbeitsgruppe Radverkehr (Agenda 21). Der gebürtige Niederländer schreibt auf seinem Blog radfahrerzone.de zum Thema „Radfahren in Würzburg“.

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