Das Siebold Gymnasium in Würzburg - Foto: Pascal Höfig
Das Siebold Gymnasium in Würzburg - Foto: Pascal Höfig

Stadt will 300 Millionen Euro in Schulen investieren

Maroder Zustand

Sowohl Schüler, Eltern als auch Lehrer sollten jetzt hellhörig werden, denn eine Neusanierung der maroden Schulen Würzburgs ist in Planung. Laut Main-Post sollen rund 300 Millionen Euro für die nächsten 15 Jahre in den oft heruntergekommenen Schulen investiert werden und teilweise sollen sogar Neubauten geplant sein. In Hinblick auf die Entwicklungen im Bereich der Ganztagesbetreuung würden Mensen, Aufenthaltsräume und Klassenzimmer benötigt.

In den 60er und 70er Jahren war der Zustand der Schulen in Würzburg noch ein ganz anderer. Im Gegenteil: Unsere Stadt wurde sogar mit dem stolzen Titel „Schulstadt“ ausgezeichnet. Da seit dieser Zeit allerdings – aus Kostengründen und Personalmangel – nicht mehr viel in den Schulen erneuert wurde, kamen die Gebäude nunmal irgendwann auch in die Jahre.

Grauer Schulalltag

An einigen Schulen hatte man schon vor Jahren mit der Aufwertung der Gebäude begonnen, siehe zum Beispiel David-Schuster-Realschule oder dem Matthias-Grünewald Gymnasium. Der Zustand etlicher Schulen in Würzburg – sei es das St. Ursula Gymnasium, das Siebold- oder das Riemenschneider-Gymnasium – ist dennoch nicht der beste.

Klar, für die Schüler und Lehrer ist das das größte Übel, schließlich müssen sie den ganzen Tag in den Bauten verbringen. Zum Einen ist es eine Sache des Wohlfühlens, der Atmosphäre in den Räumen, die nicht besteht. Andererseits können natürlich auch längst entwickelte und in vielen Schulen schon längst genutzte technologische Lernmittel nicht verwendet werden, die den Schulalltag wahrscheinlich zusätzlich erleichtern würden.

Einigkeit bei der Stadt Würzburg

Laut der Würzburger Tageszeitung herrscht Einigkeit zwischen Oberbürgermeister Christian Schuchardt, Schulreferent Muchtar Al Ghusain und Kämmerer Robert Scheller, wenn es um die Erhaltung und Pflege der Schulen in Würzburg geht – es müsse sich etwas tun.

Dass die Sanierung und Aufwertung von rund 50 Schulen jede Menge Kosten mit sich bringt, ist klar. Oberbürgermeister Schuchardt geht insgesamt von einer Summe von 300 Millionen Euro aus. Im Februar soll laut der Main-Post der Schul- und Hauptausschuss darüber beraten, am 23. Februar wird der Stadtrat schließlich den Grundsatzbeschluss treffen. Der Schulinvestitionsplan baut auf dem vor über 3 Jahre erarbeiteten Schulentwicklungsplan auf, der bis vergangenen Herbst fertig gestellt worden ist.

Förderung

Da die Stadt Würzburg Ende 2015 laut der Tageszeitung rund 238 Millionen Schulden hatte, mag man die Ausgabe von nun weiteren 300 Millionen Euro etwas kritisch sehen. Allerdings verteilt sich die Summe auf geplante 15 Jahre, ebenso werden der Stadt rund 60 Prozent der Kosten als Fördergelder versprochen, was für Bürgermeister Schuchardt ein „erheblicher Sprung“ im Vergleich zu den vergangenen Jahre darstellt. Maßnahmen der Ganztagsbetreuung sollen sogar mit 75 % gefördert werden. Damit reduziert sich der Anteil für die Stadt, laut Main-Post, auf jährlich rund fünf bis acht Millionen Euro.

Planung

Das Programm soll mit dem Siebold- und Riemenscheider-Gymnasium starten. Die Schule soll generalsaniert und erweitert werden, auch eine Sporthalle, und eine verkehrsberuhigte Kapuzinerstraße sollen geplant sein. Auch Röntgen- und Friedrich-Koenig-Gymnasium und die Klara-Oppenheimer-Schule stünden auf dem Plan. Die Reihenfolge der Schulen beschließt sich aus der schulischen und baulichen Notwendigkeit und der dauerhaften Sicherheit des Standortes, so die Main-Post. Dabei fallen unter schulischer Notwendigkeit beispielsweise Mensen, Flächenmangel oder die Voraussetzungen für eine Ganztagsbetreuung und unter die bauliche Notwendigkeit der Brandschutz, energetischer Zustand, Barrierefreiheit oder die Leitungen.

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